Home Seite drucken Seite als Link verschicken Kommentar zu dieser Seite an OnlineReports senden
Suchen: go!
 
Tipp für Stories | Hier werben | Story übernehmen

Frühere News



Aktualitäten 1. bis 31. Mai 2004

Wollen Sie Freunde oder Bekannte auf diesen Seite aufmerksam machen?
Oben auf das kleine "Briefchen"-Symbol klicken.


Basler Regierungswahlen: Zanolari kommt

BASEL. - Was seit längerem vermutet wird, steht jetzt fest: Die Basler SVP-Grossrätin und Kantonalpräsidentin Angelika Zanolari steigt bei den Regierungsratswahlen vom kommenden Herbst jetzt offiziell ins Rennen. Dies SVP gab heute Montagnachmittag bekannt, dass Zanolari "zur Disposition steht". Am 15. Juni wird der Vorstand die Bereitschaft der Präsidentin noch formell beschliessen, wie es seine Kompetenz ist. Mit dieser Kandidatur seien die "traditionellen bürgerlichen Parteien stark herausgefordert". Es verstehe sich von selbst, dass die mittlerweile zur wählerstärksten bürgerlichen Partei des Stadt-Kantons aufgerückte SVP und als zweitstärkste Basler Partei überhaupt "ihren Anspruch auf einen Regierungsratssitz geltend macht". Mit Zanolaris Kandidatur werde "diesem Besitzanspruch der SVP nun Rechnung getragen". Scharfe Kritik übt die Blocher-Partei an der Gesamtregierung: Die Aussichten auf eine erfolgreiche Wahl seien "intakt", weil "praktisch alle Regierungsräte mit grösseren, zum Teil echt gravierenden Problemen behaftet" seien. Diese reichten "vom Combino-Desaster, dem staatlichen Pensionskassengeld-Skandal, dem kränkelnden Gesundheitssystem bis hin zu den gewaltigen Sicherheitsproblemen als Folge der Überfremdung und dem Mangel an Polizeikräften". Hinzu kämen die "gesamtregierungsrätlichen Versager" bezüglich Dreck, Gewalt, Kriminalität, Lärm, Sprayereien und Vandalismus sowie der Parkplatzmisere. Damit ist auch angedeutet, in welcher Richtung der bevorstehende Wahlkampf geführt werden wird. Zanolari hatte im Ständeratswahlkampf vergangenen Herbst von den bürgerlichen Bewerbungen mit Abstand am meisten Stimmen erreicht. (31. Mai 2004)


> ECHO

"Klartext statt Demagogie"

Der vielen Worte kurzer Sinn: Ich verfehlte bisher, so was wie ein Programm der geschätzten Signora Zanolari auszumachen, ... mit der Ausnahme der nicht sonderlich inspirierenden Statements ihres Sekretärs. Ich bitte also um Eines: Programmatischer Klartext statt Demagogie.

Patric S. Friedlin
Basel



"Die SVP-Galionsfigur als Sauberfrau"

Nachdem Frau Zanolari ihre Partei von den letzten Resten Vernunft und Anstand gesäubert hat, will sie also antreten, Basel von seinem Schmutz zu befreien. Wäre sie nicht Vertreterin der Partei, die unsere Plakatwände mit Massenmördern und Ratten verschmiert und unsere politische Auseinandersetzung auf das Niveau ein es Schmuddelkinos drückt, könnte man dieses Ansinnen sogar verstehen. Dass aber die Schlammwerfer, die sämtlichen Dreck, den sie finden, über ihre eigenen Leute und ihre Kollegen im Parlament werfen, ihre Galionsfigur ausgerechnet als Sauberfrau verkaufen, scheint Humor zu sein, der nur versteht, wer sich im Schlamm wohlfühlt. Also liebe Wählerin und lieber Wähler, befreien wir Basel von seinem Dreck und passen wir auf, dass wir nicht die Schlammprinzessin zur Putzfee krönen.

Erika Paneth
Basel



"LDP, FDP und CVP müssen konstruktive Kandidatin präsentieren"

Herr Thüring ist entwaffnend über Frau Zanolari: "Seit langem macht sie auf Dreck/Littering." Das kann man wohl sagen. Interessant wird es sein, ob die anvisierten rechtsbürgerlichen Wählerinnen und Wähler, die trotz der angeblich seit Jahrzehnten völlig degenerierten Basler Schulbildung ihre Bedenken zum staatlichen Handeln differenzierter absondern könnten, den Namen Zanolari fehlerfrei auf einen Wahlzettel kriegen. Wenn ja, war der Orthographie-Unterricht zumindest für Minimal-Ansprüche genügend. Aber man müsste dann bei Mathe grosse Fragezeichen setzen. Denn jede SVP-Stimme, da für einen Regierungrats-Sitz von vornherein verloren, stärkt die Linke. Es wäre schön, wenn LDP, FDP und CVP eine Kandidatin präsentierten, welche konstruktive Ideen hat und vermitteln kann. Vielleicht würden sich andere Kantone plötzlich für unser Schulsystem interessieren.

Urs Eberhardt
Basel



"Frau Zanolari kann die Probleme lösen"

Der Leistungsausweis und die ungebremste Popularität von Frau Zanolari sprechen klar für eine Kandidatur. Sie ist ein Garant für eine konsequente, gradlinige bürgerliche Politik. Sie nennt die Probleme beim Namen und hat diese früh erkannt. Seit langem macht sie auf Dreck/Littering, Sicherheitsprobleme als Folge der Überfremdung und den Mangel an Polizeikräften aufmerksam, schon lange kämpft sie gegen Sprayereien, Lärm und Vandalismus und gegen die leidige Parkplatzmisere. All dies sind Probleme welche die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt belasten, Probleme notabene, die durch Frau Zanolari gelöst werden können. Daher ist sie die absolut richtige und fähige Kandidatin für dieses Amt.

Joël Thüring
SVP-Sekretär
Basel



"Das kann ja heiter werden"

Das kann ja heiter werden in Basel. Mit Zanolari kommt bestimmt der gleiche gehässige Umgangston, wie wir ihn jetzt von Christoph Blocher im Bundesrat erleben. Zu den ungelösten Problemen kommt nun noch ein grösserer Scherbenhaufen und noch mehr frustrierte Baslerinnen und Basler dazu. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Bedauernswertes Basel.

Bruno Heuberger
Oberwil


Rambo-Einbruch in die Bijouterie Mezger: Täter gefasst

BASEL. - Am heutigen Pfingstmontag kurz vor 8 Uhr stellten drei Täter vor der Bijoutiere "Mezger" in Basel an der Streitgasse eine Art Rampe auf und fuhren mit einem schwarzen Fiat rückwärts in das Geschäft. Nach dem gewaltsamen Aufbruch wurde das Fahrzeug direkt auf der Fahrbahn abgestellt und alle drei Täter stahlen im Ladeninnern Schmuckgegenstände und Uhren. Nach diesem Blitzeinbruch bestiegen die drei Einbrecher den bereitgestellten Fiat, fuhren Richtung Barfüsserplatz davon und bogen in die Gerbergasse ein. Der gesamte Tatverlauf wurde von einem zufällig anwesenden Passanten beobachtet, der sehr professionell reagierte, indem er sich auch noch die Fahrzeugnummer merkte und seine Angaben sofort via Handy der Polizei meldete. Die Polizei löste unverzüglich eine Grossfahndung aus. Nach einer Verfolgungsjagd konnten schliesslich das Täterfahrzeug am Claramattweg gestoppt und die Tatverdächtigen, drei Männer aus dem ehemaligen Jugoslawien im Alter zwischen 28 und 33 Jahren, festgenommen werden. Das Diebesgut befand sich noch im Fahrzeuginnern und konnte sichergestellt werden. (31. Mai 2004)


Einkaufswagen auf Autobahn geworfen: Zwei Unfälle

PRATTELN. - In der Nacht auf heute Pfingstsonntag ereigneten auf der Autobahn A2 in Pratteln in Fahrtrichtung Bern/Luzern innert kurzer Zeit zwei Verkehrsunfälle. Kurz vor 2.30 Uhr war von einer bisher unbekannten Täterschaft von der Giebenacherstrasse her (Autobahnüberführung im Bereich Ein-/Ausfahrt Liestal) ein Einkaufswagen auf die Autobahn A2 geworfen worden. Daraufhin kollidierte ein erster Personenwagen mit diesem Einkaufswagen. In der Folge verlor der 29-jährige Lenker die Kontrolle über sein Fahrzeug und kollidierte mit der linken Fahrbahnbegrenzungsmauer. Eine Mitfahrerin erlitt dadurch eine Oberarmfraktur und musste mit der Sanität ins Spital überführt werden. Kurze Zeit später kollidierte ein zweiter Personenwagen frontal mit dem Einkaufswagen, verletzt wurde bei dieser Kollision niemand. Bei der Kontrolle des 21-jährigen Lenkers wurde Alkoholgeruch festgestellt. Er musste seinen Führerausweis an Ort und Stelle abgeben. An beiden Fahrzeugen entstand grosser Sachschaden. Die Polizei hat wegen Gefährdung des Lebens Anzeige gegen Unbekannt erstattet und sucht Zeugen. (30. Mai 2004)

Unvorsichtiger Fahrstreifenwechsel führte zu Verkehrsunfall

TENNIKEN. - Am Samstagabend um 19.20 Uhr ereignete sich auf der Autobahn A2, Fahrtrichtung Basel, ein Verkehrsunfall, weil eine unbekannte Automobilistin unmittelbar vor dem Rastplatz Tenniken abrupt vom linken auf den rechten Fahrstreifen wechselte: Ein nachfolgender ausländischer Camper (Bild) geriet ins Schleudern und wurde in die Einfahrt zum Rastplatz abgetrieben. Dabei kollidierte er mit einem Betonelement und kippte anschliessend auf die rechte Fahrzeugseite. Ein weiterer korrekt parkierter Personenwagen wurde ebenfalls beschädigt. Der Lenker des Campers musste in Spital überführt werden. An beiden Fahrzeugen und an der Leiteinrichtung entstand ein erheblicher Sachschaden. Die offenbar unfallverursachende Lenkerin fuhr weiter, die Polizei sucht Zeugen. (30. Mai 2004)


Kind auf Fussgängerstreifen von Mofa-Fahrer angefahren

MÜNCHENSTEIN. - Von einem Kleinmotorradfahrer wurde am Samstagnachmittag um 17.30 Uhr auf der Baselstrasse ein Kind auf einem Fussgängerstreifen angefahren. Das Kind überquerte in Begleitung der Grossmutter den Fussgängerstreifen von der "Grün 80" her Richtung Tramhaltestelle Neuewelt. Kurz bevor sie das gegenüberliegende Trottoir erreicht hatten, näherte sich von der Schwertrainstrasse her ein Kleinmotorrad. Das Kind wurde von diesem erfasst und zu Boden geschleudert. Dabei wurde es verletzt und musst in Spitalpflege verbracht werden. Die Polizei sucht Zeugen zur Stand der Lichtsignalanlage. (30. Mai 2004)


FDP-Flankenschutz für Sabine Pegoraros Hanfgesetz

LIESTAL. - Die Baselbieter FDP unterstützt das von ihrer Justizdirektorin Sabine Pegoraro vorgelegte kantonale Hanfgesetz. Unabhängig von den langjährigen Verhandlungen in den eidgenössischen Räten über die Cannabis-Liberalisierung sei "eine pragmatische kantonale Gesetzgebung was Anbau und Handel von Industriehanf mit weniger als 0,3 Prozent THC-Gehalt unabdingbar". Die Legalisierungsdiskussion auf Bundesebene dürfe "nicht zu einer Untätigkeit auf kantonaler Ebene führen". Vielmehr gelte es mit dem vorgelegten Gesetz, "den wohlverstandenen Interessen der öffentlichen Ordnung, der öffentlichen Gesundheit und insbesondere dem Jugendschutz Rechnung zu tragen". Mit dem Gesetz würden "eindeutige und unmissverständliche Massnahmen in Richtung Jugendschutz gesetzt". Dieser Jugendschutz rechtfertige "griffige und einschneidende Verwaltungsmassnahmen". Erfreulich sei, "dass gleichzeitig zahlreiche Präventionsmassnahmen vorgesehen werden, wie der direktionsübergreifende 'runde Tisch' zur Cannabisproblematik". - Die Baselbieter Jungfreisinnigen lehnen den Gesetzesentwurf ab. (28. Mai 2004)


Schwer verletzter Mann auf der Sperrstrasse gefunden

BASEL. - Einen schwer verletzten und bewusstlosen Mann fanden Passanten heute Freitagmittag bewusstlos auf der Basler Sperrstrasse liegen. Direkt neben ihm lag ein Messer. Mit schweren Kopf- und Beinverletzungen wurde er in die Notfallstation des Kantonsspitals eingeliefert. Die ersten Abklärungen ergaben, dass der Verletzte, 28-jähriger Schweizer, von der im dritten Stock gelegenen Mansardenwohnung aus auf die Strasse gefallen sein muss. Ob er alleine gesprungen ist, aus dem Fenster gefallen war oder gar aufgrund einer Dritteinwirkung auf die Strasse stürzte, wird zur Zeit intensiv untersucht. Was das neben dem Verletzten aufgefundene Messer für eine Bewandtnis hatte, ist zur Zeit ebenfalls völlig unklar, wies doch der Verletzte gemäss Angaben des Notarztes "keine offensichtlichen Stichverletzungen" auf. (28. Mai 2004)


SVP: Alle verbliebenen Grossräte treten nochmals an

BASEL. - Alle sechs Grossräte der Basler SVP, die nach der Parteispaltung in der Fraktion verblieben sind, treten im Herbst zur Wiederwahl an: Michel Remo Lussana, Angelika Zanolari, Bernhard Madörin, Lorenz Nägelin, Kurt Bachmann und Oskar Herzig-Jonasch. Dies wurde an der Grossrats-"Nominationsversammlung" vom Donnerstagabend klar. Ebenso zeigte sich, dass sich zwar relativ viele Frauen zur Wahl stellen, aber auch SVP Mühe mit der Kandidatensuche hat; die Listen sind noch nicht vollständig. So liess sich der Parteivorstand die "Kompetenz für die Aufnahme von weiteren Kandidaten" geben. Parteipräsidentin Zanolari rechnet mit 15 bis 20 Sitzen (letzte Wahlen: 14 Sitze). - Zudem wurde der Parteileitung einstimmig die "Kompetenz bezüglich einer Kandidatur Regierungsratswahlen" erteilt. Bereits hat sich Angelika Zanolari als Kandidatin ins Spiel gebracht. Offen ist, ob auch Bernhard Madörin antritt: Der sonst scharfe Formulierer fiel neulich mit einem ungewöhnlich nichts sagenden, auf alle politischen Seiten nickenden Meinungsbeitrag auf. (28. Mai 2004)


Sparpaket: SP gegen "Dramatisierung" der Finanzlage

LIESTAL. - "Endlich umfassend, transparent und widerspruchsfrei" soll die Baselbieter Regierung über das Projekt der Generellen Aufgabenüberprüfung (GAP) informieren. Dies verlangt die SP-Fraktion in einem Communiqué. Die Genossinnen und Genossen fordern die Regierung auf, "die Karten offen auf den Tisch zu legen". Sie müsse "umfassend Auskunft geben über alle Massnahmen und den davon betroffenen Kreisen sowie den Gemeinden und Parteien die Gelegenheit zur Stellungnahme geben". Zur geforderten Transparenz gehöre auch, "dass die dem GAP-Paket zugrunde liegenden Prognosen von massiv ansteigenden Fehlbeträgen nachvollziehbar belegt werden". Die SP-Fraktion distanziert sich "von jedem Versuch, durch gezielte Dramatisierung im Finanzplan den Boden für überrissene und unsoziale Sparübungen zu bereiten". (27. Mai 2004)


Eric Nussbaumer als Landrats-Vizepräsident nominiert

LIESTAL. - Die Landratsfraktion der Baselbieter SP hat Kantonalpräsident Eric Nussbaumer für das Landrats-Vizepräsidium des Amtsjahres 2004/2005 nominiert. Der Frenkendörfer Landrat buchte 12 Stimmen, während auf den Nenzlinger Heinz Aebi 11 Stimmen entfielen. (27. Mai 2004)


Lettische Drogenkurierin festgenommen

BASEL. - Eine 21-jährige Drogenkurierin aus Lettland hat am Dienstagnachmittag die Basler Grenzpolizei aufgegriffen. Die Frau wurde in Basel aus dem Zug genommen und einer eingehenden Kontrolle unterzogen. In ihren Schuhen – versteckt in den Sohlen – konnten schliesslich etwa 500 Gramm Kokain sichergestellt und beschlagnahmt werden. Die Frau wurde festgenommen. Es wird insbesondere abgeklärt, woher diese Drogen stammen und für wen diese Lieferung bestimmt war. (27. Mai 2004)


Alleinstehender Bauer 20 Stunden im Wald eingeklemmt

RÖSCHENZ. - Glück im Unglück hatte ein 75-jähriger alleinstehender Bauer in Röschenz. Der Mann hatte sich gestern Dienstag am frühen Nachmittag mit seinem Traktor ins Waldgebiet Obere Ammegersten begeben, um dort Holzarbeiten zu erledigen. Dabei verlor er aus bislang ungeklärten Gründen die Kontrolle über den Traktor, das Fahrzeug fuhr im Wald rund 25 bis 30 Meter einen Hang hinunter und prallte schliesslich in einen Baum. Durch den Aufprall rutschte der Mann rechts seitlich vom Traktor und wurde zwischen Fahrersitz und Schutzblech derart unglücklich eingeklemmt, dass er sich aus eigener Kraft nicht befreien konnte. Der Mann wurde erst heute Mittwochvormittag vermisst und schliesslich - 20 Stunden nach dem Unfall - kurz vor Mittag im Wald gefunden. Er wurde mit verschiedenen nicht lebensgefährlichen Verletzungen ins Spital geflogen. Die Bergung aus dem Wald erfolgte mittels Seilwinde. (26. Mai 2004)


Fusion der Nordwestschweizer Fachhochschulen

BASEL/AARAU. - Markante Restrukturierung im Schweizer Bildungswesen: Die Fachhochschulen der Kantone Basel-Stadt, Baselland, Aargau und Solothurn wollen zur "Fachhochschule Nordwestschweiz" fusionieren. Dies gaben die Regierungen der vier Kantone über ihre zuständigen Departementsvorsteher Ruth Gisi (SO), Rainer Huber (AG), Urs Wüthrich (BL) und Christoph Eymann (BS) heute Mittwoch in Aarau bekannt. Die neue Struktur soll in einem Staatsvertrag verbrieft werden, der von den Parlamenten aller vier beteiligter Kantone genehmigt werden muss. In einzelnen Kantonen kann gegen den Parlamentsbeschluss das Referendum ergriffen werden. Wird das Referendum nicht ergriffen, so kann die "Fachhochschule Nordwestschweiz" am 1. Januar 2006 Realität werden. Als Leiter der Projektsteuerungsgruppe haben die Regierungen den früheren Baselbieter SP-Erziehungsdirektor Peter Schmid eingesetzt.

Die Fusion ist die logische und der Bundespolitik entsprechende Fortsetzung der bisher schon praktizierten informellen Zusammenarbeit der drei beteiligten Fachhochschulen. Das vereinigte Bildungsgebilde wird weiterhin Standorte in allen vier Kantonen aufweisen, aber nur von einem Fachhochschulrat und einer Schulleitung geführt werden. Die "Fachhochschule Nordwestschweiz" soll die Kompetenz erhalten, Studiengänge und Forschungsschwerpunkte über die Standorte hinweg zu konzentrieren. Die Standorte der Fachbereiche und die grundsätzliche Entwicklung der Fachhochschule sollen jedoch die Kantonsparlamente mit einem gemeinsamen, mehrjährigen Leistungsauftrag und Globalbudget steuern.

Ziel der Fusion ist es, "dank der besseren Grössenverhältnisse und umfassend durchsetzbarer Kostenvorgaben die erwarteten steigenden Studierendenzahlen besser aufzufangen und die Infrastrukturen besser auszulasten", wie es offiziell heisst. Angeboten werden die Bildungsbereiche Technik, Bau, Wirtschaft, Gestaltung und Kunst, Soziale Arbeit, Pädagogik und Musik. Die neue Institution wird ein Bruttobudget von rund 300 Millionen Franken haben, wovon die vier Kantone gemäss einem nun ausgehandelten Verteilschlüssel rund 165 Millionen Franken gemeinsam tragen. Bis 2008 wird die Studierendenzahl von heute rund 6‘000 auf voraussichtlich über 6'700 steigen. (26. Mai 2004)


Strassencafés: Massive Zunahme an Diebstählen

BASEL. - In den vergangenen Tagen musste festgestellt werden, dass unzählige Personen in den Bereichen Greifengasse bis Claraplatz und im Grossbasel zwischen dem Barfüsserplatz und der Heuwaage - vorwiegend in der Steinenvorstadt - bestohlen wurden. Die teilweise sehr professionell vorgehenden Täter nützen die Situation aus, dass Café-Besuchende ihre Handtaschen oder Jacken über die Stuhllehne hängen: Gezielt und blitzschnell werden so vor allem Portemonnaies gestohlen. Die Täter setzen sich jeweils mit dem Rücken zu ihren potentiellen Opfern und können den Diebesgriff so ausführen, dass die Geschädigten dies nicht sofort bemerken. Die Staatsanwaltschaft rät dringend, beim Verweilen in Boulevard-Cafés Handtaschen oder Kleidungsstücke so zu deponieren, dass sie stets unter Kontrolle bleiben. Wer trotzdem Opfer eines Taschendiebstahls wird, sollte unverzüglich die Polizei über die Notrufnummer 117 verständigen. (26. Mai 2004)


Polizei stoppt Lederjacken-Verkäufer

BASEL. - Vor ein paar Tagen fiel einer zivilen Polizeipatrouille in der Basler Holeestrasse ein elegant gekleideter Mann auf, der offensichtlich einen betagten, gehbehinderten Mann verfolgte und diesen in ein Gespräch verwickelte. Die Polizeiangehörigen kontrollierten daraufhin diesen Mann – einen 48-jährigen Italiener. Erste Abklärungen ergaben, dass sich dieser gegenüber dem Betagten als früheren Arbeitskollegen ausgab und ihm etwas verkaufen wollte. Kurz darauf konnte das Fahrzeug des Tatverdächtigen festgestellt werden, in dem sein 29-jähriger Komplize sass und im Kofferraum befanden sich neue, von der Qualität her aber äusserst minderwertige Lederjacken, die zu "absolut überhöhten Preisen" hätten verkauft werden sollen. Die beiden Männer hatten allerdings noch keine Verkäufe getätigt und ein Betrug konnte ihnen nicht nachgewiesen werden, so dass die Polizei - so Staatsanwaltschafts-Sprecher Markus Melzl zu OnlineReports - nicht weiter aktiv werden konnte. Sie wurden dahingehend in Kenntnis gesetzt, "dass es sich allenfalls um Vorbereitung auf verbotenes Hausieren handelt, entsprechend belehrt und weggewiesen". (26. Mai 2004)


Auto raste in Baum: Zwei Verletzte

LANGENBRUCK. - Mit einem Baum kollidierte gestern Dienstagabend um 23.30 Uhr kurz vor Langenbruck ein Personenwagen. Dieser fuhr auf der Kantonsstrasse von Waldenburg kommend in Richtung Langenbruck. Kurz vor der Ortseinfahrt Langenbruck, etwa 100 Meter vor dem Salzsilo, musste der Lenker einem Tier auf der Fahrbahn ausweichen. Dabei verlor er die Herrschaft über sein Fahrzeug und kollidierte mit einem Baum. Der leichtverletzte Lenker musste mit der Sanität Liestal und seine Beifahrerin mit Verdacht auf Rückenverletzungen durch die Rega ins Spital überführt werden. (26. Mai 2004)


Auch SP gegen Baselbieter Hanfgesetz

LIESTAL. - Der Baselbieter Justiz- und Polizeidirektorin Sabine Pegoraro bläst dichter Rauch ins Gesicht: Nach den Jungfreisinnigen lehnen jetzt auch die Baselbieter Sozialdemokraten ihren Entwurf eines "Gesetzes über den Anbau und die Abgabe von Hanf und Hanfprodukten" kategorisch ab. Die SP hält ein Gesetz dieser Stossrichtung für "unnötig und falsch". Dies heisst es in der SP-Vernehmlassungsantwort zum "drogenpolitischen Schnellschuss". "Kein Verständnis" hat die Linkspartei dafür, "dass die Baselbieter Regierung ein kantonales Hanfgesetz in die Vernehmlassung schickt, während auf eidgenössischer Ebene die Revision des Betäubungsmittelgesetzes noch nicht abgeschlossen ist". Dieser "drogenpolitische Alleingang" sei falsch und nicht gerechtfertigt. In den letzten Monaten sei die Zahl der Hanfläden aufgrund vermehrter Kontrollen im geltenden gesetzlichen Rahmen markant zurückgegangen. Dies zeige auf, dass kein erhöhter Handlungsbedarf bestehe. Die SP anerkennt, dass den Anliegen des Jugendschutzes in der Drogenpolitik stark Rechnung getragen werden muss. Sie glaubt aber nicht, dass ein Abdrängen des Konsums in die Illegalität bei Jugendlichen präventiv wirkt. Auch für erwachsene Cannabis-Konsumentinnen und –Konsumenten biete das neue Gesetz überhaupt keine befriedigende Lösung. Auch diese für sich selbst verantwortlichen Personen würden in die Illegalität abgedrängt. (25. Mai 2004)


Krise noch nicht überstanden: "CO 13"-Geschäftsleiter freigestellt

BASEL. - Die Krise um die Eingliederungs-Werkstätten "CO 13" an der Colmarerstrasse in Basel, von OnlineReports erstmals publik gemacht, scheint nocht nicht ganz durchgestanden: Gestern Montag wurde Geschäftsleiter Ulrich Hugentobler freigestellt. Diese Information von OnlineReports wurde heute von Marco Fabris, dem "CO 13"- Administrationschef und interimistischen Leiter der Werkstätten, bestätigt: "Wir sahen ihn gestern kurz, dann verabschiedete er sich und ging." Morgen Mittwoch sollen die Mitarbeitenden durch den Vorstand über die Mutation an der Spitze des Untrnehmens für Arbeitsrehabilitation informiert werden. Hugentobler war für die Krise mitverantwortlich gemacht worden. Fabris wollte sich über sein Verhältnis zum Chef und über mögliche Hintergründe der Freistellung nicht äussern. Er wisse selbst auch nicht mehr: "Wir sind im Offside, was die Information betrifft." Fest stehe bisher einzig, dass er, Fabris, den Betrieb interimsweise führe, bis eine neue Führungspersönlichkeit gefunden sei. - Interimsweise wird der Trägerschaftsverein auch durch den derzeitigen Vorstand geführt, nachdem der alte Vorstand an der ausserordentlichen Generalversammlung vom 16. März kollektiv zurückgetreten war. An der ordentlichen Generalversammlung im Juni soll ein definitiver neuer Vorstand gewählt werden.

Interims-Präsident Jean-Claude Petitpierre betonte gegenüber OnlineReports, Hugentoblers Abgang sei "in gegenseitigem Einvernehmen" geschehen. In mehreren Gesprächen - das letzte davon gestern Montag - habe der Vorstand den Wunsch geäussert, das Arbeitsverhältnis mit dem amtierenden Geschäftsführer aufzulösen. Hugentobler selbst habe darauf gebeten, seine Stelle fristlos verlassen zu können. Der Vorstand habe diesem Wunsch "im Sinne eines Entgegenkommens" (Petitpierre) entsprochen. Die Stelle soll nun ausgeschrieben und die Nachfolge "so rasch wie möglich" geregelt werden. (25. Mai 2004)

> ECHO

"Über Namensnennung befremdet"

In Ihren Berichten über die Probleme der "CO 13" finde ich es sehr befremdend, dass Sie den Namen des Geschäftsführers veröffentlichen. Da offensichtlich noch nicht bekannt ist, warum Herr Hugentobler frei gestellt wurde und letzlich unabhängig von den Gründen, stellten Sie ihn namentlich an den Pranger. In der schwierigen Sandwich-Position, in der sich viele GeschäftsführerInnen von sozialen Institutionen befinden, gibt es vielschichtige Ursachen für Differenzen, die nicht selten historisch bedingt sind. Andererseits sind die Handlungsfreiheiten und Spielräume häufig eingeschränkt. Die unübliche Veröffentlichung des Namens geht in Richtung einer Vorverurteilung und wirft bei mir die Frage nach der Quelle Ihrer Informationen auf und welchen Wert Sie auf eine sachliche und objektive Berichterstattung legen.

Angelika Löwenbrück
Allschwil


Wir halten die Veröffentlichung des Namens fraglos für gerechtfertigt: Herr Hugentobler war der oberste Führungsverantwortliche einer sozialen Institutution, die weitgehend öffentlich finanziert wird. Es wurden gegen ihn keinerlei rechtlich relevante Vorwürfe erhoben. Von einer "Vorverurteilung" zu sprechen, halten wir für abwegig. -red.


Basler Klybeckstrasse soll aufgewertet werden

BASEL. - Die immer stärker von Migrantinnen und Migranten bewohnte Klybeckstrasse im Kleinbasel soll aufgewertet werden. Die Regierung beantragt dafür dem Grossen Rat einen Kredit in der Höhe von vier Millionen Franken. Die Umgestaltung wichtigen Verkehrsachse im Abschnitt Klingentalgraben bis Markgräflerstrasse leiste einen "wichtigen Beitrag zur Aufwertung des Kleinbasels", heisst es in einer Medienmitteilung. Das Projekt sieht verschiedene bauliche Massnahmen vor: Eine Verbreiterung und Aufwertung der Trottoirs verbessert die Wohn- und Aufenthaltsqualität; die Realisierung von Trottoirüberfahrten zu den angrenzenden Tempo 30-Zonen sorgt für mehr Fussgängersicherheit; ein neuer Strassenquerschnitt schafft Überholmöglichkeiten von Tram- und Veloverkehr; die Neuanordnung der Auto-, Anlieferungs- und Veloparkplätze ermöglicht grosszügigere Trottoirbereiche und eine Verbesserung der Übersichtlichkeit; die Umgestaltung der Tramhaltestellen schliesslich ermöglicht mehr Sicherheit und Qualität beim Ein- und Aussteigen. Die Vorlage wird voraussichtlich im Herbst 2004 dem Grossen Rat zur Genehmigung vorliegen. Mit dem Baubeginn wird Mitte 2005 gerechnet. (25. Mai 2004)


Brand in der Toilette des St. Johann-Schulhauses

BASEL. - Heute Dienstagmorgen um 8.45 Uhr wurde die Berufsfeuerwehr alarmiert, weil aus einer Toilette des Basler St. Johann-Schulhauses dichter schwarzer Rauch quoll. Die Feuerwehr war mit dem grossen Löschzug und 17 Einsatzkräften laut Polizeiangaben "sofort zur Stelle", brachte die rund 80 anwesenden Primarschüler mit Hilfe des Abwarts und der Lehrkräfte aus dem Gebäude und löschte gleichzeitig einen in Brand geratenen Handtuchautomaten. Nach dem Belüften des Schulhauses konnte der Unterricht wieder aufgenommen werden. Im Bereich der betroffenen Toilette entstand Gebäudeschaden. Die Brandursache ist noch unbekannt. Das Kriminalkommissariat ermittelt. (25. Mai 2004)


Zuviel Krach: Birsfelden schliesst Birskopf-Matte ab 22 Uhr

BIRSFELDEN. - Sie zählt zu den wichtigsten und attraktivsten Erholungsorten der Region Basel - jetzt muss die Gemeinde durchgreifen: Die Birskopf-Matte an der Birsmündung direkt am Rhein wird zwischen 22 und 6 Uhr geschlossen. Dies teilt der Gemeinderat heute "schweren Herzens" mit. Er freut sich zwar darüber, dass immer mehr Menschen die Birskopfmatte nutzen. Doch unter ihnen seien "leider viele Personen, die kaum oder nicht Rücksicht nehmen auf die Nachbarschaft". Bis spät in die Nacht werde laut gelacht, Musik gehört und selbst Bongo gespielt. Überdies würden Autos wild und unerlaubt parkiert. Mit "zunehmendem Aufwand" habe der Gemeinderat in den letzten Jahren versucht, die Besucher abends zu ruhigem Verhalten zu veranlassen. Leider sei der Erfolg der Bemühungen ungenügend. Die Lärmbelästigung seien für die Anwohner nun "nicht mehr zumutbar". Eine Sicherheitsfirma, die Gemeinde- und die Kantonspolizei überwachen fortan die Einhaltung des aufenthalts-Verbots. Sie seien befugt, Ausweiskontrollen vorzunehmen und Verstösse gegen dieses Verbot dem Gemeinderat zu melden. Zur Information sind am Rand der Birskopf-Matte Informationstafeln aufgestellt worden; ebenso wird vor dem Birskopfsteg eine Informationsleuchtschrift angebracht. Tagsüber erscheint auf der Infotafel eine Uhr mit Zeitangabe. Zwischen 21.45 und 24.00 Uhr wird zusätzlich eine Leuchtschrift mit Text "Die Gäste sind gebeten, das Gelände ab 22.00 Uhr zu verlassen" zugeschaltet. (25. Mai 2004)


> ECHO

"Die Folgen kennen wir"

Genau das funktioniert immer weniger, lieber Herr Imber, nämlich ihre freisinnige Partei-Parole "Mehr Freiheit, Verantwortung und Toleranz", was sich eigentlich schön und nach freiem Sinn anhört, aber immer öfters ausgelegt wird mit "Jeder darf machen was er will". Die Folgen davon kennen wir ja, auf der Birskopf-Matte im Kleinen, in der Politik im Grossen und Ihre Mutterpartei mischt da munter mit, wahrlich nicht als Vorbild.

Bruno Heuberger
Oberwil

"Mehr Freiheit, Verantwortung und Toleranz"

Der Entscheid der Gemeinde zur Nachtschliessung der Birskopf-Matte ist aus Sicht von Gemeinde und Anwohnern sicherlich verständlich. Gleichzeitig schmerzt die Tendenz des Verlustes von immer mehr Freiräumen für die Jugend, konnten sie sich doch am Birskopf im kurzen Schweizer Sommer ihre Lebensfreude nachgehen. So verwundert es nicht, wenn Jugendliche, ihrer Freiheit und Räume immer mehr beraubt, gesellschaftlich negativ Auffallen. Das wiederum führt dann zu einem Teufelskreis, weil gleichzeitig dieses negative Auffallen wieder weiter bekämpft wird (siehe Baselbieter Hanf- oder Tabakgesetz). Unsere Gesellschaft braucht Freiräume zum leben, sie braucht wieder mehr Freiheit, Verantwortung und Toleranz. Nur so können wir langfristig konfliktfrei auf unserem eng begrenzten Raum miteinander leben.

Siro Imber
Präsident Jungfreisinnige Baselland
Allschwil


Lohnausweis-Bürokratie: Erfolg für Hans Rudolf Gysin

BERN/LIESTAL. - In seinem Kampf gegen bürokratische Auswüchse beim neuen Lohnausweis hat der Baselbieter FDP-Nationalrat Hans Rudolf Gysin heute einen wichtigen Teilerfolg errungen: Die nationalrätliche Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK) hat mit 13 zu 9 Stimmen seiner Parlamentarischen Initiative in Form einer allgemeinen Anregung zugestimmt. Gysin will sich nicht generell der Neukonzeption des Lohnausweises widersetzen, er kämpft aber gegen den durch die Schweizerische Steuerkonferenz und die Eidgenössische Steuerverwaltung in eigener Regie vorgeschlagenen Entwurf, der erhebliche administrative und steuerliche Zusatzbelastungen für kleine und mittelgrosse Unternehmen zur Folge hätte. Über den neuen Ausweis, so der Direktor der Wirtschaftskammer Baselland, würden neue Steuern generiert. Gysin verlangt, dass materielle Veränderungen der Steuergesetzgebung nur durch den Gesetzgeber selbst vorgenommen werden können, was Änderungen zulasten der KMUs erschwert. Der Nationalrat wird die Initiative voraussichtlich in seiner Juni-Session behandeln. (24. Mai 2004)


Bockiger Landeigentümer: Kein Oekostrom-Kraftwerk in Lausen

LAUSEN BL. - An einem einzigen bockigen Landeigentümer scheitert ein ökolgisch motiviertes Kleinwasserkraftwerk in Lausen: Nach zweijährigen Verhandlungen mit dem Grundbesitzer warf die Elektra Baselland (EBL) nun das Handtuch. Konkret geht es um eine Renovation des nicht mehr in Betrieb stehenden Kraftwerks der Mühle in Lausen. Mit einem Kredit von 600'000 Franken, den der Verwaltungsrat schon im August 2002 bewilligt hatte, hätte das Kraftwerk renoviert und wieder in Betrieb genommen werden sollen. Das Projekt hätte den Strombedarf von 70 Haushaltungen gedeckt.

Doch soweit kommt es nun nicht: Erwin Christen, der Eigentümer der Parzelle der früheren Papiermühle und somit auch Miteigentümer des Wasserzuleitungskanals, weigerte sich konsequent, dem Projekt zuzustimmen. Weil für die Realisierung des Oekostrom-Projekts die Zustimmung aller Landeigentümer nötig ist, sieht die EBL jetzt von einer weiteren Verfolgung des Projekts ab. Auf lange Rechtshändel, so Beat Andrist, Leiter der EBL-Abteilung Energie zu OnlineReports, wolle sich die Elektra Baselland nicht einlassen. Für die sture Haltung Christens lässt die EBL indes wenig Verständnis durchblicken, da sie sämtliche Sanierungskosten übernommen hätte und auch "die Anrainer für allfällige negative Folgen aus dem Kraftwerksbetrieb schadlos gehalten" hätte. Christen beruft sich offenbar auf das "ehehafte Recht auf Wasser". Da die Mühle längst nicht mehr in Betrieb ist, ist diese Begründung wenig plausibel. Christen war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Das Projekt wäre aus dem sogenannten "Rheinstromfonds" finanziert worden. Es handelt sich dabei um ein ökologisches EBL-Produkt, an dem rund 1'600 Kunden teilnehmen: Sie zahlen pro bezogene Kilowattstunde drei Rappen mehr, erhalten dafür aber Strom aus nachhaltiger Produktion. (24. Mai 2004)


Pensionskasse des Basler Staatspersonals: Millionen-Defizit

BASEL. - Mit einem Defizit von 6,7 Millionen Franken schliesst die Jahresrechnung 2003 der staatlichen Pensionskasse Basel-Stadt (PKBS) ab. Dies ist einem heute veröffentlichten Communiqué zu entnehmen. Das Vermögen stieg um 294 Millionen Franken von 6,8 auf 7,01 Milliarden Franken. Die Vermögenszuwachs resultiert - dank guter Entwicklung an den Weltbörsen - aus einem Ertrag von 480 Millionen Franken, was einer Performance von 7,2 Prozent entspricht, und einem Nettoabfluss an liquiden Mitteln in Höhe von 186 Millionen Franken. Dieser Abfluss ergebe sich daraus, dass "die Beiträge der Arbeitgeber und Arbeitnehmer jedes Jahr tiefer sind als die ausbezahlten Leistungen". Die Performance der Aktien der PKBS liegt "bei sehr guten 28 Prozent". Auch die Ergebnisse in den Kategorien Liquidität, Obligationen sowie Hypotheken seien ansprechend. Einzig bei den Immobilien habe aufgrund von Wertberichtigungen ein "leicht negatives Ergebnis" hingenommen werden müssen. Trotz dieses guten Ergebnisses bei den Anlagen resultierte für die Kasse insgesamt ein Aufwandüberschuss von 6,7 Millionen Franken. Dies bedeute, dass der Vermögensertrag von 480 Millionen Franken nicht ausreichte, den Nettoversicherungsaufwand (Beiträge von Arbeitgebern und Arbeitnehmer minus Leistungen an die Versicherten minus Bildung von Vorsorgerückstellungen für künftige Leistungen) von 487 Millionen Franken zu decken. Die Deckungslücke des Staates stieg entsprechend um diesen Betrag und betrug Ende letzten Jahres 2,267 Milliarden Franken. Der Deckungsgrad - das Verhältnis von vorhandenem Vermögen zu Verpflichtungen - erhöhte sich aufgrund des gestiegenen Vermögens leicht von 72,1 auf 72,9 Prozent. (24. Mai 2004)


Wallstrasse-Überfall auf alte Frau: Täter gefasst

BASEL. - Am 16. Mai wurde an der Wallstrasse in Basel eine 73 Jahre alte Frau von einem unbekannten Täter angegriffen und beraubt. Die Ermittlungen führten nun zur Festnahme des Räubers. Der 19-jährige Schweizer ist geständig. (24. Mai 2004)


Bewaffneter Raubüberfall auf Tankstellenshop

THERWIL BL. - Ein bewaffneter Raubüberfall wurde am späten Samstagabend kurz vor Mitternacht auf einen Tankstellenshop an der Reinacherstrasse in Therwil verübt. Verletzt wurde niemand, die Täterschaft, von der bis zur Stunde jede Spur fehlt, erbeutete Bargeld in der Höhe von einigen hundert Franken. - Um 23.44 Uhr betraten zwei maskierte und Baseldeutsch sprechende Männer den Tankstellenshop und verlangten von den beiden anwesenden Mitarbeiterinnen die Herausgabe von Bargeld. Einer der beiden Männer war mit einer Faustfeuerwaffe bewaffnet. Danach flohen die beiden Gangster zu Fuss in unbekannte Richtung. Der eine Täter ist 170 bis 175 cm gross, der andere 180 bis 185 cm. Die Polizei sucht Zeugen. (23. Mai 2004)


FCB-Meisterfeier: Riesen-Party, aber zahlreiche Zwischenfälle

BASEL. - Nach der Entgegennahme des Meisterpokals und dem 2:1-Sieg über Young Boys kam es am Samstagabend rund um den Basler Barfüsserplatz zu einer riesigen Sieger-Party zu Ehren des FC Basel. Höhepunkt: Der Auftritt der Mannschaft auf dem Balkon des Casinos.

Nach Polizeiangaben kam es dabei "zu keinen besonders gravierenden Zwischenfällen oder grösseren Sachbeschädigungen". Ein starkes Polizeiaufgebot, das Absperren kritischer Zonen mit Stacheldraht und das rasche Eingreifen bei "sich abzeichnenden Gefahrenmomenten" habe die Meisterfeier zu einem "weitgehend ungestörten Ereignis" werden lassen. Trotzdem hatte die Sanität alle Hände voll zu tun. Gründe waren der hohe Alkoholkonsum, Scherben am Boden und unvorsichtiges Abbrennen von Bengalen. Bis 2 Uhr morgens mussten gegen 60 Personen ambulant behandelt oder ins Spital eingeliefert werden mit Verbrennungen, Rauchgasvergiftungen und Atemnot. Am gravierendsten wurde ein Mann verletzt, dem eine Bierfalsche an den Kopf geschlagen wurde. Der Täter konnte ermittelt werden. Insbesondere auf dem Barfüsserplatz fiel eine hohe Zahl stark Betrunkener auf. Von ihnen mussten einige ärztlich behandelt werden, andere mussten von der Polizei auf die Bezirkswachen City und West zur Ausnüchterung gebracht werden. Unter ihnen auch eine Gruppe Randalierer, die Bierflaschen gegen die Barfüsserkirche schmissen.

Obschon im weiteren Umkreis des Barfüsserplatzes kein Bier in Flaschen und Gläsern ausgeschenkt wurde, war das Festgelände mit Scherben übersät, die zu einigen Schnittverletzungen führten. Die Feuerwehr hatte zahlreiche Kleinbrände zu löschen, die allerdings lediglich geringen oder keinen Sachschaden anrichteten. (23. Mai 2004)


Zwei Verletzte bei Frontalkollision

FRENKENDORF BL. - Eine Frontalkollision ereignete sich gestern Samstagabend um 21.30 Uhr auf der Eggstrasse in Frenkendorf. Ein Personenwagenlenker fuhr auf der Eggstrasse vom Schulhaus kommend in Richtung Dorf und kollidierte dabei frontal mit einem korrekt entgegenkommenden Fahrzeug. Dessen Mitfahrerin sowie der Unfallverursacher wurden dabei leicht verletzt und mussten ins Spital verbracht werden. An beiden Fahrzeugen entstand Totalschaden. Die Eggstrasse musste während mehreren Stunden teilweise gesperrt werden. Dem Unfallverursacher wurde eine Blutprobe entnommen, das Ergebnis der Untersuchung ist nicht bekannt. (23. Mai 2004)


Asylwohnheim: 19-Jähriger stürzte bei Flucht auf die Strasse

BASEL. - Heute Samstagmorgen um 1 Uhr betrat eine Polizeipatrouille ein Asylwohnheim an der Horburgstrasse und klopfte im zweiten Stock an die Türe einer Wohnung. Die Fahnder waren auf der Suche nach einem rechtskräftig abgewiesenen Asylbewerber aus Marokko. Als niemand die Türe öffnete und die Polizisten wieder abzogen, lag ein schwer verletzter Mann auf dem Trottoir. Der Verletzte wurde umgehend in die Notfallstation des Kantonsspitals eingeliefert. Erste Abklärungen ergaben, dass sich der Verletzte, ein 19-jähriger Mann aus der Elfenbeinküste, in der betreffenden Wohnung aufgehalten haben dürfte. Als an der Wohnungstüre angeklopft wurde, wollte er höchstwahrscheinlich via Fenster aus der Wohnung klettern, wobei er stürzte. Beim Verletzten handelt es sich somit nicht um jene Person, die die Polizei gesucht hatte. Die Wohnung im zweiten Stock wurde unmittelbar darauf durch die Polizei geöffnet, doch hielten sich dort keine weitere Personen auf. Ob es sich beim Verletzten um einen Asylbewerber handelt, wird im Communiqué nicht mitgeteilt. Die Polizei prüft jetzt, was die Gründe seiner Flucht waren. (22. Mai 2004)


Motorradfahrer verletzt Fussgängerin schwer

LÄUFELFINGEN BL. - Bei einer schweren Kollision ist gestern Abend auf der Unteren Hauensteinstrasse zwischen Läufelfingen und der Passhöhe eine Fussgängerin durch einen Motorradfahrer schwer verletzt worden. Ein 27-jähriger Motorradlenker fuhr kurz vor 18 Uhr auf der Unteren Hauensteinstrasse in Richtung Passhöhe Unterer Hauenstein. Nach der Bockmattkurve und dem dortigen, rechtsseitigen Parkplatz beschleunigte er sein Motorrad und übersah eine Personengruppe, welche von rechts her kommend die Fahrbahn überquerte. In der Folge wurde eine 40-jährige Frau vom Motorrad erfasst. Die Frau musste mit schweren Verletzungen ins Spital geflogen werden. Die Strasse bleib während über zwei Stunden gesperrt. (21. Mai 2004)


FCB: Vierjahresvertrag für Argentinier César Carignano

BASEL. - Der FC Basel verpflichtet den knapp 22-jährigen argentinischen Stürmer César Andrés Carignano. Der neue Spieler, sein früherer Verein Colon und der FCB unterzeichneten einen Vierjahresvertrag mit Gültigkeit bis am 30. Juni 2008. Damit gehen sämtliche Rechte am Spieler an den FC Basel. Der gross gewachsene Fussballer (1,89 m) kommt von Colon de Santa Fé, einem Verein der höchsten argentinischen Liga, für den er vor drei Jahren im Profiteam debütierte und für den er seither in 67 Spielen 23 Tore erzielte. Zudem wurde Carignano bereits dreimal an einem Turnier in den USA in Argentiniens A-Nationalmannschaft eingesetzt. FCB-Trainer Christian Gross: "Er ist athletisch stark, er ist sehr ehrgeizig, sein Vorbild ist sein Landsmann Batistuta, und vor allem ist er ein offener, sehr positiver Typ." Carignano ist nach dem australischen Offensivspieler Mile Sterjovski (Lille) der zweite Transfer, den der FCB im Hinblick auf die nächste Zukunft getätigt hat. Der FCB, so heisst es in einem Communiqué, erwarte seinen neuen Spieler "rechtzeitig zum Trainingsbeginn am 16. Juni in Basel". (20. Mai 2004)

Zur Person:
Name: César Andrés Carignano
Geburtsdatum: 28. September 1982
Nationalität: Argentinier
Geburtsort: Freyre (Cordoba, Argentinien)
Bisheriger Wohnort: Santa Fé
Position: Stürmer
Grösse: 1,89 m
Gewicht: 83 kg
Karriere: Bis 1996: Juniorenzeit in Freyre; 1996-2004: Colon de Santa Fé
Profidebut: 13.05.01: Colon-Gimnasia 0:1
Profispiele: 67 Spiele/23 Tore für Colon
Nationalteam: Drei A-Länderspiele für Argentinien


Schüler überstützen SP-Initiative gegen Schulgebühren

LIESTAL. - Die SP Baselland erhält bei der Lancierung ihrer Initiative gegen die Einführung von Schulgebühren jugendlichen Support: Die Schülerorganisationen der Baselbieter Mittelschulen und die Schülerorganisation Baselland (SOBL) unterstützen das Volksbegehren gegen den Plan, nachobligatorische Schulen gebührenpflichtig zu machen. Die "momentane Spareuphorie" führe nicht nur zu einer quantitativen und qualitativen Verschlechterung der Ausbildung, sie werde auch "zu Lasten der finanziell schlechter gestellten Bevölkerungsschichten" ausgelebt, heisst es in einem Communiqué der Schüler. Es dürfe nicht sein, dass die Ausbildung einer Schülerin oder eines Schülers von der finanziellen Lage des Elternhauses abhängig ist. Ein Zwei-Klassen-Schulsystem sei "unter allen Umständen zu verhindern". (19. Mai 2004)


Combino kommt Siemens teurer zu stehen als erwartet

BASEL/MÜNCHEN. - Das weltweite Combino-Debakel kommt den Münchner Elektrokonzern Siemens "erheblich" teurer als bisher angenommen. Dies berichtete heute Dienstag der Deutschlandfunk unter Berufung auf einen Bericht der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". Dieser Zeitung liegt ein interner Bericht vor, wonach "alle 450 weltweit verkauften Strassenbahnen vom Typ Combino mit Ausnahme des Räderwerks völlig neu gebaut werden" müssten. Die dafür gebildeten 370 Millionen Euro an Rückstellungen für die Reparatur der Fahrzeuge reichten jedoch "bei weitem" nicht aus. Der Hauptmangel des Combino liegt in dessen unflexiblen Aufbau. Stillgelegt wurden die Combino-Flotten weltweit aus Sicherheitsgründen: Einstürze der Dächer, auf denen zentrale Betriebsteile untergebracht sind, können nicht ausgeschlossen werden. In Basel sind 7 von 27 Combino-Kombinationen nach einer eingehenden Prüfung provisorisch wieder in Betrieb. - Noch deutlicher äussert sich "Spiegel online" zum Siemens-Absturz: Die Niederflurtrams seien so schlecht konstruiert, dass sie "nicht einmal mit nachträglichen Verbesserungen zu retten sind". (18. Mai 2004)


Fussgänger auf Fussgängerstreifen angefahren

GELTERKINDEN. - Heute Dienstag morgen kurz vor 7.30 Uhr kam es im Bereich eines Fussgängerstreifens an der Sissacherstrasse in Gelterkinden zu einer Auffahrkollision zwischen einem Personen- und einem Lieferwagen, in dessen Folge ein Fussgänger, welcher sich auf dem Fussgängerstreifen befand, angefahren und verletzt wurde. Ein 20-jähriger Mann war von der rechten Seite her auf den Fussgängerstreifen hinaus getreten. Eine Personenwagenlenkerin, die aus Fahrtrichtung Sissach in Richtung Gelterkinden-Dorf unterwegs war, hielt ihr Fahrzeug korrekterweise an. Der 33-jährige Lenker eines hinter dem Personenwagen fahrenden Lieferwagens erkannte die Situation zu spät und prallte von hinten in den Personenwagen. Dieser wiederum wurde dadurch gegen den Fussgänger katapultiert. Der Fussgänger musste in Spitalpflege überführt werden. Sowohl die Lenkerin des Personenwagens als auch der Fahrer des Lieferwagens erlitten einen Schock und wurden zur Beobachtung ebenfalls ins Spital gebracht. An beiden Fahrzeugen entstand grosser Sachschaden, sie mussten abgeschleppt werden. (18. Mai 2004)


Baselland will 174 Millionen und 60 Stellen streichen

LIESTAL. - Auch die Baselbieter Regierung setzt radikal den Rotstift an: Im Jahr 2007 will sie mit 262 Einzel-"Massnahmen" 174 Millionen Franken einsparen. Dies beschloss heute Dienstag der Steuerungsausschuss, bestehend aus dem Gesamtregierungsrat und dem Kantonsgerichtspräsidenten. Das Paket soll in den kommenden vier Wochen mit den politischen Parteien, den Gemeinden und den Personalverbänden diskutiert werden. Die Entlastungen werden rund hälftig auf der Aufwand- und Ertragsseite erzielt.

Die Einsparungen im Rahmen der Generellen Aufgabenüberprüfung (GAP) mit einem Volumen von 156 Millionen Franken im Einzelnen:

Allgemeine Verwaltung 0.2 Mio.
Finanz- und Kirchendirektion 57.3 Mio.
Volkswirtschafts- und Sanitätsdirektion 19.5 Mio.
Bau- und Umweltschutzdirektion 10.3 Mio.
Justiz-, Polizei- und Militärdirektion 16.6 Mio.
Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion 32.6 Mio.
Kantonsgericht 0.9 Mio.
Querschnittsmassnahmen 18.1 Mio.

Auf der Aufwandseite sind unter anderem folgende Sparmassnahmen vorgesehen: "Gezieltere Ausrichtung der Krankenkassen-Prämienverbilligungen", Revision des Kinder- und Jugendzahnpflegegesetzes, Nachhaltiges Outsourcing von Strassenbau und -unterhalt, Reduktion des Reinigungsstandards für alle Gebäude der kantonalen Verwaltung, Reduktion der Anzahl auszubildender Polizisten, Reduktion der gesamten Lehrerlektionen, verstärkte Koordination der Informatikstrategie.

Auf der Ertragsseite sind geplant: Aufhebung des Motorfahrzeugsteuer-Rabatts, zusätzliche Anstellung von Steuerrevisoren und Veranlagungsmitarbeitern, Einführung Lohmeldepflicht für Arbeitgebende zur Reduktion der Steuerhinterziehung, Akkreditierung von Belegärzten in der Geburtshilfe am Kantonsspital Liestal, Verrechnung polizeilicher Leistungen an die Gemeinden. Das Entlastungspaket hat bis zum Jahr 2007 einen Abbau von 60 Stellen zur Folge. Der Stellenabbau kann praktisch vollständig mittels Fluktuation und vorzeitiger Pensionierung vollzogen werden.

Für die Gemeinden sei das Entlastungspaket, so die Regierung, "insgesamt kostenneutral", wobei sie aber "Leistungen, die der Kanton für sie erbringt, vermehrt abgelten sollen". Nach der Durchführung von Hearings mit den politischen Parteien, den Personalverbänden und den Gemeinden, möchte der Steuerungsausschuss das Entlastungspaket vor den Sommerferien definitiv beschliessen. Die Vernehmlassung zur Landratsvorlage soll im September 2004 eröffnet werden. Im Februar 2005 ist die Überweisung der Vorlage an den Landrat vorgesehen. (18. Mai 2004)


Nochmals 100 Millionen sparen: Zweites Basler Streich-Konzert

BASEL. - Nach dem ersten Sparpaket der Basler Regierung vor einem Jahr muss die Kantonsverwaltung in den Jahren 2005 und 2006 nochmals 100 Millionen Franken einsparen. Die Regierung stellte ihre Sparpläne heute in Basel vor. Grund für das neue Sparpaket ist das strukturelle Defizit, dass mit dem ersten Sparpaket nicht beseitigt werden konnte. So sind die Sozialkosten in den vergangenen Jahren je um rund 5 Prozent gestiegen. Der Finanzplan sieht in den nächsten Jahren stark wachsende Defizite vor. Folge: Die immense Schuldenlast von heute 3,5 Milliarden Franken würde ohne Einsparungen weiter wachsen und den Handlungsspielraum einengen. Neue Einnahequellen wie beispielsweise höhere Steuern stehen für die Regierung nicht zur Diskussion.

Die Einsparungen sind verbunden mit einem Abbau von rund 300 Stellen. Das Sparpaket soll in raschem Tempo umgesetzt werden. Bis Mitte Juni dauert die Vernehmlassung und schon im Herbst will die Exekutive dem Grossen Rat eine Vorlage unterbreiten. Die finanzielle Eckwerte des Kantons Basel-Stadt sind anhaltend ungünstig: Das höchste Pro-Kopf-Einkommen in der Schweiz, eine überdurchschnittliche Steuerbelastung und die höchsten Pro-Kopf Ausgaben aller Kantone.

Im Gegensatz zum ersten Sparpaket wird jetzt auch in der Bildung (-15 Millionen Franken) gespart: In Kindergärten und Volksschulen wie in oberen Schulen kommt es zu grösseren Klassen und einem Abbau von Wahlfächern. Im Kulturbereich kommt es zu Kürzungen von Kleinsubventionen und Budgetreduktionen in Museen und Ressorts. Im Sanitätsdepartement (-17,5 Millionen) bringt allein die Überprüfung des medizinischen Versorgungsangebots Einsparungen von sieben Millionen Franken. Breit gespart wird im Sozialbereich des Wirtschafts- und Sozialdepartement (-20,5 Millionen). So werden die Beihilfen für zu Hause wohnende abgeschafft und Prämienverbilligungen reduziert. Die BVB reduziert das Angebot in Spitzenzeiten, während der Tarifverbund Nordwestschweiz eine Tariferhöhung plant.

In Absprache mit Baselland will das Finanzdepartement zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung die Lohnmeldepflicht für Arbeitgeber (diese müssen die Lohnausweise direkt an die Steuerverwaltungen einschicken) einführen. Daraus sollen jährlich 10 bis 20 Millionen Franken zusätzliche Steuererträge resultieren.

Reaktionen:

• Geduld fordert die Vereinigung Evangelischer Wählerinnen und Wähler (VEW) in einer bemerkensweerten Stellungnahme. Sie warnt davor, dem Baselbiet wegen seiner Haltung "offen oder versteckt mit Repressalien zu drohen". Dies sei "ebenso verwerflich wie die verbalen Entgleisungen verschiedener Exponenten baselstädtischer Regierungsparteien". Der Vorwurf, der Kanton Basel-Stadt leiste sich auf Kosten seiner Nachbarkantone eine überdimensionierte Verwaltung, sei ernst zu nehmen. Diesem Vorwurf könne die Spitze genommen werden, wenn sich die baselstädtische Regierung "herbeiliesse, getrennte Rechnungsführungen für kommunal-städtische und für kantonale Aufgaben zu etablieren", so wie dies die VEW wiederholt gefordert hat. Ohne diese Transparenz verharre Basel-Stadt in einem "permanenten Beweisnotstand" - und dies nicht nur gegenüber dem Kanton Baselland.

• Die linksgrüne Partei "Basta" will das Sparpaket an die Regierung zurückweisen: Es liege "völlig quer in der politischen Landschaft, insbesondere nach den Abstimmungsergebnissen vom vergangenen Sonntag". Mit dem deutlichen Nein zum Steuerpaket hätten die Stimmberechtigten zum Ausdruck gebracht, dass sie "keinen weiteren Abbau von staatlichen Dienstleistungen wünschen". Ein Leistungsabbau wäre "bei den Spitzenlöhnen oder im EDV-Bereich" möglich gewesen. Besonders sauer stösst "Basta" die Streichung der kantonalen Beihilfen und die Reduktion bei den Prämienverbilligungen auf. Besonders Frauen seien davon am stärksten betroffen.

• "Besorgnis" äussert die SP. Sie bedauert insbesondere, "dass ein grosser Teil der vorgeschlagenen Kürzungen ausgerechnet die Alten, Familien und/oder Sozialhilfeempfangenden betrifft und damit die Kluft zwischen Armen und Reichen weiter vergrössert wird". Das Sparpaket sei nötig geworden, weil "die Einnahmenausfälle durch die in den letzten Jahren beschlossenen Steuersenkungen den Staatshaushalt erheblich belasten". Anderseits habe sich die Regierung "leider keine Gedanken dazu gemacht, die besser Verdienenden unter den Staatsangestellten stärker zu belasten". Begrüsst wird von der SP die Lohnmeldepflicht.

• "Besorgnis" melden auch die Grünen Basel-Stadt: "Mit Unverständnis müssen wir feststellen, dass die Sparmassnahmen ganz direkt die Menschen betreffen, die es heute schon schwer haben. Die Reduktion der Prämienverbilligung bei der Krankenkasse und die Abschaffung der Beihilfen lässt vor allem bei Familien mit kleinem Einkommen und älteren Leuten befürchten, dass sich für diese Menschen die Spirale noch weiter nach unten drehen wird." Die Sparmassnahmen bei der Bildung treffen Familien mit Kindern gleich nochmals. Ebenso seien dieselben Menschen von den Sparmassnahmen beim öffentlichen Verkehr betroffen. (18. Mai 2004)


Engpass: SVP auf Kandidaten-Suche per Internet

BASEL. - Trotz ihres starken Zulaufs hat die Basler SVP ein Rekrutierungsproblem: Jetzt sucht sie auf ihrer Website Interessenten, die bereit sind, auf ihren Listen für den Grossen Rat zu kandidieren. "Sind sie auch ein Typ, der Klartext spricht, Rückgrat hat und kein Blatt vor den Mund nimmt?", umreisst die Partei das Anforderungsprofil angehender Grossräte. Parteipräsidentin Angelika Zanolari bestätigte gegenüber OnlineReports den Engpass an Gleichgesinnten, die bereit seien, ein Parlaments-Mandat anzunehmen. "Wir haben zwar 250 Mitglieder, aber kaum Leute, die sich für eine Kandidatur zur Verfügung stellen." Dabei wären zahlreiche aktive SVP-ler nötig, wenn die Grossratswahlen den weiteren Vormarsch bestätigen, mit dem Angelika Zanolari rechnet. "20 Sitze wären für mich eine freudige Überraschung." Vor vier Jahren errang die SVP 14 der 130 Grossrats-Sitze, doch verlor die Fraktion kürzlich sieben Mandate an die dissidente "Bürger-Partei Basel", die sich von der regulären Kantonalpartei abspaltete, so dass die SVP-Fraktion derzeit noch sechs Mitglieder zählt. Das Rekrutierungsproblem führt Zanolari aber nicht auf den parteiinternen Konflikt zurück: "Das hätten wir so oder so gehabt." Kandidaten-Suche in eigenen Plattformen sei "gang und gäbe" und mit einem Mangel an Bewerbenden hätten auch andere Parteien zu kämpfen. So hätten "auch die Freisinnigen hätten schon in ihrem Parteiorgan nach Interessenten gesucht". Eine Gesinnungsprüfung bei potenziellen Neuinteressenten sei nicht vorgesehen, doch müssten sie sich mit dem Parteiprogramm der SVP identifizieren können und die Loyalitätserklärung unterschreiben können. Es sei zwar möglich, als Parteilose zu kandidieren, aber es werde erwartet, dass aus Gewählten auch treue SVP-Mitglieder werden. (18. Mai 2004)


73-jährige Frau an der Wallstrasse überfallen

BASEL. - Gestern Sonntag wollte eine 73 Jahre alte Frau kurz nach 16 Uhr an der Wallstrasse die Hauseingangstüre aufschliessen, als sie von einem unbekannten Täter angegriffen wurde. Der Täter packte die Frau an der Schulter und riss sie rückwärts mehrere Treppenstufen hinunter. Dabei raubte er ihr die Handtasche mit etwas mehr als 100 Franken sowie persönlichen Utensilien und flüchtete in Richtung Elisabethenstrasse. Beim Sturz auf der Treppe zog sich die Überfallene Verletzungen am Oberarm und an der Schulter zu und musste sich in ärztliche Behandlung begeben.
Gesucht wird: Unbekannter, etwa 25 Jahre alt und 180 cm gross, sehr kurze, dunkle Haare (fast kahl rasiert). Der Täter trug Jeans und ein beiges Sweatshirt. (17. Mai 2004)
Täter gefasst


Nicht mehr Partnerschaft / Keine City-Parkings und keine Pensionskassen-Reform / Basler Gratis-Sarg bleibt

LIESTAL/BASEL. - Die Baselbieter wollen keine stärkere rechtliche Verbindlichkeit in der Partnerschaft mit Basel-Stadt: Sowohl die beiden Jubiläumsinitiativen, die mehr Zusammenarbeit auf den Gebieten Gesundheit und Sicherheit verlangten, wie auch die SVP-Initiative "für eine faire Partnerschaft", die die Baselbieter Geldflüsse nach Basel begrenzen wollte, erschlitten allesam bösen Schiffbruch. Die Nein-Stimmen-Anteile liegen derzeit zwischen 67 Prozent (Partnerschaftsinitiativen) und 73 Prozent (SVP-Initiative). Mit einem Nein-Stimmen-Anteil zwischen 67 und 71 Prozent werden auch alle drei eidgenössischen Vorlagen des Steuerpakets abgelehnt. Stimmbeteiligung: 50 Prozent. - Die Baselbieter FDP begrüsst in einem Communiqué die deutliche Ablehnung der drei Partnerschafts-Initiativen. Diese hohe Ablehnung mache "die Bahn frei für eine gelebte Partnerschaft". - Die CVP freut sich laut einer Mitteilung über die klare Ablehnung der SVP-Initiative "für eine (un)faire Partnerschaft". Die Bevölkerung setze damit ein deutliches Zeichen für die Weiterführung der konstruktiven Zusammenarbeit mit Basel-Stadt. Die Ablehnung der beiden Jubiläumsinitiativen aber zeige, "dass für partnerschaftliche Zusammenschlüsse der politische Wille im Baselbiet fehlt".

• Anders als die Baselbieter will die Baselstädter Stimmbevölkerung sehr wohl mehr Partnerschaft: Dei beiden Initiativen wurden mit Mehrheiten von 84 und 85 Prozent deutlich angenommen, die SVP-Schulinitiative mit 62 Prozent dagegen deutlich abgelehnt. Mit 51 Prozent nur äusserst knapp abgelehnt wurde dagegen die DSP-Initiative, die Parkings auch in der Basler City ermöglichen wollte. Deutlich verworfen wurden die Reform der staatlichen Pensionskasse wie der Gegenvorschlag (mit 72 und 52 Prozent), dagegen bleibt der Basler Gratis-Sarg nach dem Willen von 65 Prozent der Stimmenden erhalten. Die eidgenössischen Vorlagen scheiterten auch in Basel-Stadt mit Nein-Mehrheiten von 61 bis 76 Prozent. Stimmbeteiligung: 53 Prozent (kantonal), 56 Prozent (eidgenössisch). (16. Mai 2004)
Kommentar zu Jubiläumsinitiativen


Regula Gysin wird neue Liestaler Stadtpräsidentin

LIESTAL. - Der Baselbieter Kantonshauptort Liestal bleibt in freisinniger Hand: Die 60-jährige Stadträtin Regula Gysin, Mutter von sechs erwachsenen Kindern, wurde heute Sonntag zur Nachfolgerin des zurücktretenden Marc Lüthi zur neuen Stadtpräsidentin gewählt. Bei einer Wahlbeteiligung von 51,4 Prozent schlug sie den grünen Spitzenkandidaten, Stadtrat Lukas Ott (38), der auch von den Sozialdemokraten unterstützt wurde. Gysin erreichte 1834 Stimmen, während Ott mit 1585 Stimmen unter dem Absoluten Mehr von 1727 Stimmen lag.
• In Birsfelden wird Hugo Holm (SP) neuer Gemeindepräsident und Nachfolger seines Parteikollegen Peter Meschberger.
• Auch in Binningen schaffte es SP-Mann Charles Simon als Nachfolgerin der Freisinnigen Bea Fünfschilling an die Spitze der Gemeindebehörden.
• In Reinach wird ein zweiter Wahlgang nötig. (16. Mai 2004)


Polizei konnte grössere Schlägerei verhindern

LAUFEN. - Dank einer raschen Reaktion, der starken Präsenz und des entschlossenen Eingreifens der Polizei konnte in der Nacht auf heute Sonntag, 16. Mai 2004, am Bahnhof in Laufen eine mögliche Gewaltaktion zwischen jungen Schweizern und jungen Ausländern verhindert werden. Auslöser der Streitigkeiten unter vorwiegend jugendlichen und jungen Personen war eine angebliche Ohrfeige eines ausländischen Staatsangehörigen gegen einen 16-jährigen alkoholisierten Schweizer auf dem Gelände der regionalen Gewerbeausstellung "Aglat", die an diesem Wochenende im Gebiet der Eissporthalle Laufen stattfindet. Eine erste Polizeipatrouille war rasch zur Stelle. Der von der Ohrfeige betroffene junge Mann verzichtete jedoch vor Ort darauf, eine Anzeige zu erstatten. In der Folge setzte sich ein anderer junger Schweizer vehement dafür ein, die Sache nicht polizeilich, sondern auf "eigene Art und Weise" zu regeln. Die Polizeikräfte versuchten mehrmals, den Jugendlichen zur Vernunft zu bringen. Dabei wurden die Polizisten teils tätlich angegriffen und verbal übel beschimpft. Schliesslich gelang es dem jungen Mann, eine Gruppe von 20 bis 30 Personen zu mobilisieren, welche sich auf den Weg in Richtung Bahnhof machte, wo es offenbar zu einer "Abrechnung" gegenüber Ausländern kommen sollte. Die Polizei zog innert wenigen Minuten aus dem ganzen Kantonsgebiet rund 15 zusätzliche Polizeikräfte bei und konnte damit eine mögliche gröbere Auseinandersetzung noch rechtzeitig verhindern. Verletzt wurde niemand. Der junge Trunkenbold, der als Rädelsführer zu bezeichnen ist, wurde trotz massiver körperlicher und verbaler Gegenwehr in Polizeigewahrsam genommen, im Verlauf des Sonntags aber wieder entlassen. Von rund 30 weiteren Personen (Schweizer und Ausländer) wurden die Personalien erhoben. Es handelte sich sowohl um Jugendliche wie auch junge Erwachsene. Der Rädelsführer sowie die weiteren an diesem "Umzug" beteiligten Personen haben mit strafrechtlichen Folgen zu rechnen. Die Jugendanwaltschaft hat gegen den Rädelsführer bereits ein Strafverfahren eröffnet. (16. Mai 2004)


Mile Sterjovski: Neuer Stürmer für den FC Basel

BASEL. - Der FC Basel 1893 hat im Hinblick auf die kommenden Saisons einen ersten Transfer getätigt und eine erste Lücke für den Offensivbereich geschlossen: Er hat den 25jährigen australischen Stürmer Mile Sterjovski für drei Jahre definitiv verpflichtet. Ein entsprechender Vertrag mit Gültigkeit bis am 30. Juni 2007 unterzeichneten der Verein und der neue Spieler heute Freitag in Basel. Der Angreifer stammt vom "Chipperfield"-Club Wollongong Wolves, spielte aber während der letzten vier Jahre beim französischen Erstdivisionär OSC Lille, für den er in der Champions League spielte und in rund 100 Spielen 17 Tore schoss. Im A-Nationalteam Australiens trat Sterjovski bisher neunmal auf, dazu kommen 19 Länderspiele in Nachwuchs-Nationalteams Australiens. (14. Mai 2004)

Angaben zur Person:
Name: Mile Sterjovski
Geboren: 27. Mai 1979
Nationalität: Australier
Position: Stürmer
Grösse: 1,81 m
Profi-Karriere: 1996-1997: Wollongong Wolves
1997-1999: Sydney United
1999-2000: Parramatta Power
2000-2004: OSC Lille (Frankreich)
International: 9 A-Länderspiele für Australien
7 U23-Länderspiele für Australien
12 U21-Länderspiele (5 Tore) für Australien


"Bonfol"-Sanierung: Rücktritt der Projektleitung gefordert

BASEL/BONFOL. - Radikale Kritik von Umweltschutz-Organisationen und Gewerkschaften am Konzept der Basler Chemischen Industrie (BCI) zur Sanierung der Chemiemülldeponie im jurassischen Bonfol: Die fünf im "Collectif Bonfol" zusammen geschlossenen Organisationen - darunter Greenpeace, Pro Natura, WWF und die Geerkschaft GBI - forderten heute an einer Pressekonferenz in Basel den Rücktritt der aus der Chemieindustrie rekrutierten Projektleitung und die Übergabe der Verantwortung an eine unabhängige Projektorganisation. Die Kritiker stützen ihre Kritik auf ein wissenschaftliches Gutachten der Chemiemüll-Experten Martin Forter und Jean-Louis Walther ab. Danach entspreche das Projekt "in keiner Form dem heutigen Stand der Sanierungstechnik für Altlasten". Die Arbeitsplatzsicherheit müsse hinter dem Schreddern der Abfälle zurückstehen. So warne die BCI zwar vor angeblichen Explosivkörpern, schlage aber gleichzeitig vor, "den ausgegrabenen Abfall tel quel zu schreddern". Die Expertise macht deutlich, dass nach Jahren des Planens ohne konkrete Gefahrenbeseitigung auch die Bundesbehörden langsam die Geduld verlieren. So habe Christoph Wenger vom Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (Buwal) bemerkt, "dass die Altlastenverordnung nicht irgendwelche Konzepte fordere, sondern ein Sanierungsprojekt". Der vorliegende Bericht sei eine Sammlung von Konzeptideen, die "unterschiedlich ausgereift und durchdacht" seien. Auf dieser Basis eine Chemiemülldeponie wie jene von Bonfol öffnen zu wollen, sei "zu gefährlich". Wie das Collectif Bonfol unter Berufung auf interne Dokumente mitteilt, teilten auch "sämtliche Experten" des Standortkantons Jura die "harte Kritik". Es sei unverständlich, dass fünf Chemiekonzerne von Weltruf - Novartis, Roche, Syngenta, Ciba SC, Clariant, SF-Chem, Henkel, Rohner - nicht in der Lage seien, die latente Bedrohung, die von der Chemiemülldeponie ausgehe, innert nützlicher Frist professionell zu beseitigen, sondern im Gegenteil noch Finanzierungs-Druck auf den Kanton Jura und die Standortgemeinde ausübten.

• Die kritisierten Konzerne weisen die Vorwürfe in einem Communiqué zurück, zeigen sich aber bereit, "konstruktive Verbesserungsvorschläge" zu prüfen. Die Machbarkeit des BCI-Projekts sei bei dessen Präsentation von den Behörden "nicht in Frage gestellt" worden. Bei der Deponie geht es um die Sanierung von 150'000 Tonnen Chemiemüll, die laut Schätzungen 280 Millionen Franken kostet. (14. Mai 2004)
Foto © Le Quotidien Jurassien


Ein Todesopfer und ein Schwerverletzter bei Verkehrsunfall

GELTERKINDEN. - Bei einem Verkehrsunfall ist heute Freitagvormittag in Gelterkinden ein Motorradfahrer tödlich verunglückt. Ein Schüler musste mit schweren Verletzungen ins Spital überführt werden. Um 7 Uhr fuhren zwei Gruppen von Schülerinnen und Schülern mit ihren Velos von Tecknau nach Gelterkinden in die Schule. Ein 14-jähriger Schüler fuhr mit seinem Velo zwischen diesen beiden Gruppen. Auf der Höhe der Brücke, die über den Eibach zum hinteren Schwimmbad-Parkplatz führt, bog der Schüler aus bislang ungeklärten Gründen nach links ab. Ein 43-jähriger Motorradfahrer, der in diesem Moment am Überholen der Schülergruppe war, kollidierte in der Folge heftig mit dem Abbiegenden. Zudem prallte er heftig gegen eine am Strassenrand stehende Signaltafel. Er zog sich dabei schwere Verletzungen zu und verstarb trotz rascher ärztlicher Hilfe noch auf der Unfallstelle. Der Schüler musste mit verschiedenen Verletzungen in Spitalpflege überführt werden. Der genau Unfallhergang wird derzeit noch untersucht. Rund 20 Rettungskräfte standen im Einsatz. (14. Mai 2004)


Vier Kündigungen auf der BaZ-Redaktion

BASEL. - Weiterer Stellenabbau auf der Redaktion der Basler Zeitung (BaZ): Chefredaktor Ivo Bachmann trennt sich laut Informationen von OnlineReports von vier Redaktoren und Ständigen Mitarbeitenden. Die Entlassung eröffnet wurde Literaturredaktor Urs Allemann, der laut einem Insider "seit Jahren aus Prinzip keine Zeile mehr schrieb" und als enger Vertrauter des entlassenen Feuilletonchefs Hans-Joachim Müller gilt. Gehen müssen auch die relativ stark präsente Lokalreporterin Patrizia Derungs, "stellefant"-Macher Andy Straessle und Inland-Mann Harald Hammel - alle drei mit Fixum/Minimumgarantie im Status der Ständigen Mitarbeiter. "Diese Verträge sind gekündigt", bestätigt Unternehmens-Sprecher Walter Schäfer. "Das heisst aber nicht, dass die Ständigen Mitarbeiter nicht weiter für die Basler Zeitung arbeiten können." Laut Ivo Bachmann hängt der Stellenabbau mit dem Personalbedarf für das neue Zeitungskonzept, aber auch mit anhaltendem Spardruck zusammen. Die Reorganisation der BaZ-Redaktion sieht ein News-Team und ein Recherche/Reporter-Team vor, was "neue Funktionen und Zusatzverantwortungen" mit sich bringe. Bachmann: "Wir versuchen dabei, die recht vielen Mitarbeiterverhältnisse zu bereinigen. Die meisten Wünsche und Vorstellungen der Kolleginnen und Kollegen können wir erfüllen." Aufgrund der Flexibilität des neuen Konzepts erhalten laut Bachmann anderseits "andere Ständige Mitarbeiter feste Anstellungen". Namen wollte er noch keine nennen. In den nächsten Monaten jedoch, so der BaZ-Chef zu OnlineReports, "gibt es keinen weiteren Stellenabbau". (14. Mai 2004)

> ECHO

"Unsinnige Kündigungen"

Seit vergangenem Herbst hatte ich mehrere Male Kenntnis zu nehmen von Kündigungen in der Redaktion der Basler Zeitung, teilweise über OnlineReports. Ich halte fest: Alle diese Kündigungen sind nicht nur gegenüber dem persönlichen Schicksal der Betroffenen unverantwortbar. Sie bringen auch schwer ersetzbare Verluste für die Qualität der Basler Zeitung. Es sind qualitativ hochwertige Mitarbeitende, welche die Basler Zeitung verlassen mussten und müssen.

Ich bin sicher, dass es für Sparmassnahmen auch andere Wege gegeben hätte. Ganz allgemein muss festgestellt werden: Die Hemmung gegenüber dem Schritt zu Kündigungen ist nicht nur in der BaZ, sondern auch in vielen weiteren Sektoren der Wirtschaft kleiner geworden. Der Druck auf die Arbeitnehmerschaft ist gewachsen. Ich bin überzeugt, dass diese Entwicklung mit erheblichen volkswirtschaftlichen Verlusten verbunden ist. Wenn immer mehr Menschen, teilweise für immer, aus dem Arbeitsleben ausgeschieden werden, so werden damit, neben allem Leid, menschliche Potentiale brach gelegt, die sozialen Kosten gesteigert und die vielgeschmähten Quoten staatlicher Tätigkeiten erhöht. Ich bin überzeugt, dass sich eine Politik der Chancengleichheit und der sozialen Integration auch volkswirtschftlich bezahlt macht.

Jürg Meyer
pensionierter BaZ-Journalist
Basel


Schwarze Wolke entwich aus Clariant-Produktionsbetrieb

MUTTENZ. - Eine schwarze Wolke ist heute Mittag aus dem Kesselhaus (Bau 851) des Chemieunternehmens Clariant in Muttenz ausgetreten. Kurz vor 13 Uhr war es in einem von zwei Öfen, in dem diverser Müll verbrennt und daraus Energie gewonnen wird, zu einem Rohrbruch und folglich zu einer Störung gekommen. Dies führte zu einer Störung in der Rauchgasreinigung und zum Austritt von ungereinigtem Rauchgas, das für drei bis vier Minuten als schwarze Wolke sichtbar war. Die Rauchwolke verflüchtigte sich anschliessend in Richtung Osten. Verletzt wurde niemand, für Mensch und Umwelt bestand laut Polizeiangaben "zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr". Die Schadstoffmessungen verliefen allesamt negativ. Der Ofen, in dem der Defekt aufgetreten war, wurde sofort abgestellt. (13. Mai 2004)


Bosnische Asylbewerber mit Diebstahl-Beute erwischt

MAGDEN/KLEINDÖTTINGEN. - Pech hatten drei bosnische Asylbewerber, als sie am 3. Mai von der Grenzwache auf einem Parkplatz in Magden AG kontrolliert wurden: In einem zugeknöpften Strumpf fanden die Beamten knapp 8'000 Franken, vor allem in Münzen. Abklärungen der Kantonspolizei Aargau ergaben, dass es sich beim Geld um einen Teil einer Beute handelte, die wenige Stunden zuvor in einer Bäckerei in Kleindöttingen AG gestohlen wurde. Die Männer im Alter zwischen 26 und 41 Jahren wurden der Kantonspolizei Aargau übergeben. (13. Mai 2004)


Folgenschwerer Spurwechsel: Rollerfahrer schwer verletzt

LIESTAL. - Zu einem folgenschweren Verkehrsunfall kam es heute Mittwoch morgen in Liestal im Bereich der Kreuzung Altmarkt. Um 7.30 Uhr fuhr ein 41-jähriger Mann mit seinem Personenwagen - von Bubendorf her kommend – in Liestal von der Waldenburgerstrasse in den zweispurigen Kreuzungsbereich im Gebiet Altmarkt und war bereits dabei, auf der linken Strassenseite in die Abbiegespur in Richtung Kasernenstrasse einzuspuren. Nachdem der Autofahrer bei der Bushaltestelle, welche sich ganz auf der rechten Strassenseite befindet, eine Bekannte gesehen hatte, entschloss er sich kurzfristig zu einem Spurwechsel von links nach rechts. Dabei übersah er einen Rollerfahrer, welcher korrekt auf der rechten Abbiegespur unterwegs war. In der Folge kam es zu einer Kollision, wobei das Auto dem 38-jährigen Rollerfahrer schwere Verletzungen beifügte. Er musste ins Spital geflogen werden. (12. Mai 2004)


Regierung zur "Zollfreien": Brücke darf gebaut werden

BASEL/RIEHEN. - Anders als die Gegner der geplanten Zollfreistrasse in Riehen ist die Basler Regierung der Meinung, mit dem Bau der Brücke über das Flüsschen Wiese - einem ersten Teilstück - dürfe begonnen werden. Dies geht aus der Antwort auf eine Interpellation der grünen Grossrätin Anita Lachenmeier hervor. Die Strassengegner stellen sich auf den Standpunkt, laut Technischer Vereinbarung dürfe mit den Bauarbeiten erst begonnen werden, "nachdem die erforderlichen Rechte erworben sind oder nachdem die für die Enteignung zuständige eidgenössische richterliche Behörde die vorzeitige Besitzeinweisung beschlossen hat". Dies sei aber noch nicht der Fall. Wie die Regierung jetzt ausführt, hätten sich die Partner schon früh auf ein etappiertes Vorgehen geeinigt. Die für die Erstellung der Wiese-Brücke und somit für die erste Etappe der Bauarbeiten benötigten Rechte seien "alle erworben". Die Rechte für die zweite Etappe, das eigentliche Strassenstück, müssten noch erworben werden. Derzeit seien mit drei Partnern noch keine definitiven Einigungen erzielt. Die Verhandlungen mit den Grundeigentümern seien aber im Gang, es werde die "vorzeitige Besitzeinweisung beantragt". Gleichzeitig betont die Regierung aber, dass Bäume, in denen Vögel brüten, jedoch "ausschliesslich in Wintermonaten zur Fällung freigegeben" werden.

• Die Bürgerinitiative "Regio ohne Zollfreistrasse" (RoZ) nimmt die Äusserung zur Baumfällung "sehr erfreut" entgegen. Weiter werde die Aussage "Der Regierungsrat bedauert, dass die deutschen Partner an dem nach der Meinung des Regierungsrates überholten Projekt der Zollfreien Strasse festhalten“ als "sehr positives Zeichen seitens der Regierung Basel-Stadt" gewertet. Die Beantwortung der Interpellation wird somit "als gutes Zeichen für die künftige Weiterarbeit der RoZ angesehen".

• Gleichzeitig gab die RoZ die Grundung der "IG Auenpark am Schlipf" bekannt, die bisher von folgenden Organisationen unterstützt wird: Greenpeace, attac Lörrach und Basel, Pro Natura Basel und Schweiz, WWF Region Basel, VCD, SP Basel, Grüne Basel, Grüne Lörrach, Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz Aefu, Oekostadt, IG Velo RoZ. (12. Mai 2004)


Combino-Debakel: Keine PUK-, sondern GPK-Untersuchung

BASEL. - Das Debakel umd das Grounding der Basler Combino-Niederflurtra-Flotte wird nicht durch eine eigens gebildete Parlamentarische Unterscuhungskommission (PUK) untersucht, wie es SVP-Grussrat Kurt Bachmann gefordert hatte. Dies beschloss - erwartungsgemäss - heute Morgen nach einstündiger Debatte der Basler Grosse Rat. Bachmanns Antrag fand nur gerade die Stimmen seiner eigenen Fraktion sowie vereinzelte Unterstützung. Die klare Mehrheit des Grossen Rates war der Auffassung, das Kantonsparlament dürfte sich nicht zu einer "PUKitis" hinreissen lassen. Eine Subkommission der grossätlichen Geschäftsprüfungskommission (GPK) sei genauso in der Lage, die finanziellen und politischen Hintergründe des Sicherheitsdebakels zu klären. Präsident der Subkommission ist "Basta"-Grossrat Urs Müller. Bachmann fuhr in der Debatte grobes Geschütz auf: "Grobfahrlässig" hätten die BVB-Verantwortlichen "lange Zeit die katastrophale Ausgangssituation der nicht dauerhaft reparierbaren Combino zu Tode geschwiegen". Erste Anzeichen reichen bis ins Jahr 2002 zurück. Offensichtlich gebe es "auch Garantiefallen im Garantiefall" und jede Menge intransparenter Sachverhalte. Der für die BVB verantwortliche Regierungsrat Ralph Lewin (SP) wehrte sich gegen die Vorwürfe. Die These, das Sicherheitsheitsrisiko sei durch die BVB-Verantwortlichen in Kauf genommen worden, mache in keiner Art Sinn. Neben den Mitarbeitenden sei intaktes Rollmaterial das wichtigste Kapital eines Transportunternehmens. (12. Mai 2004)


Mais und Soja: Syngenta übernimmt Teile von Advanta

BASEL. - Der Basler Agrokonzern Syngenta übernimmt beträchtliche Teile des britisch-holländischen Konkurrenten Advanta BV und verstärkt dadurch seine Stellung insbesondere auf dem nordamerikanischen Markt. Dies gab Syngenta heute Mittwochmorgen bekannt. Der Deal sieht vor, dass Syngenta von Advanta das Mais- und Soja-Geschäft in der NAFTA-Region mit einem Umsatz von 135 Millionen Euro übernimmt und damit den Marktanteil im amerikanischen Maisgeschäft signifikant auf 11 Prozent und im Soja-Geschäft auf 10 Prozent erhöht. Ab 2005 könne Syngenta "ein vollständiges Angebot gentechnisch verbesserter Merkmale im Maisanbau anbieten". Das amerikanische Unternehmen Fox Paine anderseits übernimmt das globale Geschäft ausserhalb des NAFTA-Raums sowie das Geschäft ausser Mais und Soja in Nordamerika mit einem Umsatz von 260 Millionen Euro. Laut Syngenta-Prognosen dürfte die Übernahme des nordamerikanischen Mais- und Soja-Geschäfts von Advanta "ab 2006 zur Gewinnsteigerung beitragen". Die Akquisition kostete beide Konzerne 400 Millionen Euro, über 600 Millionen Franken. (12. Mai 2004)


Verletzt bei Selbstunfall: Fahrer aus Auto geschleudert

WAHLEN. - Ein schwerer Selbstunfall ereignete sich gestern Dienstagabend um 21.40 Uhr auf der Kantonsstrasse zwischen Laufen und Breitenbach auf Gemeindegebiet Wahlen. Ein 23-jähriger Automobilist fuhr mit seinem Fahrzeug auf der Breitenbachstrasse Richtung Breitenbach. In einer leichten Rechtskurve verlor er aus bisher ungeklärten Gründen die Herrschaft über sein Fahrzeug und kam rechts von der Strasse ab. Im angrenzenden Wiesland überschlug sich das Fahrzeug mindestens einmal und kam dort zum Stillstand. Während des Überschlagens wurde der Lenker aus seinem Fahrzeug geschleudert, wobei er sich erhebliche Verletzungen zuzog. Am Unfallfahrzeug entstand Totalschaden. Zeugen gesucht. (12. Mai 2004)


7-jähriger Knabe stürzte in Futtergrube: Kaum verletzt

BUBENDORF. - Glück im Unglück hatte gestern Dienstagabend um 18.10 Uhr ein 7-jähriger Knabe auf einem Bauernhof in Bubendorf. Das Kind hielt sich am Rand der Futtergrube auf, während sein Vater den Graswagen entleerte. Aus unbekannten Gründen verlor es das Gleichgewicht und stürzte zwei Meter tief auf den Betonboden. Durch die Rega wurde der Knabe ins Spital verbracht, wo lediglich Schürfwunden und Prellungen festgestellt wurden. Er konnte am selben Abend wieder nach Hause entlassen werden. (12. Mai 2004)


"Zündstoff" zum Lesen: Das neue Basler Jugendmagazin

BINNINGEN/BASEL. - "Zündstoff" heisst "das Basler Jugendmagazin" (Selbsteinschätzung), das soeben in einer Auflage von 10'000 Exemplaren erstmals erschienen ist. Das vierfarbig gedruckte, in solider Typografie gestaltete Heft erscheint zwar im Christian Keller Verlag in Binningen, ist aber ein grenzdurchlässiges Periodikum, das thematisch vor allem auf die Stadt Basel fokussiert ist. "Kampf um die Allmend" lautet denn auch die Titelzeile über zwar immer noch aktuellen, aber nicht unbedingt sehr neuen Titel-Story. Es geht darin um den Dauer-Konflikt zwischen Event- und Ruhesüchtigen im städtischen Raum. Zur Sprache kommt auch der Spar-Konflikt an der Universität Basel, wobei Autor Basil Kröpfli (21), Student an der Uni Zürich, die Politik des Universitätsrates unterstützt. Weitere Themen sind das neue Album der Hip-Hop-Combo "Crossroad", wobei gerne noch zu lesen wäre, wo die Protagonisten zu Hause sind, der "Binninger Rockpreis", eine Übersicht über Kino-Höhepunkte des bevorstehenden Sommers, Einblicke in die Arbeit eines Barkeepers, Online-Exhibitionismus und in die Leidenschaft des Motorrad-Newcomers Thomas Lüthi, Interessantes über die brutalen Jagdgewohnheiten des Neuntöters, Buchtipps und Reiseanimation, diesmal Neuseeland als Destination. Als ständiges Gefäss dürfte der "Single der Ausgabe" geplant sein. Diesmal mit Alexandra (18): "Ganz ehrlich" räumt die Schülerin ein, dass sie "schon einige Male" Männer einen Abend finanzieren liess, um sie anschliessend abblitzen zu lassen.

Finanziert wird "Zündstoff" ausschliesslich durch Inserate-Werbung, produziert mit viele Liebe und zeitlichem Ehren-Einsatz. Zielpublikum sind "alle 16-25-Jähren in der Region Basel". Das politisch unabhängige Magazin wird an Schulen, Universitäten, Jugendeinrichtungen, Szeneläden und Veranstaltungen gratis verteilt. Als Redaktionsleiter eines 15- bis 20-köpfigen Redaktionsteams fungiert Christian Keller. Wenig an "Zündstoff" ist wirklich Zündstoff. Für Jugendliche dieses Alters wirkt das 32-seitige Heft ziemlich brav und konform. Journalistische Grundmängel sollen hier nicht thematisiert werden. Vielmehr möchten wir die Freude zum Ausdruck bringen, dass sich ein jugendliches Team überhaupt mit Herzblut publizistisch verlauten lässt. OnlineReports wünscht spitze Federn - und eine dicke Anzeigenkunden-Kartei. (11. Mai 2004)


Ex-Swiss-Boss André Dosé wird BLT-Verwaltungsrat

OBERWIL. - Der frühere Swiss-CEO André Dosé wird neuer Verwaltungsrat der Baselland Transport AG (BLT). Diese Wahl traf die Baselbieter Regierung an ihrer heutigen Sitzung. Dosé ersetzt den Unternehmer und Verkehrsingenieur Matthias Rapp, der auf die Generalversammlung vom 7. Juni hin zurück tritt. Dosé habe sich "auf Anfrage spontan für dieses Amt zur Verfügung gestellt". Er sehe in diesem Engagement "einen Beitrag zur Region". Die Kantonsregierung und insbesondere Regierungsrätin Elsbeth Schneider-Kenel, die als BLT-Verwaltungsratspräsidentin amtet, seien "überzeugt, dass André Dosé wertvolle Impulse zur weiteren Entwicklung der BLT und des öffentlichen Verkehrs in der Nordwestschweiz leisten kann". Dosé musste Anfang März wegen der Verwicklung in eine Strafuntersuchung über den Absturz einer Crossair-Maschine bei Bassersdorf ZH im November 2001 die operative Führung der Swiss abgeben. Bei der Katastrophe kamen 24 Menschen ums Leben. (11. Mai 2004)


Basler Orbit und Zürcher Internet-Expo fusionieren

BASEL. - Die beiden grössten Schweizer Messen im Computer- und Internet-Bereich, die Orbit in Basel und die Internet-Expo in Zürich, haben sich bisher gegenseitig das Wasser abgegraben. Jetzt kommt es zur Fusion, wie heute offiziell bekannt wurde: Die erste Orbit-iEX findet vom 24. bis 27. Mai 2005 in Basel statt. Die angekündigten Messen Orbit 2004 in Basel und die iEX 2005 in Zürich werden in der ursprünglich vorgesehenen Form nicht durchgeführt.

Bei der neuen Messe, die unter der Marke "Orbit-iEX" auftritt, handelt es sich um eine Kooperation der Messe Schweiz und der Reed Messen (Schweiz) AG, die bisher einzeln für ihre eigene Computer-Messe verantwortlich waren. Durch die Zusammenlegung der Orbit mit zuletzt 402 Ausstellern und 21'000 Besuchern und der webfokussierten Internet-Expo mit 350 Ausstellern und 19'000 Besuchern soll laut Information "die stärkste Schweizer ICT-Plattform" entstehen, die von beiden Messeveranstaltern zu gleichen Teilen getragen wird. Das operative Management der neuen Orbit-iEX wird bei der Exhibit AG, einer 100-prozentigen Tochter der Reed Messen (Schweiz) AG liegen.

Wie Alain Pittet, Leiter des Bereichs Bau- und Dienstleistungsfachmessen der Messe Schweiz, gegenüber OnlineReports erklärte, ist das kein Einfluss-Verlust der Messe Schweiz verbunden. Die strategischen Entscheide würden durch ein paritätisch zusammengesetztes sechsköpfiges Komitee gefällt. CEO und Messeleiter der neuen Organisation wird Reed-Mann Giancarlo Palmisani, als Key Account Manager stösst Messe-Schweiz-Mann Walter Gammeter zum Führungsteam.

Die Kooperation hat auf Basler Seite personelle Konsequenzen: Die bisherige Orbit-Messeleiterin Anna Zanoni verlässt die Messe Schweiz auf eigenen Wunsch per 1. Juli, Messeberater Martin Kleiber steigt im Herbst in eine berufliche Weiterbildung ein und Orbit-Marketing- und Kommunikationsleiterin Mirella Derungs wechselt firmenintern in gleicher Funktion zur Gastro-Messe Igeho.

Wie Giancarlo Palmisani zu OnlineReports sagte, wird Basel fester Standort der potenten Computer-Messe werden. Die dafür erforderliche Fläche würde "die Kapazität der Messe Zürich übersteigen". Auf Besucher-Prognosen indes wollte sich Palmisani nicht festlegen. Erste Voraus-Informationen von Grosskunden gestern Montagabend hätten aber "ein positives Echo ergeben. (11. Mai 2004)


Combino-PUK: SVP ersucht um bürgerliche Unterstützung

BASEL. - Zur unabhängigen Aufklärung des Combino-Debakels durch eine Parlamentarische Untersuchungs-Kommission (PUK) ersucht die Basler SVP die bürgerlichen Parteien FDP, LDP und CVP um Unterstützung. Den Antrag auf Einsetzung einer PUK hatte SVP-Grossrat Kurt Bachmann, der schon früh das Ausmass des Siemens-Tram-Desasters erkannt und sich dazu auch öffentlich geäussert hatte, eingereicht. "Wir fordern unsere bürgerlichen Partner, namentlich FDP, LDP und CVP auf, diese PUK zu unterstützen", heisst es in einem heute Dienstag veröffentlichten Communiqué der SVP. In Anbetracht des sich abzeichnenden Desasters sei es unerlässlich, "dass die komplexe Angelegenheit gründlich durchleuchtet und für die Öffentlichkeit die nötige Transparenz geschaffen wird". Die Öffentlichkeit habe Anspruch auf eine lückenlose Information – auch in Bezug auf die Begleitumstände und die finanziellen Folgen für den Kanton Basel-Stadt. Denn der betriebswirtschaftliche Mehraufwand bei den Basler Verkehrsbetrieben werde "den Kanton massiv belasten". Die Zeche bezahlten die Basler Steuerzahler und die Trambenutzer, so die SVP weiter. Das Combino-Drama habe "eine Dimension erreicht, die eine PUK in jeder Beziehung rechtfertigt".

OnlineReports hat die Parteivorsitzenden der drei angesprochenen bürgerlichen Parteien um eine kurze Stellungnahme gebeten. Sie wird an dieser Stelle umgehend publiziert. (11. Mai 2004)


FDP, CVP und LDP zur Combino-PUK

Urs Schweizer
Präsident FDP
Die Basler FDP-Fraktion hat die Meinung, dass das "Combino"-Geschäft über die Subkommission der Geschäftsprüfungskommission behandelt wird, wie dies bereits letzte Woche beschlossen wurde. Diese Position werden wir so auch im Grossen Rat vertreten. Wir werden dem SVP-Antrag aus diesem Grund nicht zustimmen.

Markus Lehmann
Präsident CVP
Die CVP Basel-Stadt bzw. die CVP-Grossratsfraktion lehnt eine PUK, wie sie die SVP wünscht, einstimmig ab. Der Kanton Basel-Stadt soll nicht in den laufenden Verhandlungen mit Siemens behindert werden. Der Geschäftsprüfungskommission (GPK) ist es überlassen, ob sie den laufenden Prozess beleiten und nach Beendigung der Verhandlungen dem Grossen Rat Bericht erstattet will. Wir gehen davon aus, dass dies die GPK ohnehin tun wird.

Maria Iselin
Präsidentin LDP
(keine Antwort)


Open Text/Ixos: Weltweites Entwicklungszentrum in Basel

BASEL. - Der kanadische Softwarekonzern Open Text/Ixos macht Basel zum weltweiten Entwicklungszentrum. Eine zentrale Aufgabe fällt dabei dem erst 31-jährigen Basler Luc Haldimann zu, der zum Leiter des Kompetenzzentrums für Content Management Systeme (CMS) ernannt wurde. Ausschlaggebend für den Standortentscheid waren nach offiziellen Angaben die führende Position in der CMS-Entwicklung, die Nähe zu Industrie und Hochschulen, das Know-how der Arbeitskräfte sowie die zentrale Lage in Europa. Für Luc Haldimann ändert sich wohl die Aufgabe, aber nicht der Arbeitsplatz. Er war Gründer und technologisch-kreativer Kopf der Software-Firma Obtree, wechselte in dieser Funktion im Januar letzten Jahres durch Verkauf an den deutschen Softwarekonzern Ixos, der seinerseits kürzlich durch den auf Enterprise Content Management spezialisierten kanadischen Sorftwaremulti Open Text übernommen wurde. Der Sitz von Haldimanns Zentrum mit seinen 40 Experten liegt - wie schon Obtree und Teile der Schweizer Ixos-Niederlassung - im grünen Peter-Merian-Glashaus am Basler Bahnhof. Das vertriebene Produkt, das massgeblich durch Haldimann mitgeprägt wurde, heisst "C4". Im Open Text/Ixos-Konzern sind gesamthaft über 2'000 Mitarbeitende tätig.

Gegenüber OnlineReports sagte Haldimann, in der Basler Niederlassung ändere sich "nicht viel", doch habe die Konzernzentrale in Kanada "ein Zeichen dafür setzen wollen, dass sie unsere Aktivität wichtig findet". Dies auch durch seine formelle Einsetzung als CEO der Ixos Engineering Switzerland, der Nachfolge-Organisation von Obtree. Er rapportiere direkt an den Ixos-Sitz in München. Haldimann: "Es wird in Basel neue Arbeitsplätze geben, aber nicht heute und morgen." Dass es bald wieder zu organisatorischen Turbulenzen kommen wird, glaubt Haldimann nicht. Die Mutter-Firma Open Text habe in den letzten fünf Jahren "jedes Quartal schwarze Zahlen geschrieben". Diese "solide Basis" garantiere "grosse Stabilität". Eine Kooperation mit dem Basler Software-Unternehmen Day sei weiterhin "kein Thema".

Nicht so rosig ergeht es dem Gesamtunternehmen Ixos. In den ersten neun Monaten seines Geschäftsjahres fiel es tief in die Verlustzone. Ixos-CEO Robert Hoog legte vor wenigen Tagen mit sofortiger Wirkung sein Amt nieder und wird das Unternehmen am 30. Juni verlassen. (10. Mai 2004)


Basler Theater beschäftigt keine Haus-Sklaven

BASEL. - Der Basler SVP-Grossrat Michel-Remo Lussana ist einer Fehlmeldung des "Webjournals" auf den Leim gekrochen: Das Theater Basel beschäftigt - Achtung: Ironie! - keine Haus-Sklaven, wie der Politiker aufgrund des Berichts annahm. Darin war die Sklaven-Meldung nicht nur in voller Ernsthaftigkeit kolporiert, sondern über Theaterdirektor Michael Schindhelm auch noch Pech und Schwefel ausgegossen worden, was Lussana zur Annahme verleitete, dieser habe "einen jungen Schauspiellehrling offenbar als den 'Haus-Sklaven' des Theater Basel eingestellt und dies auch so im Arbeitsvertrag festgehalten". Eine "gezielte Intervention" bei den Theater-Verantwortlichen durch den Regierungsrat sei "angezeigt". Der Vorstoss entpuppt sich jetzt als Flop. Fakt ist, dass das Theater für die Spielstätte "Klosterberg 6" - einer mit Fiktion spielenden "interessanten experimentellen Form von Theater" (so die Regierung) - drei Statisten angestellt hat, die den Titel "Haus-Sklaven" tragen. Dies hat indes nichts mit ihrer wahren Funktion, wie der Politiker irrtümlich annimmt, sondern mit ihrer theatralischen Statisten-Rolle zu tun - genauso, wie auch Statisten als "Mörder" oder "Leichen" angestellt werden. Entsprechend erkennt die Regierung "keinen Grund für eine Intervention". Die drei Statisten hätten diese Rolle "gerne und im vollen Bewusstsein übernommen". (10. Mai 2004)


Erfolgreiche Basler Buchmesse: 22 Prozent Besucher-Zuwachs

BASEL. - Bücherwürmer und Leseratten kamen vergangenes Wochenende in Basel voll auf ihre Kosten. Der Zustrom zur zweiten Messe BuchBasel war beachtlich, die Stimmung angeregt. Am Sonntag strömte das Publikum gleich in Scharen durch die Gänge zwischen den Ständen. Mit 34'160 Eintritten konnte die Messe 22 Prozent mehr Besucherinnen und Besucher zählen als im Vorjahr. Insgesamt 349 Verlage aus der Schweiz, Deutschland, Österreich, Grossbritannien und Ungarn waren an der Buchmesse vertreten. Damit nahmen 28 Aussteller mehr teil als letztes Jahr. Die ganz grossen deutschen Verlage fehlten allerdings, während vor allem kleinere ihre Chance nutzten. - Schade war, das die der trinationale Aspekt nicht auch in die Ausstellung einfloss. Das Angebot beschränkte sich auf den deutschsprachigen Raum, französische Literatur suchte man an den Verlagsständen vergeblich. Breiten Raum nahmen Schweizer Verlage ein, so auch jene aus der Region Basel. Es bot sich Gelegenheit, die Autoren bei Lesungen einmal real zu treffen, und Hintergründe über die Buchproduktion oder in Büchern behandelte Protagonisten zu erfahren. Zu den Höhepunkten zählten eine Lesung des bekannten deutschen Schauspielers Mario Adorf sowie des Bestseller-Autors Ken Follet, der zum ersten Mal in der Schweiz auftrat. - Das gleichzeitig stattfindende Literaturfestival umfasste 40 unterschiedliche Veranstaltungen über die ganze Stadt verteilt. Die nächste BuchBasel findet vom 6. bis 8. Mai 2005 statt. Hauptinitiant Matthyas Jenny liebäugelt dabei bereits mit einer Vergrösserung der Messe und wünscht sich im nächsten Jahr die Rundhofhalle zu belegen. - Wer Lust hat, einen sprachlichen Sprung über den Gartenzaun zu wagen, hat dazu bereits am kommenden Wochenende Gelegenheit: Vom 14. bis zum 16. Mai findet in Saint-Louis die 21. Foire du Livre statt. Die traditionelle Buchmesse bietet einen guten Überblick über die französische Literatur der Gegenwart dar. Der Eintritt ist übrigens kostenlos. Für weitere Informationen: www.foirelivre.com (10. Mai 2004)


Erneut versuchte Vergewaltigung am frühen Morgen

BASEL. - Heute Morgen gegen 5.30 Uhr kam es in Basel zu einem Vergewaltigungsversuch mit anschliessendem Raub durch mehrere Männer auf eine Frau, die sich auf dem Nachhauseweg befand. Die Frau ging zu Fuss durch das Theatergässlein, als ihr eine Gruppe dunkelhäutiger Männer entgegen kam. Plötzlich blieb einer der Männer vor ihr stehen. Drei bis vier seiner Kollegen umringten die Frau und gingen sie massiv sexuell an. Das Opfer wehrte sich vehement und schrie um Hilfe. Da ein Geschäftsführer eines naheliegenden Restaurants die Hilferufe hörte und Nachschau hielt, raubten die Täter dem noch rasch das Portemonnaie und ergriffen erfolgreiche die Flucht durch die Steinenvorstadt in Richtung Heuwaage, bogen in die Stänzlergasse ein und stiegen in der Steinentorstrasse, auf der Höhe der Hausnummer 19, in einen Kleinwagen mit Berner Kontrollschildern, der offensichtlich auf sie gewartet hatte. Gemäss Angaben des Opfers dürfte es sich bei den Tätern vermutlich um Schwarzafrikaner im Alter von etwa 17 bis 21 Jahren handeln. Die Polizei sucht Zeugen. Zu brutalen Sex-Attacken gegen Frauen kam es in jüngster Zeit bereits mehrmals: Am 30. April nötigten betrunkene FCB-Fans eine Frau massiv und am frühen Morgen des 1. Mai kam es gleich zu zwei massiven Angriffen. (8. Mai 2004)


BuchBasel: Manser-Publikation stösst auf grosses Interesse

BASEL. - Auf grosses Interesse stiess an der BuchBasel ein Podium rund um die soeben durch den Christoph Merian Verlag veröffentlichten die Tagebücher des verschollenen Basler Regenwaldschützers Bruno Manser. Deutlich wurde an der Veranstaltung heute Samstagnachmittag, dass Manser nicht mit dem Motiv des Völker- und Regenwaldschutzes die Nähe des Volkes der Penan in Sarawak auf Borneo suchte, sondern weil er im Innersten von der Sehnsucht erfüllt war, in Einklang mit der Natur ein dem Konsum abgewandtes einfaches Leben zu führen. Laut dem Basler Journalisten Ruedi Suter, der an einer Biographie über Manser arbeitet, reiste dieser nach Malaysia, weil er schon im Alter von 15 Jahren vom Wunsch beseelt war, "unter Gorillas und Orang-Utans in Höhlen zu leben". Sein Vertrauter Kaspar Müller: "Bruno Manser ging nicht als Umweltaktivist nach Sarawak, sondern er ist es dort geworden" - nämlich als sich ihm die rasant fortschreitende Regenwaldzerstörung durch Holzkonzerne und die akute Bedrohung der Penans offenbarte. Diese "Erlebnis der Ungerechtigkeit gegenüber den Waldvölkern" (so John Künzli, Geschäftsführer des Bruno Manser Fonds) habe ihn zum Aktivisten werden lassen. Manser, der dieses Jahr 50 Jahre alt geworden wäre, sei aber "nie Guerilla gewesen", so Suter weiter, sondern habe seinen Kampf zugunsten der Regenwald-Völker "immer friedlich" geführt. Obschon über sein Schicksal noch immer nichts bekannt ist, glaubt Kaspar Müller, dass die Wirkung von Bruno Mansers Lebenswerk "in der breiten Öffentlichkeit erst in den nächsten Jahren wahrgenommen wird". Das Podium sprach aber auch an, dass Mansers verzweifelter Kampf auch in einer Sackgasse ("ihm läuft die Zeit davon") zu geraten drohte. Künzli erinnerte daran, dass Manser vor seinem ungeklärten Verschwinden gegenüber OnlineReports erklärte, der Erfolg in Malaysia sei "unter Null". (8. Mai 2004)


Nach Gewalt-Attacke: Polizei-Präsenz zeigt Wirkung

LIESTAL. - Nach dem brutalen Überfall vom 30. April sei die Sicherheits-Lage um den Bahnhof Liestal weiterhin angespannt, teilt die Polizei heute Samstag mit. Gestern Freitagabend habe sie "möglicherweise" eine neue Gewaltaktion verhindern können. Im Verlauf des späteren Freitagnachmittages hatte die Polizei erfahren, dass es am gleichen Abend in Liestal möglicherweise zu einer neuen grösseren Eskalation kommen könnte. Die Polizei bot zusätzlich zu den seit dieser Woche im Bahnhofsgebiet tätigen Patrouillen eine zweistellige Anzahl an Kräften sowie mehrere Polizeihunde auf. Im Rahmen einer Aktion wurden rund 60 Personen und einige Fahrzeuge kontrolliert. Vier Personen – alles junge Schweizer im Alter zwischen 16 und 19 Jahren - wurden angehalten und zur näheren Überprüfung auf den Polizeistützpunkt mitgenommen, konnten diesen aber danach wieder verlassen. Bei den Kontrollen beschlagnahmte die Polizei jedoch auf verschiedene Utensilien, die für eine gröbere Schlägerei hätten verwendet werden können: Einen Baseballschläger, einen Pfefferspray, eine Kette sowie diverses Vermummungsmaterial. Verletzt wurde niemand. Weiterhin ungeklärt ist der Überfall von Ende April. (8. Mai 2004)


Novartis wird neuer Haupt-Sponsor des FCB

BASEL. - Der Basler Pharmakonzern Novartis wird Haupt-Sponsor des FC Basel. Dies gab FCB-Präsident Werner Edelmann heute im St. Jakobspark im Beisein zahlreicher Unternehmensvertreter bekannt. Das Engagement beginnt am 1. Juli dieses Jahres und ist auf eine Dauer von drei Jahren befristet. Damit löst Novartis, die bisher bereits in deutlich bescheidenerem Ausmass im Junioren-Sponsoring aktiv war, den Autokonzern Toyota ab. Zur Summe, die jährlich aus der Pillen- in die Sportskasse fliesst, wollten sich weder FCB-Mäzenin Gigi Oeri noch Heinz Boller, Leiter von Novartis Schweiz, und der Sponsoring-Verantwortliche Thomas Preiswerk äussern. Laut Schätzung von OnlineReports dürfte es sich um eine Jahressumme zwischen 1,5 und 2,5 Millionen Franken handeln - mehr als das, was bisher Toyota zahlte. Damit prangen auf den Brüsten der FCB-Stars ab neuer Saison in voller Breite Name und Logo von Novartis. Dies ebenso auf den Leibchen aller U-Mannschaften mit Ausnahme der U21. Ein Auto, wie es [Image] Hauptsponsor Toyota den Spielern offerierte, kann Novartis nicht bieten, ebenso wenig andere materielle Vorteile wie Pharmazeutika, die gesetzlich nicht beworben werden dürfen, aber "die Sympathie unserer Mitarbeiter", wie Heinz Boller versicherte. Pikant: Über Boller/Preiswerk und Roche-Erbin Gigi Oeri nähern sich auf sportlicher Ebene zwei Basler Pharmaunternehmen an, die sich geschäftlich alles andere als grün sind. Gigi Oeri betonte gegenüber OnlineReports, ihre jetzt intensivierte Annäherung an Novartis bzw. umgekehrt sei "rein privat" auf ihr FCB-Engagement bezogen und habe "keinerlei geschäftlichen Hintergrund". FCB-Verteidiger und Mannschafts-Kapital Murat Yakin zeigte sich davon angetan, das neue Novartis-Shirt als erster Spieler vor den Medien präsentieren zu dürfen. Wie er gegenüber OnlineReports erklärte, freut er sich nicht nur als Sportler auf das Novartis-Engagement, sondern auch als Privater: Er hat sein Vermögen auch in Novartis-Aktien angelegt. Möge ihr Kurs nun so hohe Sprünge vollführen, wie sie Murat Yakin auf den Rasen zeigt. (7. Mai 2004)


LDP-Sekretär Thomas Meier muss gehen

BASEL. - Thomas Meier, Sekretär der Liberalen Partei Basel-Stadt, muss gehen: Laut der Basler Zeitung kommt es Ende August aus finanziellen Gründen zur Trennung "im gegenseitigen Einvernehmen". Gemäss der neuen Parteipräsidentin Maria Iselin hätten die Liberalen "auf zu hohem Fuss gelebt". Jurist Meier hatte einen 100-Prozent-Job. Nicht tangiert ist auf dem Parteisekretariat das 50-Prozent-Pensum von Sabine Buholzer. Parteiexponierte müssten künftig "gewisse Sachen wie Medienmiteilungen verfassen" vermehrt selbst übernehmen, wird Präsidentin Iselin zitiert. (7. Mai 2004)


In 3,61 Promille schwamm der Schutzengel

BASEL. - Riesenglück hatte am Donnerstagabend um 18.55 Uhr eine Fussgängerin im Basler Gundeldingerquartier. Zu dieser Zeit fuhr ein Bus der Linie 36 von der Delsbergerallee her in Richtung "Viertelkreis". Als sich der Bus vor der Haltestelle "Mönchsbergerstrasse" befand, beobachtete der Chauffeur eine Frau, die auf dem rechtsseitigen Trottoir herum torkelte. Als er schon fast in der Haltestelle eingefahren war, sah der Lenker im rechten Rückspiegel, wie diese Fussgängerin gegen die rechte Seite des Linienbusses stiess und teilweise unter den Bus fiel, worauf er eine Vollbremsung einleitete. Die Frau konnte unter dem Bus hervor gezogen werden, die schweren Hinterräder waren unmittelbar vor ihren Beinen zum Stillstand gekommen. Dadurch blieb die Frau völlig unverletzt, doch der Atemlufttest ergab, dass sie 3.61 Promille intus hatte. Die Polizei führte sie zur Ausnüchterung nach Hause. (7. Mai 2004)


Massive Sex-Attacke durch zwei FCB-Fans

BASEL. - Wie erst heute Donnerstag bekannt wurde, kam es am 2. Mai zwischen 21 und 21.40 Uhr zu einem massiven sexuellen Übergriff von zwei Männern auf eine jüngere Frau. Sie befand sich auf dem Nachhauseweg, als sie beim Steinengraben/Holbeinplatz von hinten gepackt und in einen Liegenschaftseingang gezogen wurde. Einer der Täter drückte ihr ein Messer in den Rücken und drohte sie zu verletzen, falls sie schreien würde. Anschliessend gingen sie die Frau massiv sexuell an. Das Opfer konnte sich jedoch losreissen und einem der Täter einen Schlag ins Gesicht versetzen. Nach Angaben des Opfers dürfte es sich bei den beiden Tätern laut Basler Staatsanwaltschaft "um zwei FCB-Fans handeln". Beide rochen stark nach Alkohol. Gesucht:
• Unbekannter, um 30 Jahre alt, um 170 cm gross, braune Augen, mittlere Statur, sprach Basler Dialekt, trug Kapuzenpullover blau mit FCB-Motiv und FCB-Kappe, ungepflegte blaue Jeanshose, blau-roter Schal und hatten einen dunklen Rucksack dabei
• Unbekannter, um 30 Jahre alt, um 170 cm gross, braune Augen, sprach Basler Dialekt, trug blaue Jeanshose, FCB-Kappe, dunkle Bomberjacke, blau-roter Schal und hatte einen dunklen Rucksack dabei.
Angaben: 061 267 71 71. (6. Mai 2004)


Arbeiter stürzte in Treppenhausschacht

LAUSEN. - Heute Mittwochnachmittag kurz vor 15.20 Uhr auf einer Baustelle am Rainweg in Lausen ein Arbeiter aus einer Höhe von etwa fünf Metern ab einem Betonschalelement in den Treppenhausschacht stürzte. Die Verletzungen waren so gravierend, dass der Verunfallte mittels Rega-Helikopter in Spitalpflege überflogen werden musste. (5. Mai 2004)


SVP-Wahlplakate in Birsfelden weitgehend verwüstet

BIRSFELDEN. - Rund drei Viertel aller in Birsfelden platzierten Wahlplakate der SVP sind zwischen 19. April und dem 4. Mai beschädigt oder verschmiert worden. Betroffen sind 80 von total 120 SVP-Plakate im Hinblick auf den Wahlgang vom 16. Mai. Der Sachschaden beläuft sich auf über 1'000 Franken. Die SVP Birsfelden hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Die Polizei ihrerseits sucht Zeugen. (5. Mai 2004)


Beatrice Mahler-Fischer neue VEW-Präsidentin

BASEL. - Beatrice Mahler-Fischer, Präsidentin der kantonalen VEW-Frauengruppe, wurde an der Jahresversammlung der Stadt-VEW zur neuen Vorsitzenden gewählt. Sie ersetzt Peter Graber, der nach 6 Jahren als Präsident zurücktrat. Zum Vizepräsidenten wurde Philippe Waegeli, Richter am Sozialversicherungsgericht gewählt. Bestätigt wurden Heinrich Mahler als Aktuar sowie Ruedi Guggisberg als Kassier. Als Beisitzende amtieren weiterhin Stéphanie von Bidder, Peter Graber, Martin Kohlbrenner und Christoph Mayer. Zudem gehören dem Vorstand die vom Volk gewählten Mandatsträger an. (5. Mai 2004)


Bundesgericht: Basler Universität darf Gebühren erhöhen

BASEL. - Der Basler Universitätsrat darf die Studiengebühren erhöhen: Das Bundesgericht hat die staatsrechtliche Beschwerde einer Studentin abgelehnt. m Rahmen eines Massnahmenpakets für ein ausgeglichenes Budget hat der Universitätsrat im Juni letzten Jahres die Semestergebühren von 600 auf 700 Franken auf das Wintersemester 2003/2004 erhöht. Dagegen reichte eine Studentin eine staatsrechtliche Beschwerde beim Bundesgericht ein mit der Begründung, die Gebührenerhöhung verstosse gegen das Legalitäts- und Vertrauensschutzprinzip. Gemäss Bundesgericht hat jedoch der Universitätsrat im Rahmen des Universitätsgesetzes die Kompetenz, die Universitätsgebühren zu erlassen. Der Universitätsrat habe somit im Rahmen seiner Befugnisse gehandelt. Die Studiengebühren an der Universität Basel, so das Bundesgericht in der Urteilsbegründung, deckten seit jeher nur einen geringen Teil der Aufwendungen. Auch nach der Erhöhung seien sie noch nicht kostendeckend. Ausserdem lägen sie nach wie vor im gesamtschweizerischen Durchschnitt. Das Bundesgericht hält ferner fest, dass die Semestergebühren nur einen kleinen Teil der Lebenshaltungskosten ausmachen, und dass eine Gebührenerhöhung um hundert Franken den freien Studienzugang nicht beeinträchtige. (4. Mai 2004)


Anarchie am Liestaler Bahnhof: Mehr Polizei-Kontrollen

LIESTAL. - Der Baselbieter Polizeikommandant Kurt Stucki will nach dem brutalen Auftritt eines maskierten Schläger-Trupps auf dem Bahnhofplatz in Liestal die Kontrollen rund um den Bahnhof verstärken. Dies ordnete Stucki nach Rücksprache mit Polizeidirektorin Sabine Pegoraro an, die vergangenes Jahr mit dem Versprechen, die Sicherheit im öffentlichen Raum zu verbessern, in die Wahlen gestiegen war. Zudem werde der "runde Tisch", vor Ostern initiiert, weitergeführt, teilt die Polizei heute Dienstag mit, nachdem OnlineReports den brutalen Übergriff am Montagabend gemeldet hatte. Keinen Erfolg kann die Polizei im Fahndungsbereich vorweisen. Noch immer fehlt von den 10 bis 15 Tätern jede Spur, wie Daniel Weissenberger, Leiter der Sicherheitsabteilung 3 der Polizei Basel-Landschaft, gegenüber OnlineReports einräumte. Der Anruf war am Freitagabend um 22.05 Uhr auf der Alarmzentrale eingegangen. Um 22.10 Uhr sei die Polizei auf dem Platz gewesen, doch die Schläger hatten sich inzwischen erfolgreich aus dem Staub gemacht. "Es ist eine komplett neue Situation", sagte Weissenberger gegenüber OnlineReports. "Bisher waren es rivalisierende Gruppen von Schweizern und Ausländern. Jetzt wurden wahllos Leute angegriffen." Der Polizei-Kadermann mag angesichts der schwarzen Uniformierung rechte Gruppierungen "nicht ausschliessen", ermittelt werde aber in alle Richtungen.

• Aufs Schärfste verurteilen die Jungfreisinnigen Baselland (JFBL) die Gewalt-Attacke von Liestal. Die eingeleitenden Massnahmen der Polizei seien "begrüssenswert und weiter fortzuführen". Der Schwerpunkt von Regierungsrätin Sabine Pegoraro, nämlich die Bekämpfung der Jugendgewalt, sei "in diesem Fall vollumfänglich zu unterstützen". Es sei, so die Jungfreisinnigen, "für unser Land elementar, dass sich die Bürger auf der Strasse sicher fühlen können". Deshalb seien in die Aufklärung dieses Vorfalles "jetzt alle möglichen Mittel einzusetzen". (4. Mai 2004)


Schiesserei in Asylunterkunft lief glimpflich ab

BASEL. - Zu einer Schiesserei kam es am Montagabend gegen 22 Uhr in einer Asylunterkunft an der Grosspeterstrasse 14 in Basel. Dabei fielen während einer tätlichen Auseinandersetzung mehrere Schüsse. Der mutmassliche Schütze, ein 22-jähriger Schweizer, floh aus dem Haus und entfernte sich in einem Auto. - Der mutmassliche Schütze hatte die Asylunterkunft offensichtlich in der Absicht aufgesucht, sich dort Geld oder Drogen zu beschaffen. Er bedrohte sechs Asylbewerber, liess diese sich gegenseitig fesseln und gab, als einer der Männer ihn überwältigen wollte, mehrere Schüsse ab, ohne jedoch jemanden zu verletzen. Anschliessend flüchtete er mit seinem Auto, konnte aber kurze Zeit später durch die Polizei festgenommen werden. In der Wohnung der Asylbewerber wurden mehrere zehntausend Franken sowie eine grössere Menge Kokain beschlagnahmt. Alle Beteiligten im Alter von 18 bis 22 Jahren wurden festgenommen. Die Asylbewerber stammen aus Liberia, Sierra Leone, Uganda und dem Sudan. Gegen vier von ihnen musste bereits früher wegen Widerhandlung gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt werden. (4./8. Mai 2004)


Gewalts-Spuk auf dem Liestaler Bahnhof: Drei Verletzte

LIESTAL. - Zu einem schweren Gewaltsausbruch kam es am vergangenen Freitagabend auf dem Bahnhofplatz in Liestal. Dabei wurden drei Personen verletzt, im Coop-Pronto-Shop (Bild) kam es zu massiven Sachbeschädigungen. Die Polizei Basel-Landschaft bestätigte entsprechende Informationen von OnlineReports. "Wie ein schneller Spuk" sei es gewesen, was sich am Freitagabend nach 22 Uhr auf dem Liestaler Bahnhofplatz ereignet hatte, erklärte Polizei-Sprecherin Natascha Schärer. Eine Gruppe von 10 bis 15 schwarz gekleideter, maskierter Männer - mit Eisenketten, Baseball-Schlägern und Axtstielen bewaffnet - schlug wahllos auf Passanten ein. Drei Personen wurden an Kopf, Armen und Rücken verletzt und mussten ins Spital eingeliefert werden. Im Bahnhof-Pronto-Shop demolierten sie Mobiliar und hinterliessen nach Polizeiangaben "Zerstörung". Anschliessend zerstreute sich die Gruppe "in alle Himmelsrichtungen". Der brutale Auftritt ereignete sich kurz nachdem eine Polizei-Patrouille um 22 Uhr zum letzten Mal durch den Bahnhof gestreift war. Laut der Sprecherin haben die Gewalttäter keine erkennbare Zielgruppe ins Auge gefasst und auch keine Hinweise auf ein Motiv hinterlassen. Von Zeugen hätten "nur vage Angaben" gemacht werden können. Schärer: "Eventuell handelte es sich um eine externe Gruppierung, die dem Bahnhof einen Besuch abgestattete, nur um etwas Stunk und sich dann aus dem Staub zu machen." Die drei Verletzten haben Strafanzeige eingereicht.
Kommentar: Der gespenstische Aufmarsch vom letzten Freitag in Liestal und die brutalen Ausbrüche müssen die Öffentlichkeit aufrütteln. Nicht zum ersten Mal wurde der Liestaler Bahnhof zum Schauplatz dunkler "Auftritte". Ebenso bedenklich ist aber auch, dass die Polizei über den Vorfall bisher nicht offiziell informierte, wo doch sonst jeder Blechschaden mit Zeugenaufrufen begleitet wird. Die Aufklärung dieser Aggression ist dringlich und wohl auch brisanter Stoff für die Verantwortlichen der Liestaler Lokal- und Sicherheitspolitik. Wer hierzu schweigt, stärkt jene Kräfte, die behaupten, die öffentliche Sicherheit sei auch im Baselbiet nicht mehr gewährleistet. (3. Mai 2004)
15 Skins gefasst und geständig
Reaktion von Polizeikommandant Kurt Stucki
Urteil vom 24. Februar 2006, Strafgericht Liestal


Schiesserei: Ex-Landrat Franz Ammann stellte sich

MUTTENZ/LIESTAL. - Der ehemalige Baselbieter SD-Landrat Franz Ammann, der unter schwerem Verdacht steht, am Abend des 25. April in Muttenz seiner Tochter (20) in den Rücken geschossen und auch auf deren Freund (21) gefeuert zu haben, hat sich heute Montagmittag um 12.30 Uhr in Begleitung seines Anwalts der Polizei in Liestal gestellt. Laut Polizei-Sprecherin Natascha Schärer wurde er sofort in Untersuchungshaft genommen. Die Befragungen seien im Gange. Noch unklar sei, weshalb er sich selbst gestellt hatte. Weitere Angaben sind laut Polizei-Informationen derzeit "nicht möglich". Das Untersuchungsverfahren wird vom Statthalteramt Arlesheim durchgeführt, das zu gegebener Zeit informieren werde. Die Schüsse auf das Paar fielen, als es im Begriffe war, die Liegenschaft zu ihrer Wohnung an der Baselstrasse 116 in Muttenz zu betreten. Die Frau wurde von einem Projektil in den Rücken getroffen und dabei mittelschwer verletzt. Sie befindet sich nach wie vor in Spitalpflege und ist ausser Lebensgefahr. Bezüglich Tatmotiv ist von einem Beziehungsdelikt auszugehen. Im Raum stehen Inzestvorwürfe der Tochter gegen den Vater. (3. Mai 2004)


Grosse Zerstörungswut an FCB-Siegesfeiern

BASEL/THUN. - Begleitet von schrillen Misstönen feierten die Fans des FC Basel am Sonntagabend den Meistertitel ihrer Mannschaft: Brutalste Zerstöriungswut machte sich Luft. So erstatteten die SBB Anzeige, nachdem der Sonderzug aus Thun mit den überbordenden Fans nach seiner Ankunft in Basel SBB vollständig demoliert war und vorläufig nicht mehr eingesetzt werden kann. Die Vandalen rissen Sitzbänke aus ihrer Verankerung und warfen sie aufs Perron, Scheiben gingen zu Bruch und mutwillig wurde zerstört, was immer nur möglich war. Nach ersten Schätzungen entstand ein Sachschaden in der Höhe von mindestens 250'000 Franken. Die Staatsanwaltschaft hat die entsprechenden Ermittlungen aufgenommen, so dass die Verursacher des Schadens zur Rechenschaft gezogen werden können. Während der Feier auf dem Barfüsserplatz erlitten verschiedene Fans Schnittwunden durch Glasscherben und mussten von der Berufssanität betreut werden. Eine junge eine Frau erlitt Verletzungen an den Händen und ein Gehörtrauma, als eine Knallpetarde in ihrer Hand losging. Im Laufe der Nacht kam es zu verschiedenen Vandalenakten. So wurden Absperrgitter auf die Strassen geschmissen, Zeitungskästen umgeworfen und in der Steinenvorstadt steckte ein betrunkener junger Mann ein Auto in Brand. Das Feuer konnte rasch gelöscht und der Täter festgenommen werden. (3. Mai 2004)


Verletzter bei schwerem Auffahrunfall auf der A2/3

AUGST. - Ein schwerer Auffahrunfall ereignete sich heute Montagmorgen um 8.45 Uhr im Bereich der Autobahnverzweigung A2/A3 in Augst in Fahrtrichtung Basel. Erst touchierte ein Sattelmotorfahrzeug mit Schweizer Kennzeichen bei einem Spurwechsel einen Personenwagen. Der Lenker des nachfolgenden ausländischen Sattelmotorfahrzeuges bemerkte den Unfall zu spät und fuhr infolge ungenügenden Abstandes heftig auf das noch fahrende Sattelmotorfahrzeug auf. In der Endphase kollidierte ein nachfolgender Personenwagen mit dem ausländischen Sattelmotorfahrzeug. Zur Bergung des verletzten ausländischen Lenkers musste die Stützpunktfeuerwehr Liestal aufgeboten werden; der Lenker musste in Spitalpflege gebracht werden. Aufgrund der Bergungsarbeiten und der folgenden Tatbestandsaufnahme mussten zwei Fahrstreifen der Autobahn gesperrt werden. Es kam zu einem Stau von fünf Kilometern Länge. (3. Mai 2004)


IV-Probleme beim Vollzug: Lewin muss handeln

BASEL. - Der Basler Sozialminister Ralph Lewin (SP) kommt wegen der rekordhohen IV-Quote in Stadtkanton unter Druck: Kommende Woche will sich Beatrice Breitenmoser, Vizedirektorin des Bundesamts für Sozialversicherungen und zuständig für die Invalidenversicherung, mit Lewin treffen. Während drei Monaten hat das Bundesamt für Sozialversicherungen jedes Gesuch, das Basel bewilligte, untersucht. Laut SonntagsZeitung kommt es zum Schluss, dass die hohe Zahl an IV-Renten-Bezügern in Basel-Stadt nicht nur mit der hohen natürlichen Fall-Zahl zu hat, sondern auch mit dem Vollzug. In Basel-Stadt bezieht jeder elfte Bewohner im Alter zwischen 18 und 65 Jahren eine IV-Rente. Nun wird Lewin der IV-Stelle wohl verordnen müssen, den Vollzug so anzupassen, dass die Bezüger-Quote sinkt. In der Schweiz hat sich seit 1985 die Zahl er IV-Bezüger verdoppelt. (2. Mai 2004)


Sexuell genötigt und brutal geschlagen: Niemand reagierte

BASEL. - Heute Samstag kurz nach 5.30 Uhr wurde in Basel eine jüngere Frau von einem Unbekannten massiv sexuell genötigt und misshandelt. Die Frau wollte durch die Küchengasse zum Bahnhof gehen, als der Mann, der sich zuvor bei ihr an der Heuwaage nach dem Weg zum Bahnhof erkundigt hatte, einen Kuss von ihr verlangte. Sie wies ihn deutlich zurück, worauf er das Opfer in einen Hauseingang drängte und massiv unsittlich anging. Als die Angegriffene sich daraufhin wehrte, schlug er ihr mehrmals die Faust ins Gesicht. Die Frau schrie um Hilfe, worauf der Täter von ihr abliess und sich in Richtung Küchengasse zum Bahnhof entfernte. Obwohl mehrere Passanten die Hilferufe des Opfers offensichtlich gehört hatten, reagierte niemand. Die Frau musste mit Verletzungen im Gesicht in die Notfallstation überführt werden. Im Rahmen einer sofortigen Fahndung konnte kurze Zeit später der mutmassliche Täter, ein 29-jähriger Engländer, festgenommen werden. Schon eine halbe Stunde zuvor war eine Frau von dunkelhäutigen Männern massiv sexuell attackiert und zusammen geschlagen worden. (1. Mai 2004)


Brutaler Vergewaltigungsversuch im Bahnhof SBB

BASEL. - Zu einem brutalen Überfall und anschliessendem Vergewaltigungsversuch auf eine junge Frau, welche sich auf dem Nachhauseweg befand, kam es heute Samstagmorgen kurz vor 5 Uhr in Basel. Die Frau ging zu Fuss durch den De Wette-Park, als sie unvermittelt von fünf dunkelhäutigen Personen, vier Männern und einer Frau, umringt, festgehalten und mit einem Faustschlag ins Gesicht zu Boden geworfen wurde. Einer der Täter raubte dem Opfer die Handtasche. Die Frau ging anschliessend Richtung Centralbahnplatz, wobei ihr einer der Täter folgte. Dieser gab ihr die Tasche zurück und riet ihr sogar, die Polizei zu verständigen. Zwischenzeitlich gelangte die Frau im Bahnhof SBB bei Gleis 1 zur Passerelle, die ins Gundeldingerquartier führt, als sie plötzlich vom gleichen Mann mit einem Schlag ins Gesicht zu Boden gestreckt wurde. Der Täter versuchte sein Opfer trotz heftiger Gegenwehr zu vergewaltigen und würgte sie dabei massiv. Ein zufällig vorbeikommender SBB-Angestellter eilte ihr zu Hilfe. Der Täter liess von seinem Opfer ab und flüchtete Richtung Gundeldingerquartier. Trotz einer sofort eingeleiteten Fahndung konnte der Täter nicht festgenommen werden.
Gesucht wird: Unbekannter, Mischling (schwarzafrika-weiss, Mulatte), 18-20 Jahre alt, 175 cm gross, 70 kg, runde Kopfform, kleine, leicht platte Nase, kurze, vermutlich schwarze Haare, dunkle Augen, von mittlerer Statur, sprach akzentfrei Baslerdialekt, trug graues Traineroberteil, helle Jeans, vermutlich graue-beige Baseballmütze. (1. Mai 2004)

© Copyright by Peter Knechtli und den Autorinnen und Autoren.
Alle Rechte vorbehalten.
Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar
und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Design by Computerschule121