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Frühere News



Aktualitäten vom 19. Juni bis 8. Oktober 2001


Jost Müller neuer Geschäftsleiter des WWF Region Basel

Jost Müller heisst der neue Geschäftsführer der WWF-Regionalstelle Basel. Er tritt laut einem Communiqué am 1. November die Nachfolge von Dieter Stumpf an, der den WWF nach 23 Jahren auf Ende September verlässt. Jost Müller ist 43 Jahre alt, in Basel geboren und Absolvent des Nachdiplomstudiums Umweltlehre der Universität Zürich. Zuvor hatte er Allgemeine Geschichte, Deutsche Literaturwissenschaft sowie Politische Philosophie studiert. Zu seinen bisherigen Tätigkeiten gehörten unter anderem die Leitung des Bereichs "Publizität" bei der "Schweizerischen Gesellschaft für Umweltschutz" (SGU) sowie die Geschäftsführung bei der "Schweizerischen Gesellschaft für Biologischen Landbau Bioterra". Seit zwei Jahren ist Jost Müller Projektleiter und Teilhaber bei der Umweltberatungsfirma "oekoskop" in Basel. Der bisherige Stelleninhaber Dieter Stumpf, der seit März 1978 in verschiedenen Funktionen für den WWF Schweiz und die Sektion Region Basel tätig war, macht sich als Texter, Publizist und Berater selbständig. Er wird aber der WWF Sektion Region Basel für besondere Aufgaben weiterhin zur Verfügung stehen. (8.10.2001)




Ein erstes Ja zur dritten Belchen-Röhre

Mit einem Verhältnis von 96 zu 75 Stimmen hat der Nationalrat der Parlamentarischen Initiative des Baselbieter SVP-Nationalrates Caspar Baader zugestimmt und die nationalrätliche Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen (KVF) beauftragt, die notwendigen Schritte zur unverzüglichen Detailplanung den dritten Autobahn-Tunnel am Belchen an die Hand zu nehmen. Die Wirtschaftskammer Baselland nimmt diesen Entscheid, der entgegen dem knappen Mehrheitsantrag der KVF gefasst wurde, laut Communiqué "mit grosser Erleichterung" auf. "Dieser Beschluss ist doch ein erster wichtiger Schritt zur Realisierung einer spürbaren Entlastung des national schwerwiegendsten Nadelöhrs auf der Nord-Süd-Achse des schweizerischen Autobahnnetzes." Die Erleichterung sei um so grösser, als die gegenwärtige Zwischensanierung der einen Belchenröhre "tagtäglich in aller Härte die unhaltbaren Auswirkungen der Belchen-Staus auf die KMU-Wirtschaft, aber auch auf die Bevölkerung dies- und jenseits des Jura-Durchganges manifestiert". (5.10.2001)


Echo

Zur dritten Tunnel-Röhe am Belchen

"Am besten noch drei Röhren mehr bauen"
Ich würde gleich drei Röhren mehr planen, dann muss in zehn Jahren nicht schon wieder gestaut werden! Spass beiseite: Wir können noch soviele Strassen und Tunnels erstellen, sie werden innerhalb weniger Jahren mit Autos wieder schön aufgefüllt sein. Wann hat dieser Wahnsinn ein Ende? Nein zur dritten Röhre!

Ruedi Basler
Liestal




Greenpeace-Analysen bestätigt: Novartis entfernt Gentech-Soja aus Baby-Food

Novartis hat in einem Schreiben an Greenpeace die Untersuchungsresultate der Umweltschutzorganisation bestätigt, dass die auf den Philippinen verkaufte Gerber-Novartis-Babynahrung Gentech-Soja enthält. Greenpeace hatte dies im August aufgedeckt und publik gemacht. Novartis erklärt nun laut einem Communiqué von Greenpeace, "dass die Gentech-Ingredienzen durch konventionelle Zutaten ersetzt würden". Greenpeace begrüsst diesen Schritt von Novartis, wird "den Basler Konzern aber weiterhin beobachten und überprüfen, ob er sein Gentechfrei-Versprechen auch wirklich weltweit einhält". (5.10.2001)




Gewerkschaften demonstrierten gegen den Abbau von Swissair-Arbeitsplätzen

Zwischen 150 und 200 Personen demonstrierten am Donnerstagmittag vor dem Sitz der Grossbank UBS gegen das Swissair-Desaster und den geplanten Abbau von Tausenden Arbeitsplätzen. Zur Demonstration hatte der Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) aufgerufen. Unterstützt wurde die Kundgebung durch die Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI). Die Sprecher geisselten die "neoliberalen Versager", die Tausende Arbeitsplätze vernichten wollten. Der Bund müsse darum die Führung im Krisenmanagement weiter behalten. VPOD-Sekretär Martin Engel warnte vor dem Glauben, das Basler Gespann Marcel Ospel, Moritz Suter und André Dosé wolle die Swissair-Probleme lösen. VPOD-Zentralsekretär und Baselbieter SP-Landrat Urs Wüthrich plädierte für den "Zusammenhalt der verschiedenen betroffenen Berufsgruppen" und mahnte: "Herr Ospel, wir spielen hier nicht Monopoly. Es geht hier um Menschen und um Schicksale." GBI-Spitzenfunktionär Hans Schäppi hielt es für "skandalös, wenn die Angestellten am Schluss die Hauptlast der Misere tragen müssen. Auf eidgenössischer, aber auch auf kantonaler Ebene dürften jetzt keine weiteren Privatisierungen mehr zugelassen werden, sagte Schäppi und forderte eine Mehrheitsbeteiligung des Staates an der neuen Crossair. Ausserdem müssten jetzt die Verantwortlichen des Desasters zur Rechenschaft gezogen werden, verlangte Schäppi unter starkem Applaus. "Wir wollen keinen Bank-Räuber Ospel an der Spitze der neuen Crossair", ergänzte Stefan Giger, beim VPOD für Luftverkehr zuständig. - Im Gegensatz zur Demonstration vor dem Swissair-Hauptsitz in Zürich vom Mittwoch war die Beteiligung in Basel bescheiden. Einzelne Flughafen-Angestellte - etwa von Swissport - waren auszumachen. Crossair-Mitarbeitende waren nicht erkennbar. Die Fensterläden am UBS-Sitz waren herunter gelassen worden (Foto), die Kundgebung verlief friedlich. (4.10.2001)




SP-Fraktion fordert höhere Staatsbeteiligung an Crossair

Eine wesentlich stärkere Beteiligung des Kantons Basel-Stadt an der um die Swissair vergrösserten Fluggesellschaft Crossair fordert der Basler SP-Grossrat Daniel Goepfert, 44, des Basler Grossen Rates in einem Vorstoss. Für den Wirtschaftsraum Basel sei es nun "wichtig, dass der Crossair-Standort Basel erhalten bleibt". Es gehe einerseits um 2398 Arbeitsplätze, die Crossair allein in Basel betreibe. Anderseits gelte es, das von der SP ausdrücklich unterstützte Konzept des Euro-Hub in Basel zu fördern und zu stärken. Die Infrastruktur stehe schon bereit, jetzt müssten die Behörden "die richtigen Signale senden". Dazu gehöre eine stärkere Beteiligung am Crossair-Aktienkapital. Schon nur um die bisherigen 4 Prozent zu halten, müsste sich unser Kanton angesichts des erhöhten Aktienkapitals deutlich stärker beteiligen. Goepfert will von der Regierung wissen, ob sie bereit sei, neues Kapital in die Crossair einzuschiessen, nachdem die Basler Beteiligung an Swissair abgeschrieben werden kann. Diese Beteiligung beläuft sich laut Informationen von OnlineReports auf einen Betrag um 30 Millionen Franken. Mit einem stärkeren Engagement des Kantons erhofft sich Goepfert auch, dass verstärkt immissionärmere Flugzeuge zum Einsatz kommen. (4.10.2001)




Swissair-Debakel: Basler Regierung begrüsst Kredit des Bundesrates

Die Basler Regierung begrüsst den Entscheid des Bundesrates, mit Hilfe eines Überbrückungskredites des Bundes in Höhe von höchstens 450 Millionen Franken der Swissair zu ermöglichen, ihren Flugbetrieb wieder aufzunehmen. "Mit grosser Betroffenheit", so heisst es in einem Communiqué, habe die Exekutive die jüngsten Ereignisse mitverfolgt. "Die Situation, welche durch die offensichtlich katastrophale Finanzlage der Swissair eingetroffen ist, hat der schweizerischen Luftfahrt und dem schweizerischen Wirtschaftsstandort grossen Schaden zugefügt." Die Regierung hofft, dass mit dem Darlehen "die Grundlage für einen geordneten Übergang des Flugbetriebes von der Swissair zur Crossair gegeben ist". Die Basler Regierung bedauert die Belastungen, denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Swissair sowie die Passagiere ausgesetzt sind. Der Kanton Basel-Stadt wird die Anstrengungen für eine Gesundung der schweizerischen Luftfahrt im Rahmen seiner Möglichkeiten unterstützen. (3.10. 2001)




Basler Regierung zeigt Zürich die Zähne: "Crossair darf nicht untergehen"

Mitten im Desaster um die marode Swissair zeigt die Basler Regierung "Zürich" die Zähne: Basel lasse sich die Crossair, an der die Swissair 70 Prozent hält, nicht kaputt machen. Dies erklärten die Basler Regierungsräte Barbara Schneider, Ueli Vischer und Ralph Lewin sowie der Baselbieter Finanzdirektor Adrian Ballmer heute Donnerstag an einer Pressekonferenz in Basel. Die Regierungsvertreter schlugen einen ungewohnt scharfen Ton gegen den "Grössenwahn" der Zürcher Swissair-Zentrale an. Anders als die Swissair habe ihre Basler Tochtergesellschaft Crossair eine gesunde Substanz. Es dürfe nicht sein, dass dieses Unternehmen, das auf dem Basler Euro-Airport eine lebenswichtige Rolle spiele, in den Strudel der Swissair-Fehlleistungen gerissen werde und unter gehe. Lange Zeit habe die Crossair im Schatten Zürichs gestanden. Jetzt aber hole der Schatten die Swissair ein. Lewin: "Eigentlich müssten nicht die Crossair-Leute nach Zürich, um zu sanieren, sondern die Swissair-Leute nach Basel, um zu lernen." Der Basler Finanzdirektor Ueli Vischer blies ins gleiche Horn: "Das alte Szenario, dass eine gesunde Basler Gesellschaft nach Zürich geht und dort untergeht, ist für dieses Mal inakzeptabel." Falls die Finanzbeschaffungsgruppe um den Zürcher Unternehmer Ulrich Bremi die gut fünf Milliarden Franken nicht aufbringen könne und ein Konkurs unumgänglich wäre, so gebe es laut Vischer einen Ausweg: Die "intakte Crossair" (Vischer) könnte aus der Swissair herausgekauft werden. Die Basler Regierung kann sich somit vorstellen, dass die Crossair die Funktion der früheren Swissair übernimmt und auch wesentliche Konzernbestandteile - allenfalls sogar die Konzernleitung - nach Basel verlegt. Der ausbaufähige Euro-Airport befinde sich auf EU-Territorium, bediene jährlich 3,8 Millionen Passagiere und biete 6'300 Arbeitsplätze in 148 Unternehmen. "Der zentralistische Gigantismus der Swissair in Zürich ist gescheitert", sagte Lewin. Anstelle der "absoluten Konzentration auf einen Mega-Hub" müssten neu drei starke Regionalmärkte in Basel, Genf und Zürich durch die Swiss Airlines bearbeitet werden, ergänzt durch die aus Zürich betriebenen Langstrecken-Aktivitäten. Finanzdirektor Vischer liess durchblicken, dass sich auch am Flugverkehr interessierte regionale Grossunternehmen bereit zeigen könnten, sich an der Aufrechterhaltung des Erfolgs-Modells Crossair zu beteiligen. Fazit der Pressekonferenz: Zwischen Basel und Zürich zeichnet sich, so ein Insider, ein "noch nie dagewesener Polit-Clinch" um die Behauptung im Luftverkehr ab. (27.9.2001)




Basler Richter-Wahlen: Keine Chance für die SVP

Nach dem ersten Wahlgang der Basler Richter-Wahlen von diesem Wochenende haben nur vier der insgesamt 27 Kandidatinnen und Kandidaten das Absolute Mehr erreicht. Somit konnten vier der insgesamt neun Gerichtspräsidien verschiedener Gerichte, aber keiner der acht Richterstühle des Sozialversicherungsgerichts besetzt werden. Die Wahlbeteiligung betrug 25 Prozent. Der zweite Wahlgang findet am Wochenende vom 28. Oktober statt.

Drei Präsidentinnen / Präsidenten des Sozialversicherungsgerichts:
Total Stimmberechtigte: 114’112, Stimmbeteiligung: 25,17 Prozent. Eingelegte Wahlzettel 28’717, davon leer 482 und ungültig 169. Gültige Wahlzettel: 28’066, Absolutes Mehr: 14’275. Gewählt ist niemand.

Weitere Stimmen erhielten:
Zehnder-Mächler Katrin (SP, Liste 2) 14’213 Stimmen
Freivogel-Fritschin Andreas (LDP, Liste 1) 13’159 Stimmen
Thomi Gregor (DSP, Liste 1) 12’565 Stimmen
Hofstetter Schnellmann Madeleine (SVP, Liste 3) 5’470 Stimmen
Flubacher René (SVP, Liste 3) 5’405 Stimmen
Verschiedene 164 Stimmen

Acht Richterinnen / Richter des Sozialversicherungsgerichts:
Total Stimmberechtigte: 114’112, Stimmbeteiligung: 25,26 Prozent. Eingelegte Wahlzettel 28’828, davon leer 457 und ungültig 205. Gültige Wahlzettel: 28’166, Absolutes Mehr: 14’312. Gewählt ist niemand.

Weitere Stimmen erhielten:
Sutter-Somm Karin (SP, Liste 2) 14’199 Stimmen
Engler-Mezzadri Urs (SP, Liste 2) 14’195 Stimmen
Meier Felix (FDP, Liste 1) 13’667 Stimmen
Stahel Erich (LDP, Liste 1) 13'629 Stimmen
Berger Pascal (CVP, Liste 1) 13’382 Stimmen
Waegeli Philippe (VEW, Liste 1) 13’202 Stimmen
Hofer Regula (BastA!, Liste 2) 13’021 Stimmen
Huber Irène (Frauenliste, Liste 2) 12’778 Stimmen
Frehner Sebastian (SVP, Liste 3) 4’930 Stimmen
Wetzel Klaus (SVP, Liste 3) 4’770 Stimmen
Nogawa-Staehelin Alexandra (SVP, Liste 3) 4’627 Stimmen
Fercher Marius (SVP, Liste 3) 4’378 Stimmen
Kipfer Johnny (SVP, Liste 3) 3’952 Stimmen
Verschiedene 501 Stimmen

Ersatzwahl von zwei Präsidentinnen / Präsidenten des Strafgerichts:
Total Stimmberechtigte: 114’112, Stimmbeteiligung: 25,50 Prozent. Eingelegte Wahlzettel 29’095, davon leer 442 und ungültig 164. Gültige Wahlzettel: 28’489, Absolutes Mehr: 14’466. Gewählt ist niemand.

Weitere Stimmen erhielten:
Kundert-Bauhart Hans-Jörg (FDP, Liste 1) 13’185 Stimmen
Wehrle Stefan (CVP, Liste 1) 13’121 Stimmen
Dora Hans (SP, Liste 2) 13’053 Stimmen
Wagner Fred M. (SVP, Liste 3) 4’128 Stimmen
Verschiedene 100 Stimmen

Ersatzwahl von vier Präsidentinnen / Präsidenten des Zivilgerichts:
Total Stimmberechtigte: 114’112, Stimmbeteiligung: 24,68 Prozent. Eingelegte Wahlzettel 28’168, davon leer 650 und ungültig 145. Gültige Wahlzettel: 27’373, Absolutes Mehr: 14’012.

Gewählt sind:
Lötscher-Steiger Bruno (CVP, Liste 1) 15’386 Stimmen
Loehr Hardo (FDP, Liste 1) 15’045 Stimmen
Wullschleger Stephan (SP, Liste 2) 15’019 Stimmen
Stein-Wigger Matthias (CVP, Liste 1) 14’659 Stimmen

Weitere Stimmen erhielten:
Giovannone-Hofmann Kathrin (Grüne, Liste 2) 13’223 Stimmen
Verschiedene 403 Stimmen
Der Anteil brieflich Stimmender betrug rund 96 Prozent. (23.9.2001)




Offene Drogenszene: Heuwaage-Gassenzimmer drei Tage geschlossen

Das Gassenzimmer an der Heuwaage in Basel war diese Woche während drei Tagen geschlossen. Die Schliessung steht im Zusammenhang mit der unzumutbar wachsenden offenen Drogenszene, die sich in letzter Zeit vor dem Lokal gebildet hatte. Samuel Bertschi, Leiter der Fachstelle für Suchtfragen Basel-Stadt, bestätigte Informationen von OnlineReports. "Betriebliche Gründe" machte Bertschi für die temporäre Schliessung der im Auftrag von Baselland betriebenen "Kontakt- und Anlaufstelle" geltend. Bertschi: "Die Vorplatz-Situation war unmöglich und entsprechend machte sich Nervosität breit." Die Angestellten des Gassenzimmers hätten aufgrund der starken Beanspruchung Ruhe benötigt. Als Ersatz sei das Gassenzimmer am Riehenring während der Zeit zwischen 16 und 22 Uhr geöffnet worden, sagte Bertschi weiter. Der Standort Heuwaage sei jedoch grundsätzlich unbestritten, hingegen werde der "Riehenring" bald geschlossen und Ersatz dafür benötigt werden. (21.9.2001)




Sun21-Eröffnung: Forderung nach einem "Marshallplan für Umwelt"

"Die rasante Entwicklung darf nicht zu Lasten der Schwachen und der Natur gehen", erklärte die Basler Regierungspräsidentin Barbara Schneider am Mittwoch zur Eröffnung des 4. Internationalen Energieforums Sun21 im Zusammenhang mit der lebensnotwendigen Förderung alternativer Energien. Hierzu brauche es auch viel "innere Kraft". Schneider lobte im Kongresszentrum der Messe Basel die kreative Pionierrolle der Stadt Basel und ihrer Bevölkerung beim Einsatz erneuerbarer Energien. "Wir haben bereits Erfahrungen, die andere noch nicht haben." Basel sei diesbezüglich eine "Testregion". Ihr Traum sei es, dass "der fruchtbare Geist" der Sun21 wachse und weiterlebe. Der ehemalige Basler Gewerbedirektor Christoph Eymann übernahm auch als frischer Regierungsrat die Moderation des Anlasses. Er verwies auf die Initianten der Sun21, welche in Sachen erneuerbarer Energien "mit einer erfrischenden Ungeduld immer noch mehr" erwarten würden. Insbesondere der Arzt und Sun21-Vater Martin Vosseler habe sich mit einer "selten angetroffenen Glaubwürdigkeit" für die Alternativenergien eingesetzt: "Ohne Vosseler wäre der Kanton nicht dort, wo er jetzt ist." Der Geehrte aber warnte vor den zunehmenden Folgen der Klimaerwärmung und forderte im Sinne des am Donnerstag in Basel eintreffenden ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore die rasche Umsetzung eines Marshallplans zur Stabilisierung der Erde. (19.9.2001)




Massive Veruntreuungen im Basler Antikenmuseum: Buchhalter geständig

Im Basler Antikenmuseum ist es zu massiven Veruntreuungen gekommen. Dies gab Museumsdirektor Peter Blome am Dienstag in einem dürren Communiqué bekannt. Einzelheiten, wie etwa die Höhe der vermuteten Unterschlagungen, werden darin nicht genannt. Blome äussert einzig, dass die staatliche Finanzkontrolle auf die Verfehlungen gestossen war. Darauf habe die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung eingeleitet, deren Ergebnisse "abzuwarten" blieben. Der "fehlbare Buchhalter", so Blome weiter, habe "umfangreiche Veruntreuungen gestanden". (18.9.2001)




Nationalrat Rechsteiner will Atomkraftwerke sofort abschalten

Als Konsequenz aus dem unglaublichen Terroranschlag auf New York und Washington will der Basler SP-Nationalrat Rudolf Rechsteiner die Abschaltung der Schweizer Atomkraftwerke verlangen. Dies erklärte Rechsteiner gegenüber OnlineReports. Die Ereignisse vom 11. September hätten "die Verletzlichkeit moderner Gesellschaften hinsichtlich terroristischer Angriffe offengelegt". In einem Vorstoss will er den Bundesrat einladen, "die zehn grössten Risikostandorte der Schweiz, namentlich die Standorte von Atomkraftwerken, die Schweizer Landesflughäfen, die grössten Staudämme sowie die Neat und die fossilen Brennstofflager zu ermitteln und dem Parlament Anträge über die zu ergreifenden Schutzmassnahmen vorzulegen". Insbesondere - so Rechsteiner im Entwurf für einen Parlamentarischen Vorstoss - wird angeregt, "die schweizerischen Atomkraftwerke sofort zu schliessen und die radioaktiven Substanzen flugzeug- und terrorsicher zu verwahren. Der Strombedarf ist kurzfristig durch Zukauf von Strom aus fossilen Kraftwerken zu überbrücken und innert fünf bis zehn Jahren durch dezentrale und nachhaltige Stromerzeugung zu ersetzen". (12.9.2001)




KIGAs BS und BL interventierten: Migros muss nachzahlen

Doppelverträge hatten bei Angestellten der Genossenschaft Migros dazu geführt, dass keine Überzeit entstehen konnte und die Angestellten dadurch die ihnen zustehende Zulage nicht erhielten. Die Kantonalen Ämter für Industrie, Gewerbe und Arbeit in beiden Basel haben laut Communiqué erwirkt, dass eine entsprechende Nachzahlung erfolgt ist. Im April dieses Jahres ist bekannt geworden, dass die Genossenschaft Migros mit zahlreichen Arbeitnehmenden Zweitverträge abgeschlossen hat. Dies hat teilweise zu Arbeitszeitüberschreitungen geführt. Das KIGA Basel-Stadt und das KIGA Basel-Landschaft haben daraufhin bei der Genossenschaft Migros Basel interveniert und Auskunft über bestehende Zweitverträge in der Region verlangt. Bei der Kontrolle der Arbeitsverhältnisse hat sich gezeigt, dass in der Region bei 94 Arbeitnehmenden mit Zweitverträgen die wöchentliche Höchstarbeitszeit überschritten wurde. Dabei waren die Überschreitungen bei einigen Mitarbeitenden sehr gering, betrugen bei andern jedoch bis zu 10 Stunden pro Woche. Im Juni verwarnten die beiden Ämter die Migros wegen Verletzung von Bestimmungen des Arbeitsgesetzes und verlangten die Wiederherstellung des rechtmässigen Zustandes sowie die nachträgliche Ausrichtung des vorgesehenen Zuschlages für die geleistete Überzeit der letzten fünf Jahre. Die Nachzahlung von insgesamt 202'900 Franken wurde von der Migros fristgerecht an die betroffenen Arbeitnehmenden ausbezahlt. (12.9.2001)




FDP will "digitales Baselland" forcieren

Den Standort Baselland attraktiver machen, die Interaktionskosten zwischen BürgerInnen und Verwaltung reduzieren und eine "digitale Spaltung" der Bevölkerung verhindert wollen die die Baselbieter Freisinnigen. In einer Interpellation erkundigt sich Landrat Patrick Schäfli nach Strategie und Zeitplan zur Einführung des sogenannten E-Government. Die digitale Verknüpfung zwischen Bürgerinnen/KMU und den Dienstleistungen des Kantons rund um die Uhr bis hin zum digitalen Wählen und Abstimmen macht Gesetzesänderungen nötig, die ausserdem in einem Postulat desselben Parlamentariers verlangt werden. Dazu zählt auch die "Förderung und Unterstützung der digitalen Aus- und Weiterbildung breiter Schichten unabhängig vom Alter". Landrat Schäfli verlangt in seinem Vorstoss auch die Einrichtung eines eigenen staatlichen KMU-Portals. Überdies soll der "Papierverkehr mit dem Parlament und seinen Mitgliedern möglichst bald auch via E-Mail-Versand verfügbar sein". Die Förderung digitaler Kommunikationsmittel ist seit Jahren ein Thema: Die Lancierung der digitalen Steuererklärung hatte vor Jahren schon die grüne Landrätin Edith Stauber in einem Vorstoss gefordert. (9.9.2001)




Nach 43 Ehe-Jahren: Zwei Todesopfer bei Beziehungsdelikt

Heute Samstag morgen forderte ein Beziehungsdelikt in einem Mehrfamilienhaus in Birsfelden zwei Todesopfer. Kurz vor 8 Uhr stach ein 63-jähriger Mann mit einem Küchen-/Fleischmesser mehrmals auf seine 66-jährige Ehefrau ein und verletzte sie so schwer, dass sie kurz später verstarb. Aufgrund der bisherigen Erkenntnisse versetzte sich der Mann in der Folge selbst einen Stich in die Herzgegend und konnte ebenfalls nicht mehr gerettet werden. Das Ehepaar war seit 42 Jahren verheiratet. Die Tatwaffe mit einer 14 Centimeter langen Klinge ist beschlagnahmt. Tathergang und Tatmotiv sind Gegenstand der Ermittlungen. Die Polizei Basel-Landschaft hat in Zusammenarbeit mit dem Statthalteramt Arlesheim eine Untersuchung eingeleitet. In Birsfelden im Einsatz standen die Sanität Basel (5 Rettungssanitäter, 2 Notärzte, 2 Rettungswagen, 1 Notarztwagen) und die Polizei Basel-Landschaft mit 10 Personen. (8.9.2001)




Rita Ziegler: Neue Direktorin für das Kantonsspital Basel

Rita Ziegler tritt per 1. März 2002 die Stelle als Spitaldirektorin des Kantonsspitals Basel-Stadt (KBS) an. Die Basler Regierung hat dieser Anstellung diese Woche zugestimmt. Rita Ziegler übernimmt damit die Aufgaben des ehemaligen KBS-Direktors Daniel Biedermann respektive von Christof Haudenschild, der seit Anfang Juni dieses Jahres als Nachfolger von Daniel Biedermann die interimistische Leitung des KBS bis zur definitiven Neubesetzung der Stelle innehat. Frau Ziegler, von Schönholzerswilen (TG), ist seit 1996 als Verwaltungsdirektorin am Spital Limmattal in Schlieren tätig. Die neue KBS-Direktorin mit Jahrgang 1953 ist lic.oec. HSG (Hochschule St. Gallen). Sie hat an der Universität Bern zudem ein Nachdiplomstudium für Management im Gesundheitswesen absolviert. Frau Ziegler ist seit rund 14 Jahren im Gesundheitswesen tätig. Vor ihrer heutigen Tätigkeit war sie zuerst Projektleiterin von verschiedenen Mandaten im Bereich Gesundheitswesen, später Betriebswirtschafterin bei der VESKA (heute "H+ Die Spitäler der Schweiz"), dann Mitglied der Geschäftsleitung und Partnerin bei der ATAG Ernst & Young Consulting AG, Bern. Die neue Spitaldirektorin konnte sich in diesen Jahren laut Communiqué "ein überdurchschnittliches Know-how im schweizerischen Spital- und Gesundheitswesen aneignen". Sie gehöre "landesweit zu einer der profiliertesten Managementpersönlichkeiten in diesen Bereichen" und kenne die Komplexität der anstehenden Herausforderungen im schweizerischen Spital- und Gesundheitswesen aus verschiedensten Blickwinkeln. Bis zum Stellenantritt von Rita Ziegler behält Christof Haudenschild im Rahmen einer Übergangslösung als Vorsitzender der Spitalleitung die Führung des KBS inne. Er hat Anfang Juni dieses Jahres die interimistische Leitung des Kantonsspitals angetreten. "Ich freue mich sehr über diese Wahl. Es kommen viele spannende Aufgaben auf uns zu - vor allem die Verknüpfung mit dem universitären Bereich", so die erste Reaktion der gebürtigen Ostschweizerin Rita Ziegler gegenüber OnlineReports. (7.9.2001)




Sex-Fall Wehrli: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage

Jetzt mahlen die Mühlen der Justiz schnell: Im Sex-Fall Samuel Wehrli hat die Baselbieter Staatsanwaltschaft am Dienstag Anklage gegen den CVP-Politiker erhoben. Gegen Wehrli war wegen "sexuellen Handlungen mit Kindern, Vergewaltigung und Schändung" ermittelt worden. Erst vor gut zwei Wochen hatte das Statthalteramt Liestal die Akten mit den Antrag auf Anklage an die Staatsanwaltschaft überwiesen. Die staatlichen Ankläger sind offenbar rasch zu einem Befund gekommen: Wie die Staatsanwaltschaft heute Mittwoch bekannt gab, sei sie "aufgrund der vorliegenden Akten- und Beweislage" zum Schluss gelangt, "dass Anklage wegen der ihm vorgeworfenen sexuellen Handlungen zu erheben ist". Das Verfahren sei am Dienstag an die Kammer des Strafgerichts zur Beurteilung überwiesen worden. Als Grund für die ungewohnt speditive Behandlung des Geschäfts nannte Staatsanwalt Boris Sokoloff das Vorliegen eines Sexualdelikts sowie das öffentliche Interesse. Nach seiner Einschätzung kommt es "wahrscheinlich nicht mehr dieses Jahr" zur Gerichtsverhandlung. (5.9.2001)
- Die Story zum "Fall Wehrli"
- Samuel Wehrlis Erklärung vom 17. April 2000 vor dem Einwohnerrat Pratteln
und die Interpellation von CVP-Landrat Uwe Klein vom 22. Juni 2000
- Obergutachten zum Fall Wehrli




Radio-DRS-Standortentscheid: Basler Regierungen "weitgehend zufrieden"

Die Regierungen der beiden Basel nehmen "mit Genugtuung" zur Kenntnis, dass der Regionalratsausschuss SRG idée suisse Deutschschweiz (RRA) an seiner gestrigen Sitzung der Variante "Status Quo Plus" als der klar besten unter drei unbefriedigenden Varianten zugestimmt hat. Die nun beschlossene Variante beinhaltet eine vollständige Verlagerung der heute noch in Basel vorhandenen Arbeitsplätze von DRS 1 und DRS 3 nach Zürich, was die Regierungen bedauern. Positiv werten die Exekutiven, dass DRS 2 in Basel konzentriert und der Jugendsender "Virus" hier weiter entwickelt wird. Die beiden Kantone wollen gemeinsam mit der Radio- und Fernsehgenossenschaft Basel (RFB) die Kontakte zur SRG intensivieren, um mittelfristig einen attraktiven, zukunftsgerichteten Studiostandort in Basel zu realisieren. Dazu gehörten auch Investitionen in Basel. (4.9.2001)




Basler Baudepartement erteilt Baubewilligung für Casiono-Projekte

Das baselstädtische Baudepartement hat beiden Casino-Konkurrenzprojekten die Baubewilligung erteilt. Zwei Einsprachen gegen das Messe-Casino - geplant in Halle 4 des Kongresszentrums - waren vom Bauinspektorat abgelehnt worden. Auch die Airport Casino Basel AG, die ein 50-Millionen-Projekt an der Flughafenstrasse verfolgt, verfügt seit letzter Woche über eine Baubewilligung, wie Verwaltungsrat Gert Thoenen gegenüber OnlineReports erklärte. Hinter dem Airport-Projekt steht die französische Groupe Tranchant, die bereits 19 Grand Casinos betreibt. Der Entscheid des Bundesrates über die Erteilung einer Spielbankenlizenz wird im Oktober erwartet. Es wird davon ausgegangen, dass die Lizenz nur an eines der beiden Projekte vergeben wird. Laut Thoenen sind die Chancen für das Neubau-Projekt seiner Gruppe "intakt". (4.9.2001)




Erfolglos: Erich Mansers Suche nach seinem Bruder Bruno

Ohne jeden brauchbaren Hinweis ist eine letzte Such-Expedition um den Basler Regenwaldschützer Bruno Manser verlaufen, die sein 49-jähriger Bruder Erich unternommen hat. Begleitet von elf Penan-Waldnomaden suchte Erich Manser diesen Monat während zwei Wochen den Regenwald der Penan im malaysischen Teilstaat Sarawak ab. Nach Angaben des Bruno Manser Fonds (BMF) als Organisator der Expedition lag das Suchgebiet zwischen dem Fluss Brunei, auf dem Bruno Manser im Mai letzten Jahren zum letzten Mal gesehen wurde, und dem von den Penan verehrten heiligen Berg Batu Lawi. BMF-Geschäftsführer John Künzli zu OnlineReports: "Wir geben die Hoffung nicht auf, aber es ist eher unwahrscheinlich, dass Bruno noch lebt." (29.8.2001)




Autodieb-Tötung: Schiessende Polizisten beurlaubt / Schild drückt Bedauern aus

Der Basler Polizeidirektor Jörg Schild hat sich am Montag nochmals vom Polizeikommando über die bisherigen Informationen zur Erschiessung eines Autodiebs durch zwei Polizisten orientieren lassen. Der Polizeidirektor hält in einem Communiqué fest, dass "die Darstellung des Sachverhaltes in den Medien unterschiedlich und weiterhin unklar" sei. Eine endgültige Beurteilung der tatsächlichen Umstände sei erst nach Einsicht in die offiziellen Akten der Ermittlungsbehörden und nach Beurteilung durch die französischen Behörden möglich. Zuhanden der Angehörigen des ums Leben gekommenen Mannes drückt Regierungsrat Jörg Schild sein Beileid aus. In einem Schreiben an die zuständigen französischen Behörden äussert er zudem sein Bedauern über den Ausgang des Einsatzes auf französischem Hoheitsgebiet. Wie erst jetzt bekannt wird, hat der interimistische Polizeikommandant Roger Fischer die drei involvierten Polizisten bereits letzten Samstag für eine Woche beurlaubt. Nach seiner heutigen Informierung durch das Polizeikommando entschied Schild zudem, "dass sie bis auf weiteres nicht im Aussendienst eingesetzt werden". - Gegenüber dem Regionaljournal Basel von Schweizer Radio DRS sagte Polizei-Sprecher Klaus Mannhart am Sonntag, die beiden schiessenden Polizisten würden weiter beschäftigt, "wie wenn nichts geschehen wäre". Am Montagabend wehrte sich Mannhart gegen Behauptungen, die Basler Sanität sei erst mit grosser Verspätung am Unfallort eingetroffen. "Die Einsatzzentrale der Kantonspolizei Basel-Stadt alarmierte die Sanität Basel um 23.24 Uhr und bot sie zum Ereignisort auf. Die Schüsse waren erst wenige Sekunden vorher gefallen. Die Sanität Basel war um 23.36 Uhr vor Ort." (27.8.2001)




Basler Polizisten töten Autodieb mit Kopfschuss

Was ist in die beiden Basler Polizisten gefahren, die am Donnerstagabend im schweizerisch-elsässischen Grenzgebiet einen 28-jährigen Autodieb erschossen haben? Nach Angaben der "SonntagsZeitung" hatten die beiden Pistoleros 18 Schüsse auf den Flüchtenden abgegeben und ihn dabei mindestens mit einer Kugel in den Kopf geschossen. Wie durch ein Wunder blieben seine Freundin und das gemeinsame zwei Monate alte Baby, die ebenfalls im Fluchtauto sassen, unverletzt. Die Frau steht aber unter schwerem Schock. Laut dem Basler Staatsanwalts-Sprecher Markus Melzl waren am Fluchtfahrzeug Front- und Heckscheibe zertrümmert, auch seien zahlreiche Einschusslöcher erkennbar gewesen. Es gibt dagegen bisher keine Spuren, die auf eine Bewaffnung des Getöteten hindeuten. Da der Tatort ein paar wenige Meter von der Schweizer Grenze entfernt auf französischem Hoheitsgebiet liegt, haben die französischen Polizei- und Strafverfolgungsbehörden die Abklärungen und Ermittlungen aufgenommen. Sämtliche Zuständigkeiten liegen bei der französischen Staatsanwaltschaft in Mulhouse. "Vorsätzliche Tötung" wird den Polizisten vorgeworfen, was in Frankreich mit bis zu 20 Jahren Haft bestraft wird. - Am Donnerstagabend, kurz vor 23.30 Uhr, hatte ein Passant der Basler Polizei gemeldet, dass in der Hüningerstrasse ein parkiertes Auto aufgebrochen würde. Eine dreiköpfige Alarmpikettmannschaft der Kantonspolizei war sehr schnell an Ort und Stelle, wobei es dem Autodieb dennoch gelang, das Fahrzeug in Gang zu setzen und fortzufahren. Die Polizeipatrouille nahm die Verfolgung des flüchtenden Fahrzeuges auf. Der Fahrer fuhr im Endbereich der Hegenheimerstrasse in die weitläufige und von Strassen durchzogene Schrebergartenanlage. Dort wurde das Fluchtauto eingeholt. Nach einem Schusswaffeneinsatz der Polizei kam der gestohlene Wagen in einem Graben zum Stillstand. Der Autodieb, ein schweizerisch-französischer Doppelbürger aus Blotzheim, kam dabei ums Leben. Melzl zu OnlineReports: "Wir wissen nicht, weshalb geschossen wurde." - Gegenüber dem Regionaljournal Basel von Schweizer Radio DRS sagte Polizei-Sprecher Klaus Mannhart am Sonntag, die beiden schiessenden Polizisten würden weiter beschäftigt, "wie wenn nichts geschehen wäre".

KOMMENTAR: Die näheren Umstände dieser fatalen Verfolgungsjagd müssen noch geklärt werden. Wie es nach derzeitigen Erkenntnissen aber scheint, starb der Dieb an Schüssen aus der Hand von Basler Polizisten. Unabhängig von allfälligen strafrechtlichen Verfehlungen: Dieser Fall muss Konsequenzen haben. Wenn Basler Polizisten einen lumpigen Autodieb erschiessen und gleichzeitig seine Frau und ein zwei Monate altes Baby an Leib und Leben gefährden, dann müssen diese wildgewordenen Ordnungshüter schleunigst aus dem Verkehr gezogen werden. Sie wissen mit der Waffe nicht umzugehen und besudeln in unzumutbarer Weise das Image der zahlreichen Polizisten, die täglich verantwortungsvoll ihren Job erfüllen. (24./26.8.2001)
Urteil vom 12. Februar 2004




Neuer Basler Zollidirektor: Olivier Pagan wird Studer-Nachfolger

Der Wechsel an der Spitze des Zoologischen Gartens Basel wird wie - mehrfach in der Vergangenheit - durch eine interne Lösung vollzogen: Wie OnlineReports bereits meldete, wird Olivier Pagan (38) neuer Basler Zollidirektor und Nachfolger von Peter Studer. Am Dienstagabend wurde Pagan durch den Verwaltungsrat des Zoologischen Gartens gewählt. Studer tritt Ende März 2002 in den Ruhestand. Olivier Pagan wird seine neue Stelle am 1. April 2002 antreten. Laut Verwaltungsratspräsident Peter Lenz waren am Schluss des Auswahlverfahrens noch zwei Top-Bewerber im Rennen. Auf die im Frühjahr ausgeschriebene Stelle hatten sich nach Angaben von Peter Studer "mindestens zehn valable Leute aus dem ganzen deutschsprachigen Raum" gemeldet. Nach Informationen von OnlineReports war der Zolli-Insider Pagan schon in einem frühen Stadium der Favorit der Findungskommission. Der jetzt gewählte zweisprachige Olivier Pagan ist Veterinär und wurde 1993 als Zoo-Tierarzt im Basler Zolli angestellt. Zusätzlich erfüllte er die Funktion eines Kurators für Elefanten, Malayenbären und Javaneraffen. Zuvor war er im Tierspital Bern schon mit Basel verbunden, indem er für alle Sektionen des Zolli zuständig war. Pagan selbst ist derzeit nicht erreichbar. Er befindet sich in einem Freijahr auf einer Weltumsegelung und ist erst dieser Tage zurückgekehrt. Seine Arbeit im Zolli hat er aber noch nicht aufgenommen. (22.8.2001)




Sex mit Tochter: CVP-Politiker Samuel Wehrli soll angeklagt werden

Nach rund 19-monatiger Untersuchungsdauer hat das Statthalteramt Liestal die Strafuntersuchung gegen den Prattler CVP–Politiker Samuel Wehrli abgeschlossen. Nach umfangreichen Ermittlungen sind die Akten zur Anklageerhebung an die Staatsanwaltschaft Baselland überwiesen worden, heisst es in einem am Montag veröffentlichten Communiqué. Aufgrund der gesamten Akten- und Beweislage finden sich aus untersuchungsrichterlicher Sicht genügend Anhaltspunkte, die eine Anklageerhebung rechtfertigen. Auf Anzeige hin ist der betroffene Politiker der "sexuellen Handlungen mit Kindern, Vergewaltigung und Schändung" beschuldigt worden. "Ob der Fall Wehrli angeklagt wird, wird die Staatsanwaltschaft Baselland zu prüfen und zu entscheiden haben", heisst es im Communiqé der Untersuchungsrichter. Bis Frühherbst sollte die Staatsanwaltschaft entschieden haben, ob Wehrli angeklagt wird oder ob der Fall eingestellt wird. Gegenüber OnlineReports zeigte sich Wehrli nach bald zwei Jahren Untersuchungshandlungen "froh" über die Akten-Überweisung. Hingegen sei er "betroffen" über die Feststellung, es seien genügend Anhaltspunkte da, welche eine Anklage rechtfertigen. Wehrli: "Die Anschuldigung der mehrfachen Vergewaltigung und Schändung ist durch das medizinische Gutachten der Universitätsklinik Zürich widerlegt worden. Die Jungfräulichkeit meiner Tochter wurde klar bestätigt. Das erste Glaubwürdigkeitsgutachten über die Aussagen meiner Tochter, welches damals von glaubhaften Darlegungen ausging, konnte durch zwei Gutachten bzw. Obergutachten nicht bestätigt werden. Es obliegt jetzt der Staatsanwaltschaft, darüber zu entscheiden, ob diese Fakten die schweren Anschuldigungen noch rechtfertigen." (20.8.2001)
- Die Story zum "Fall Wehrli"
- Samuel Wehrlis Erklärung vom 17. April 2000 vor dem Einwohnerrat Pratteln
und die Interpellation von CVP-Landrat Uwe Klein vom 22. Juni 2000
- Obergutachten zum Fall Wehrli




Engel-Saal: Stadtpräsident Marc Lüthi verschwieg Mehrkosten

Unter Druck gerät der Liestaler Stadtpräsident Marc Lüthi: Laut einem Bericht der Basler Zeitung hat er gegenüber Öffentlichkeit und Parlament seit 1998 ein siebenstelliges Finanzloch beim Bau des "Engel"-Saalbaus verschwiegen. Die Kosten für den Saalbau waren auf 4,4 Millionen Franken veranschlagt worden. In Wahrheit liegen sie aber um 1,5 Millionen Franken höher. Träger des Projekts ist die Stiftung "Engel-Saal", die Lüthi präsidiert. Politisch brisant ist die Informations-Unterschlagung vor allem, weil das Volk über das umstrittene Bauprojekt an der Urne befinden musste und bei der Meinungsbildung vom tieferen Kostenrahmen ausging. Die kantonale Finanzkontrolle und die Geschäftsprüfungs nehmen sich jetzt der Affäre an. Lüthi glaubt, "nicht Unrechtes" getan zu haben. Über die Mehrkosten seien alle Beiligten informiert worden", sagte er an einer Medienkonferenz. An der Einwohnerratssitzung vom 22. August indes entschuldigten sich Lüthi und Stadtrat Heiner Karrer für den "politischen Schaden", den Stadtrat und Stiftungsrat angerichet hätten. (17.8.2001)




Mehr Lohn für Basler Polizei ab 1. Januar 2002

Was OnlineReports bereits vor Wochen berichtete, hat die Basler Regierung jetzt bestätigt: Die Polizeiangestellten erhalten mehr Lohn. Ab 7. Dienstjahr erhalten die Korpsangehörigen per 1. Januar 2002 eine Arbeitsmarktzulage von 220 Franken monatlich und von 110 Franken pro Monat ab 21. Dienstjahr. Mitarbeitende bis zum 7. Dienstjahr sollen "individuell neu eingestuft" werden und können mit einer Verbesserung von einer bis zwei Lohnstufen rechnen. Dies gab Polizeidirektor Jörg Schild am Donnerstag bekannt. Zusätzlich sollen Polizeiangestellte nach vier Jahren automatisch zu Gefreiten befördert werden. Schliesslich kann der Schichtbonus künftig in Zeit oder Geld bezogen werden. Daraus resultiert eine Lohnerhöhung zwischen Null und 620 Franken. Das Lohnpaket ist die Folge einer Vergleichsstudie, in die mehrere Kantone und Städte einbezogen wurden. Daraus geht hervor, dass das Basler Lohnniveau in der unteren Hälfte liegt. Insbesondere der Nachbarkanton Baselland zahle bedeutend höhere Löhne, wie Interims-Polizeikommandant Roger Fischer erklärte. Aus der Lohnerhöhung resultieren Mehrkosten in Höhe von 1,65 Millionen Franken, den Hauptanteil davon bildet die Arbeitsmarktzulage. Mit dem neuen Lohnkonzept sei die Konkurrenzfähigkeit der Basler Polizei-Löhne wieder hergestellt, sagte Schild: Wir können optmistischer in die Zukunft schauen." Auf die Kritik des Aescher Gemeindepräsidenten Cyrill Thummel, wonach die Lohndifferenz bis 1'000 Franken betrage, erklärte Schild, er habe diese Information von einem Mitglied des Vorstandes des Basler Polizeibeamtenverbandes erhalten. "Ich wollte nicht rechthaberisch sein und gab deshalb keine Antwort." Daniel Wittlin, geschäftsführender Vizepräsident des Polizeibeamtenverbands, erklärte sich in einer ersten Stellungnahme "zufrieden" mit dem Ergebnis. Ein Wehrmutstropfen sei, dass die Lohnerhöhung nur für die bewaffneten Polizeiangestellten gelte, nicht aber für andere Bereiche wie den Verkehrsdienst. (16.8.2001)




Sex-Sucht als Nebenwirkung: Novartis zahlt Millionen-Abfindung

Eine siebenstellige Summe hat der Basler Pharmakonzern Novartis dem englischen Verleger Richard Davis bezahlt, weil er behauptete, ein Hormonpräparat habe ihn sexsüchtig gemacht. Der Fall ereignete sich vor über zehn Jahren. Weil Davis an einem Hirntumor litt, der das Hormon Prolaktin produzierte, das Impotenz hervor rufen kann, habe sein Geschlechtstrieb über Jahre "geschlummert", berichtet der "Spiegel". Die Behandlung mit dem damaligen Sandoz-Präparat Parlodel (und dem Nachfolgepräparat Norprolac), das die Produktion von Prolaktin hemmt, habe laut Davis gravierende Folgen gehabt: Nicht nur habe er sein Verlagsunternehmen durch Missmanagement zu Grunde gerichtet, sondern auch anderweitig jeden Realitätsbezug verloren. So habe er eine eigentliche Sex-Sucht entwickelt und sei nur noch durch Bars und Bordelle getrieben. Vor zwei Jahren klagte Davis Novartis auf runde 12 Millionen Franken Schadenersatz ein. Im Rahmen einer aussergerichtlichen Lösung habe er etwa eine Million Pfund erhalten, was gegen 2,5 Millionen Franken entspricht. Novartis-Sprecher Mark Hill wollte diese Betragshöhe gegenüber OnlineReports nicht bestätigen. Dagegen betonte er, dass diese "rein kommerzielle Abfindung" an Davis "ohne Zugeständnis irgendeiner Schuld weder seitens von Novartis noch seitens der anderen Beklagten" - die Gesundheitsbehörden von Camden und Islington sowie die Medical Defence Union - abgeschlossen worden sei. Ein ähnlicher Fall wie jener von Davis sei Novartis nicht bekannt. Der Grund, weshalb Novartis laut Hill den Prozess ausschlug und in den Vergleich einwilligte: "Unsere Versicherung hat uns geraten, diesen Vergleich abzuschliessen, da wir auch bei einem allfälligen gerichtlichen Obsiegen mit geringer Wahrscheinlichkeit einen signifikanten Teil unserer Kosten zurückerhalten hätten. Ein Weiterführen des Prozesses hätte diese nicht mehr erhältlichen Kosten nur noch erhöht." (14.8.2001)




Basler Mediengruppe will "Weltwoche" ohne Partner neu positionieren

Die Medienbranche sinniert, wie der Basler Verleger Matthias Hagemann den Turnaround bei seiner gebeutelten "Weltwoche" schaffen will. Gerüchte, wonach sich die Basler Mediengruppe zu diesem Zweck an einen deutschen Partner anlehnt, dementiert er vehement. Die Neupositionierung des Blatts, die einen schönen zweistelligen Millionenbetrag kostet, könne sein Familienunternehmen aus eigenen Mitteln finanzieren, so Hagemann zu OnlineReports. Der Verkauf der Druckerein in Winterthur, Etoy und Lörrach habe "markante Ergebnisverbesserungen" zur Folge und ermögliche, "unsere Investitionen ganz anders zu planen". Ende August will sich Matthias Hagemann mit den Ko-Chefredaktoren Roger Köppel und Kenneth Angst treffen - und "mit Interesse hören, was sich die beiden Herren denken". (13.8.2001)




Früherer US-Vizepräsident Al Gore kommt zur sun21 nach Basel

Der frühere amerikanische Vizepräsident und demokratische Präsidentschaftskandidat Al Gore kommt nach Basel: Am frühen Abend des 20. September wird der "Spitzenpolitiker, der die Zeichen der Zeit erkannt hat" (so sun21-Promoter Martin Vosseler) am 4. Internationalen Energieforums für Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien auftreten. Gore wird im Basler Kongresszentrum über die in seinem Buch "Weg zum Gleichgewicht" vertretene Forderung eines "Marshallplan zur Stabilisierung der Erde" sprechen. "Es war nicht einfach, die Bedingungen für diesen Auftritt zu schaffen", sagte Vosseler. Der Live-Auftritt des amerikanischen Spitzenpolitiker sei aber wichtig, weil die sun21 "genau die gleiche Zielrichtung" wie Gores Buch verfolge. Durch Beiträge der Stiftung Sonne Schweiz und der Margarethe und Rudolf Gsell Stiftung sowie der Gemeinde Riehen und privater Sponsoren konnte der Preis von 100'000 Dollar finanziert werden. Ab 17.30 Uhr wird Gore vor 1'200 Personen im Saal San Francisco auftreten und während einer Stunde seine Thesen zur Energiewende vertiefen (Tickets-Vorverkauf ab 20. August im Ticket-Corner). Im Anschluss an Gores Vortrag findet ein Pudiumsgespräch unter Teilnahme des bekannten US-Energieexperten und Jimmy-Carter-Beraters David Freeman statt. Am späteren Abend trifft sich Al Gore zu einem Ehren-Dinner mit 250 Entscheidungsträgern aus Wirtschaft und Politik. Im Verlaufe des Tages stehen ein Treffen Gores mit Basler Gymnasiasten sowie ein Besuch der Gemeinde Riehen und des Beyeler-Museums auf Gores Programm. Das fünftägige Energieforum bietet eine Fülle verschiedenster Aktivitäten, denn die Energiewende, so Vosseler, "muss von allen Bevölkerungsschichten getragen werden". (10.8.2001)




Erich Hunziker wird neuer Roche-Finanzchef

Erich Hunziker
wird neuer Finanzchef und Mitglied der Konzernleitung von Roche. Diese Wahl traf der Verwaltungsrat von Roche, wie das Unternehmen am Freitagmorgen bekanntgab. Erich Hunziker tritt die Nachfolge von Henri-Meier-Nachfolger Anton Affentranger an, der dieses Frühjahr nach einem Kürzest-Gastspiel wieder ausschied, nachdem er offenbar gegen den Willen von Konzernchef Franz Humer eine Gewinnwarnung veröffentlichen wollte. Der 48-jährige Schweizer Erich Hunziker schloss an der ETH Zürich mit einem Doktorat in Ingenieur-Wissenschaften ab und leitet zur Zeit als Chief Executive Officer die im internationalen Handel tätige Diethelm-Keller-Gruppe. Von 1983 bis 1998 war Erich Hunziker in verschiedenen leitenden Funktionen im Bereich Finanzen sowie im Diagnostika- und Pharmageschäft bei Boehringer Mannheim tätig, zuletzt als Finanzchef der Corange Holding, die 1997 im Rahmen der Boehringer Mannheim-Akquisition von Roche übernommen wurde. (10.8.2001)




Personalnot im Basler 20-Minuten-Team

Im Basler Redaktionsteam der Pendlerzeitung 20 Minuten herrscht Personalnot: Derzeit arbeitet die Redaktion mit nur gerade drei von fünf bis sechs Stellen. Bereits seit zwei Monaten ausgefallen ist Chef Niggi Freundlieb (ehemals DRS-3, Blick Basel, Radio Basilisk, Radio X), der das Team von Anfang an führte. Laut Dieter Liechti, stellvertretender Chefredaktor von 20 Minuten, ist Freundlieb aus "nervlichen Gründen" und wegen "Erschöpfungsdepressionen" krank geschrieben. "Das wird auch bis auf weiteres so sein", sagte Liechti, betonte aber, das Arbeitsverhältnis sei nach wie vor intakt. Informationen, wonach der Solothurner Adrian Jaeggi - derzeit Basler "Blick"-Aussenredaktor, ehemals Oltener Tagblatt und Radio 32 - Freundliebs Nachfolge übernehme, widersprach Liechti. Jaeggi wäre zwar ein "valabler Nachfolger", er trete aber als gewöhnlicher Redaktor ein. Derweil sucht die Redaktion für Basel die dringend nötige Verstärkung. Liechti: "Wir sind auf der Suche nach jungen Journalisten." (9.8.2001)




Thomas Aebischer neuer Redaktionsleiter von Radio Basilisk

Der 41-jährige Thomas Aebischer wird neuer Redaktionsleiter des Basler Privatradiosenders "Radio Basilisk". Er tritt damit die Nachfolge von André Moesch an, der als Geschäftsleiter von Radio Aktuell nach St. Gallen zieht. Thomas Aebischer begann seine journalistische Karriere vor elf Jahren bei Radio Basilisk. Später wechselte er zu Roger Schawinskis Opus-Radio, bevor er im Tagesfernsehen TAF und im Sport-Ressort von Schweizer Fernsehen DRS als Moderator und Redaktor wirkte. Vergangenen November kehrte Aebischer als stellvertretender Redaktionsleiter zu Radio Basilisk zurück. Bewährtes werde er weiterführen, sagte Aebischer zu OnlineReports. "Es wird sich aber einiges ändern, ohne dass wir das Radio neu erfinden wollen." (9.8.2001)




Bern annulliert Flüchtlingsflug: Tamilische Familie kann im Baselbiet bleiben

Wende im Fall der von der Ausschaffung bedrohten srilankischen Familie in Gelterkinden BL: Das Bundesamt für Flüchtlinge hat "auf Grund der gegenwärtigen Situation" beschlossen, vom Vollzug der Wegweisung der Familie Vijiyarajah nach Sri Lanka "vorübergehend abzusehen". In einem der Gemeindeverwaltung Rickenbach zugestellten Schreiben teilte die Fremdenpolizei Baselland mit, dass der für Freitag, den 10. August, gebuchte Flug annulliert wurde. Bei einer erneut angeordneten Wegweisung werde die Familie wieder ein Aufgebot erhalten. Laut einer Mitteilung der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Gelterkinden-Rickenbach-Tecknau ist es der Familie Vijiyarajah überlassen, wann sie aus der kircheneigenen Unterkunft in ihre Wohnung nach Rickenbach zurückkehren will. Bis für Familie Vijiyarajah eine akzeptable Lösung gefunden wird, halte die Kirchenpflege am Kirchenasyl fest. Das Unterrichtshäuschen steht der Familie jederzeit als Zufluchtsort zur Verfügung. Die ausserordentliche Kirchgemeindeversammlung vom 22. August findet wie angekündigt statt. (9.8.2001)




Kirchenasyl für bedrohte tamilische Familie in Gelterkinden

Die Kirchenpflege der Evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Gelterkinden-Rickenbach-Tecknau will einer dreiköpfigen tamilischen Flüchlingsfamilie Kirchenasyl zu gewähren. Dies teilt die Kirchgemeinde am Dienstag mit. Nach Ausschöpfung aller rechtlichen Mittel sollen am kommenden Freitag Frau Ranjini Vijiyaraja-Annamalai und ihre beiden Söhne Kabil (16) und Vijent (13) nach Colombo, Sri Lanka, ausgeschafft werden. Gegen diese Ausschaffung haben sich viele Frauen, Männer und Jugendliche, vor allem aus Gelterkinden und Rickenbach, monatelang vergeblich gewehrt. Auch eine Petition mit 400 Unterschriften an Bundesrätin Ruth Metzler hatte keinen Erfolg. Der Rückflug der Familie ist nach demselben Flughafen in Colombo gebucht, auf dem kürzlich die Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) die halbe Luftwaffe und auch vier Airbus-Maschinen in die Luft gesprengt haben. Da der Vater der Familie 1988 als ehemaliges Mitglied der LTTE erschossen wurde, sei die Flüchtlingsfamilie in ihrem Heimatland in Gefahr. Am 22. August findet eine ausserordentliche Kirchgemeindeversammlung statt mit dem Ziel, die Kirchenpflege in ihrem Entscheid zu unterstützen. (7.8.2001)





Polizeilohn-Differenz: "Bewusste Falschmeldung oder Irrtum"

Zwischen Basel-Stadt und Baselland komme es unter Polizeiangestellten zu Lohndifferenzen bis 1'000 Franken. Diese in Basel gern zitierte Behauptung - unter anderem auch von Polizeidirektor Jörg Schild am Beispiel eines in die Gemeinde Aesch BL gezügelten Polizisten - kommt jetzt unter Beschuss. OnlineReports wurde ein Brief des Aescher Gemeindepräsidenten Cyrill Thummel an Schild zugespielt, wonach es sich bei dieser grossen Lohndifferenz um eine "bewusste Falschmeldung oder einen Irrtum" handle. Der Bruttolohn einschliesslich aller Zulagen und Entschädigungen liege beim betreffenden Polizisten nur um rund 200 Franken höher als bei seiner vorherigen Beschäftigung in Basel-Stadt. Thummel an Schild: "Bei den Vorstellungsgesprächen ist uns jedoch aufgefallen, dass offenbar nicht nur die Höhe des Lohnes, sondern auch die allgemeinen Arbeitsbedingungen und insbesondere das Arbeitsklima ausschlaggebend für einen Wechsel sind." Über die Anstellung eines Basler Polizisten in seiner Baselbieter Gemeinde macht sich Thummel keine Sorgen: "Wenn der Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt über einen Headhunter meine Gemeindeverwalterin abwirbt, so werde ich auch in Zukunft keine Hemmungen haben, einen Polizisten der Stadt Basel, welcher sich auf ein Inserat hin meldet, einzustellen." (3.8.2001)




Schüsse und Petarden: Schwere Zwischenfälle an Basler Bundesfeiern

Schwere Zwischenfälle überschatteten die Bundesfeier am Rhein, die in Basel traditionellerweise bereits am 31. Juli begangen wird. Durch Feuerwerkskörper wurden mindestens zwei Personen schwer und eine leicht verletzt. Eine WC-Anlage wurde durch Feuerwerkskörper schwer beschädigt. Auch in der übrigen Stadt waren Unfälle mit Raketen und Krachern zu verzeichnen. Der schwerste Zwischenfall ereignete sich auf einem am Kleinbasler Ufer vertäuten Boot zwischen Mittlerer Rheinbrücke und Wettsteinbrücke. Eine grössere Anzahl von Personen wollte in diesem Boot das Feuerwerk geniessen, als drei Personen vom Ufer Petarden auf das Boot schossen. Eine Person wurde schwer und eine weitere leicht verletzt. Die Verursacher konnten bis jetzt nicht eruiert werden. Der schwerste Zwischenfall ereignete sich auf einem am Kleinbasler Ufer vertäuten Boot zwischen Mittlerer Rheinbrücke und Wettsteinbrücke. Eine grössere Anzahl von Personen wollte in diesem Boot das Feuerwerk geniessen, als drei Personen vom Ufer Petarden auf das Boot schossen. Eine Person wurde schwer und eine weitere leicht verletzt. Die Verursacher konnten bis jetzt nicht eruiert werden. Um etwa 21.30 Uhr stand ein Vater mit seiner 11-jährigen Tochter auf der Johanniterbrücke, rheinaufwärts gegen das Kleinbasler Ufer, wo die beiden das Feuerwerk anschauen wollten. Das Mädchen stand direkt am Brückengeländer, als es von etwas getroffen wurde und einen stechenden Schmerz im rechten Wadenbein verspürte. Nachdem der Vater eine blutende Wunde am Bein seiner Tochter festgestellt hatte, nahm er an, dass diese von einem Feuerwerkskörper stammen müsste und verbrachte daraufhin das Mädchen augenblicklich in die Notfallstation des Bruderholzspitals. Anlässlich einer sofort eingeleiteten Notoperation stellte sich heraus, dass das Mädchen nicht von einem Feuerwerkskörper getroffen wurde, sondern von einem Geschoss, musste ihr doch im Spital ein Projektil (9 mm Para) aus dem Bein entfernt werden. Das Mädchen hatte riesiges "Glück im Unglück", denn wäre die 11-Jährige an einem anderen Körperteil getroffen worden, hätte diese Schussverletzung sehr wohl tödliche Folgen haben können. Tragisch endete ein Streit in einer Festwirtschaft unter der Johanniterbrücke. Ein Mann, der wegen Trunkenheit nichts zu trinken bekam, feuerte einen Feuerwerkskörper in die Menge und traf einen jungen Mann. Dieser erlitt Verbrennungen dritten Grades an Bauch, Brust und Arm. Das Signalement des Täters ist bekannt, die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen und wird über den Fortgang weiter informieren. Beim Fest des Fischer-Clubs unter der Wettsteinbrücke zündeten zwei Personen Feuerwerkskörper in der dortigen Toilettenanlage. Die Täter wurden durch Mitglieder des Veranstalters festgehalten und der Polizei übergeben. Verletzt wurde durch glückliche Umstände hier niemand. Durch einen verirrten Feuerwerkskörper ereignete sich an der Bungestrasse ein Brand in einer Gärtnerei. Die Rakete drang durch das geöffnete Fenster in ein Treibhaus. Befürchtungen, dass Chemikalien in Brand geraten wären, bestätigten sich glücklicherweise nicht. Der Brand konnte von der Feuerwehr schnell gelöscht werden. In der Arlesheimerstrasse schossen Jugendliche mit Feuerwerkskörper in einen Hinterhof. Ein dort gelagertes Boot brannte vollständig aus. In der Hegenheimerstrasse entzündete eine Rakete einen Zeitungsstapel auf einem Balkon. Dieser Zwischenfall blieb ohne grösseren Schaden. Schliesslich wurde die Polizei noch an den Bläsiring im Kleinbasel gerufen. Bisher unbekannte Täter hatten dort einen Briefkasten mittels Feuerwerkskörpern gesprengt. (1.8.2001)




Ciba-Reaktor in Schweizerhalle explodiert: 21 Feuerwehrleute verletzt

In einem Additive-Produktionsbetrieb der Ciba Spezialitätenchemie in Schweizerhalle ist am Donnerstagmorgen um fünf Uhr ein Reaktor explodiert. Beim anschliessenden Brand kam es zu einer grossen Rauchsäule. Die Feuerwehren von Johnsons Controls, Clariant, Säurefabrik Schweizerhalle, Pratteln und Muttenz, die Regiomessgruppe sowie der Ereignisdienst von Ciba Spezialitätenchemie wurden sofort alarmiert. Insgesamt waren über 200 Personen im Einsatz. Es gelang den Einsatzkräften, das Feuer bis um 8.15 Uhr zu löschen. Der Brandplatz wird weiterhin gekühlt und weitere Sicherungsmassnahmen werden getroffen. Vorsorglich wurde kurz nach Brandausbruch die Bevölkerung der näheren Umgebung über Radio aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Von einem Sirenenalarm oder einer Alarmierung der Bewohner mit Lautsprecher sah das für die Bevölkerungsalarmierung zuständige Sicherheitsinspektorat Baselland ab, nachdem rasch klar war, dass keine unmittelbare Gefährdung der Bevölkerung bestand. Die weithin sichtbare Rauchwolke stieg in Höhen von über 500 Metern und verdünnte sich dort mit der Umgebungsluft. An verschiedenen Stellen der näheren Umgebung wurden durch Spezialisten Luftmessungen durchgeführt. Diese ergaben keine erhöhten Konzentrationen von Schadstoffen. Später kam es in verschiedenen Gemeinden zu Geruchsbelästigungen. Die weitergeführten Messungen ergaben aber auch hier keine erhöhten Konzentrationen von Schadstoffen. Nachdem ein Mitarbeiter kurz vor dem Ereignis einen Druckanstieg in einem Vier-Kubikmeter-Produktionskessel im vierten Obergeschoss festgestellt hatte, der nicht abgebaut werden konnte, wurde Räumungsalarm ausgelöst. Kurz darauf explodierte der Kessel. Der Reaktor war mit etwa 2000 Liter des Lösungsmittels Tetrahydrofuran sowie 50 bis 70 Kilogramm des Metalls Lithium in elementarer Form gefüllt. Das Folgefeuer breitete sich rasch bis in das zweite und sechste Obergeschoss aus. Dank der rechtzeitigen Räumung des Fabrikationsgebäudes vor der Explosion wurden keine Betriebsarbeiter verletzt. Bei den Löscharbeiten zogen sich 21 Feuerwehrleute Verletzungen zu. Sie wurden vor Ort ambulant behandelt. Trotz Schutzkleidung erlitten sie im Nacken und an Handgelenken leichte bis mittelschwere Verätzungen durch säurehaltiges Löschwasser. Das bei den Löscharbeiten angefallene Löschwasser wurde ins Havariebecken geleitet; nach entsprechender Analyse wird es fachgerecht entsorgt. Die Ursache des Ereignisses ist noch nicht bekannt. Spezialisten von Ciba Spezialitätenchemie werden nun gemeinsam mit den Behörden sowie weiteren Fachleuten alle notwendigen Untersuchungen zur vollständigen Klärung durchführen. Im betroffenen Produktionsbetrieb werden Photoinitiatoren und Lichtstabilisatoren für die Kunststoff- und Lackindustrie hergestellt. Am Fabrikationsgebäude entstand erheblicher Sachschaden über dessen Höhe noch keine Angaben gemacht werden können. Ciba SC bedauerte den Unfall und entschuldigte sich noch am Morgen bei der Bevölkerung. (26.7.2001)




Gassenzimmer Heuwaage: Mitternachts-Versuch abgebrochen

Vorzeitig abgebrochen wird die bis Mitternacht verlängerte Öffnungszeit des Gassenzimmers an der Basler Heuwaage. Dies teilt das Basler Sanitätsdepartement mit. Grund: Die neue Öffnungsregelung hatte zur Bildung einer offenen Drogenszene geführt. Dies habe zu Lärmimmissionen, Verschmutzungen und zur Gefährdung von Passierenden sowie Anwohnenden durch weggeworfenes Injektionsmaterial geführt. Zudem sei beobachtet worden, dass die bis 24 Uhr verlängerte Öffnungszeit des Heuwaage-Gassenzimmers vermehrt Personen aus andern Regionen nach Basel gelockt habe. Ab sofort wird die Anlaufstelle um 22 Uhr geschlossen. Dieselbe Schliess-Zeit gilt auch für die übrigen beiden Gassenzimmer. In den kommenden Wochen sollen laut Sanitätsdepartement "zusätzliche Bewachungspatrouillen" eingesetzt werden. (25.7.2001)




Elsässer Chemiedeponien: Unternehmen und Kritiker messen gemeinsam

Am Mittwoch fand ein Treffen von Ciba Spezialitätenchemie, Novartis und Syngenta mit Greenpeace und dem Komitee "Chemiemüll weg" zu den unterschiedlichen Analysen-Resultaten bei der Deponie Letten und den Ergebnissen der Deponien Roemisloch, Galgenrain und Hitzmatten statt. Dabei wurden bei der Deponie Letten bei einer einzigen Probestelle Unterschiede bei den Resultaten festgestellt. Um in Zukunft eine solche Situation zu vermeiden, haben die drei Firmen vorgeschlagen, dass die seit zwei Monaten vorgesehenen zusätzlichen Analysen gemeinsam durchgeführt werden. Greenpeace und das Aktionskomitee "Chemiemüll weg" haben dieses Angebot laut Firmen-Communiqué angenommen. Die Proben werden von unterschiedlichen Labors untersucht und die Ergebnisse der Chemiefirmen und von Greenpeace zusammen mit dem Aktionskomitee "Chemiemüll weg" diskutiert werden. Dies soll nach dem Willen von Ciba, Novartis und Syngenta "so schnell wie möglich" stattfinden. (18.7.2001)




Solar-Pionier Martin Vosseler zieht sich zurück

Der Basler Solar-Pionier Martin Vosseler will sich von der operativen Leitung der nachhaltigen Energiekongresses "Sun 21" zurückziehen. Dies teilt der 52jährige Arzt in einem Schreiben an Freunde mit. Gegenüber OnlineReports erklärt darin, er möchte die Verantwortung für die internationale Veranstaltung für erneuerbare Energie nach und nach "in geeignetere Hände legen". Nach "Jahren mit ständigem Umherreisen, Organisieren und vielfältigen Aufgaben wächst die Sehnsucht nach Vertiefung und Konzentration unausweichlich", schreibt Vosseler in seinem Brief und kündigt an, er wolle sich künftig stärker auf seinen neuen Wohnort im Bernbiet festlegen, wo er einen "wunderbaren Ort der Stille und der Natur" gefunden habe. Martin Vosseler, ein AKW-Gegner der ersten Stunde, zählte zu den führenden Exponenten der Energie-Wende in der Region Basel. Als LdU-Grossrat setzte er sich stark für erneuerbare Energie ein. Auch in seiner ausserparlamentarischen Tätigkeit war ihm, tief motiviert auch durch die Klimaveränderung, die sanfte Energie-Revolution das dominierende Anliegen. Immer wieder stellte er den Kontakt zu Persönlichkeiten in aller Welt her. Holte er die Experten David Freeman und die "Faktor4"-Autoren Amory Lovins und Ernst-Ulrich von Weizsäcker in die Schweiz, waren es ein andermal Michael Gorbatschow oder Faimalaga Luka, den von Überflutung bedrohten Innen- und Umweltminister des Südsee-Staates Tuvalu. An der diesjährigen Sun21 soll - wenn alles klappt - der frühere US-Vizepräsident Al Gore auftreten. Martin Vosseler hat sich auch um zahlreiche weitere, in Basel initiierte Energie-Aktivitäten verdient gemacht. (16.7.2001)
Vosseler-Porträt




Neuste Spar-Runde: Novartis knausert mit Reka-Checks

Die neuste Sparübung der Novartis trifft alle Mitarbeitende, die ab 1. Januar 2002 pensioniert werden: Sie erhalten keine Reka-Checks mehr. Hingegen dürfen alle, die bis Ende Jahr in Pension gehen oder es bereits sind, ihr "Bezugsrecht beibehalten". Dies teilte Heinz Boller, Leiter Novartis Schweiz, am 4. Juli den "lieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern" in einem Schreiben mit, das auch die Auslagerung der Check-Abgabe zur Reka-Verwaltung in Bern bekannt gibt. "Es ist unsere Absicht, die wegen des Direktversandes der Reka-Checks nicht mehr benötigten Kassenautomaten im Verlaufe des Jahres 2002 für den Barbezug von Euro umzurüsten", verkündet Boller. Dem hätten die Novartis-Personalvertretungen auch zugestimmt, nicht so aber dem von der Geschäftsleitung beschnittenen Bezugsrecht. Insider kritisieren die Reka-Sparaktion gegenüber OnlineReports als "Gugus-Entscheid" und "Diskriminierung aller neuen Rentner". Diese fielen mit zirka 100 Personen jährlich im Vergleich zu den rund 15'000 bereits bezugsberechtigten Renterinnen und Rentnern kaum ins Gewicht. Der Spareffekt sei lächerlich, der Imageknick innerhalb des Konzern hingegen beträchtlich, hiess es. Novartis erregte schon Aufsehen mit dem kostenbedingten Verzicht auf den Jahresend-Salami für die Werkmusik. (6.7.2001)

Echo

Spar-Manager werden Ende Jahr belohnt
Als ehemaliger Mitarbeiter der Novartis muss ich mich schon fragen, ob es der Firma soo schlecht geht, dass solche "Sparübungen" durchgeführt werden müssen. Zuerst den Salami der Musik, der sicher nicht ein Vermögen kostet und als Anerkennung der Musiker auch für ihren Einsatz in der Freizeit gedacht war, und nun die Reka-Checks der zukünftigen Pensionierten. Muss das sein? Dafür erlauben sich andere Manager, Millionen in den Sand zu setzen! Was einem sauer aufstösst, ist die Vermutung, dass diejenigen, die solches aushecken und "Einsparungen" ausweisen können, Ende Jahr dementsprechend noch belohnt werden und dies wahrscheinlich nicht mit Salamis oder Reka-Checks! Man hat den Eindruck, als wäre der Novartis-Leitung das Betriebsklima egal. Ein Aufsteller für die Betriebsangehörigen sind solche Kurzsichtigkeiten sicher nicht.

Bruno Heuberger
ehemaliger Präsident der Arbeiterkommission
Werk Schweizerhalle





Basilisk-Redaktionschef André Moesch wechselt nach St. Gallen

Wechsel an der Spitze des Basler Lokalradiosenders Radio Basilisk: Redaktionsleiter André Moesch wechselt als Geschäftsleiter von Radio Aktuell nach St. Gallen. Moesch bestätigte entsprechende Informationen von OnlineReports. Danach kündigte er per Ende September bei Basilisk, um am 1. Oktober seine neue Stelle in St. Gallen anzutreten. Als Geschäftsleiter führt er in St.Gallen den gesamten Radiobetrieb, was für ihn eine grosse Herausforderung darstelle. Moesch zu OnlineReports: "Ich habe in den vergangenen Jahren sämtliche Puzzlesteine des Radiobusiness kennengelernt und möchte die nun zusammensetzen." Radio Aktuell sei "ein gut etablierter und gut funktionierender Sender, der sich weiterentwickeln möchte und sich wegen der Konkurrenzsituation auch neu ausrichten muss. Hier möchte ich mein Know-How aus meiner bisherigen Tätigkeit einbringen." André Moesch zählt seit fünf Jahren zu den Basilisk-Stützen, zuerst als Chef vom Dienst, dann als Redaktionsleiter. (3.7.2001)




Ehemaliger Novartis-Kadermann Hans Kindler 63jährig gestorben

Hans Kindler
, früheres Mitglied der Novartis-Konzernleitung und Verwaltungsrat des Agrokonzerns Syngenta, ist am Donnerstagabend im Alter von 63 Jahren gestorben. Wie Syngenta mitteilt, verstarb Kindler während eines Sporttrainings in der Nähe seines Wohnortes Sissach. Hans Kindler, promovierter Chemiker und in seiner Freizeit begeisterter Radler und Läufer, verbrachte einen grossen Teil seines Berufslebens an der Spitze der Ciba und der späteren Novartis. In seiner Funktion prägte er die Bereiche Personal, Produktion, Sicherheit und Umweltschutz der Firmen massgeblich mit. Mit seiner freundlichen, offenen Art war Kindler auch bei den Gewerkschaften als Sozial- und Gesprächspartner sehr geschätzt. Ende vergangenen Jahr trat er bei Novartis in den Ruhestand. Er gehörte den Verwaltungsräten mehrerer Firmen an und engagierte sich in verschiedenen Vereinigungen innerhalb und ausserhalb der chemischen Industrie. Kindler hinterlässt eine Frau und zwei erwachsene Söhne. (29.6.2001)




Basler Mediengruppe trennt sich von der Perfect SA in Etoy

Die Basler Mediengruppe (BaZ, Bilanz, Weltwoche, Beobachter) trennt sich von der Endlosdruckerei Perfect SA in Etoy VD. Käufer ist das bisherige Management der Druckerei, die 60 Arbeitsplätze bietet. Der 1939 gegründete Betrieb war 1991 von der Basler Mediengruppe unter dem damaligen Chef Peter Sigrist übernommen worden. Seither habe sich die Firma laut einer Perfect-Mitteilung "zum Branchenleader in der welschen Schweiz entwickelt". Das Unternehmen mit Verkaufsstellen in Genf und Zürich erwirtschaftet 15,3 Millionen Franken Umsatz und zählt 3'000 Kunden. Der neue Verwaltungsrat von vom bisherigen Mitglied Jean-Claude Roch präsidiert. Neuer Direktor wird Pascal Maturo. Die Geschäftsleitung blickt nach eigenen Angaben "optimistisch" in die Zukunft, "da sie technisch und personell in der Lage ist, sich laufend den Entwicklungen des Marktes anzupassen". Die Trennung von der Waadtländer Druckerei steht im Zusammenhang mit der strategischen Neuausrichtung der Basler Mediengruppe und ihrer Fokussierung auf die Bereiche Verlagswesen und Neue Medien. Früher war schon die Druckerei Wassmer in Lörrach an das Management verkauft worden. Kurz vor dem Abschluss stehen derzeit auch die Verhandlungen zum Verkauf der Druckerei Winterthur an den Medienkonzern Ringier. (28.6.2001)




"Vertrauensunwürdig und destruktiv": Schlappe für Scientology in Basel

Eine böse Schlappe mussten die Scientology-Sekte und der Berner Künstler Housi Knecht vor der Basler Staatsanwaltschaft einstecken: Staatsanwältin Dora Weissberg stellte das Verfahren gegen Kritikerin Susanne Haller "wegen fehlenden Tatbestandes" ein und äusserte sich grundsätzlich zur Scientology-Sekte. Vor allem sprach ihr die Staatsanwaltschaft den Charakter einer religiösen Gruppe ab. Bei Scientology handle es sich um einen "vertrauensunwürdigen destruktiven Kult". Zur juristischen Auseinandersetzung war es gekommen, nachdem der Knecht für das letztjährige Basler Weltkinder-Festival eine stählerne Weltkugel-Skulptur geschaffen hatte. Kritikerin Haller meldete den Organisatoren, dass Knecht Scientologe sei, worauf er ausgeladen wurde. Knecht reichte darauf hin Strafanzeige wegen Verletzung der Rassismus-Norm gegen Haller ein. Die Strafverfolger gingen auf den Antrag aber nicht ein und begründeten dies laut Hugo Stamm im "Tages-Anzeiger" mit einer für die Sekte wenig vorteilhaften Argumentation. Scientology fehle es an einer Beziehung zu Gott, was nötig sei, "um im gesetzlichen Sinn als religiöse Gruppe zu gelten". Laut TA fragt sich die Staatsanwaltschaft auch, ob Scientology nicht "unter dem Deckmantel der Religionsgemeinschaft rein wirtschaftliche Interessen" verfolge. Die Staatsanwaltschaft weiter: "Scientology entbehrt ausserdem des Freiheitlichen." Dies weil viele Mechanismen - wie intensive Beeinflussung und strikte Kontrollen - auf Zwänge und Abhängigkeiten hin deuteten. Der Entscheid ist laut Staatsanwältin Weissberg noch nicht rechtskräftig, möglicherweise appelliert Scientology. In Basel hat Scientology einen schweren Stand: Ein kantonales Gesetz - klar auf Scientology gemünzt - verbietet aggressives Anwerben auf öffentlichem Grund. (28.6.2001)
Begründung der Einstellung im Wortlaut




Öffentlichkeitsarbeiter Martin Herter (47) gestorben

Am Dienstagmorgen ist der Basler Journalist und Öffentlichkeitsarbeiter Martin Herter nach längerer Krankheit gestorben. Er erlag im Alter von 47 Jahren einer Hirnhautentzündung im Spital. Vor einigen Monaten war er wegen eines Hirntumors operiert worden, von dem er sich so gut erholte, dass er wieder seiner Arbeit als Leiter der Stabsstelle Public Relations der OeKK nachgehen konnte. "Es war ein Schock. Er kam unerwartet", heisst es aus seinem beruflichen Umfeld. Martin Herter hatte sich nach theologischen Studien an der Universität Basel einen Namen als Journalist und Reporter bei der damaligen sozialdemokratischen "Basler AZ" erworben. Unerschrocken und engagiert setzte er sich für die Anliegen der Schwächeren ein, er schrieb gegen polizeiliche Übergriffe und gegen Rechtsextremismus an. Nach der Einstellung der "Basler AZ" übernahm Martin Herter die Chefredaktion des damaligen "Doppelstabs" und Redaktor der Schweizerischen Depeschenagentur, bevor er den Journalismus verliess und sich auf dem Gebiet der Öffentlichkeitsarbeit betätigte. Martin Herter heckte auch politische und gesellschaftliche Kampagnen aus. Unter anderem zählt er mit zum Team, das dem SP-Politiker Ralph Lewin zur Wahl in den Regierungsrat verhalf. Seit einigen Jahren war Martin Herter PR-Chef der Basler Krankenkasse OeKK und Chefredaktor der Kundenzeitschrift "Thema". Martin Herter, Kleinbasler und Feuerwehroffizier aus Überzeugung, war Vater eines Sohnes. Medienschaffende vermissen einen herzensguten, politisch denkenden Kollegen, der in jüngeren Jahren in der gewerkschaftlichen Schweizerischen Journalisten-Union (SJU) aktiv war und die schönen Seiten des Lebens zu geniessen vermochte. (26. Juni 2001)




Im "Beobachter"-Test: Schwache Noten für Baselbieter Gerichte

Das Ergebnis eines Ratings, das der "Beobachter" unter 51 Schweizer Gerichten erhob, fällt für die Baselbieter Justizia nicht blendend aus. Das Obergericht landete im hinteren Mittelfeld auf Platz 32, das Bezirksgericht Arlesheim gar in der Schlussgruppe auf Platz 43. Das Obergericht errang eine Durchschnittsnote von 4,22 (Schnelligkeit 3,35, Freundlichkeit 4,83, Kompetenz 4,26 Einfühlsamkeit 4,00, Unabhängigkeit 4,56). Das Bezirksgericht Arlesheim erhielt mit drei ungenügenden Noten die Durchschnittsnote 4,00 (Schnelligkeit 3,19, Freundlichkeit 4,79, Kompetenz 3,63, Einfühlsamkeit 3,69, Unabhängigkeit 4,71). Mit den Rängen 8 (Zivilgericht) und 13 (Appellationsgericht) schneidet der Kanton Basel-Stadt deutlich besser ab. Das Zivilgericht schloss mit 4,67 (Schnelligkeit 3,98, Freundlichkeit 4,83, Kompetenz 4,86, Einfühlsamkeit 4,42, Unabhängigkeit 5,26), das Appellationsgericht mit 4,52 (Schnelligkeit 3,97, Freundlichkeit 4,32, Kompetenz 5,05, Einfühlsamkeit 4,13, Unabhängigkeit 5,13). Das Rating des "Beobachters" kam durch eine Umfrage bei fast 1'200 Schweizer Anwälten zustande. Mit Bestnote (5,34) glänzt das Kreisgericht Thun, nur ungenügende Noten mit einem Durchschnitt von 3,07 trugen dem Bezirksgericht Bülach ZH die Rote Laterne ein. Die Ergebnisse sind in der neusten "Beobachter"-Ausgabe dokumentiert. (26.6.2001)




Arbeitskonflikt bei Migros Münchenstein: Gewerkschaften setzen sich durch

Im Konflikt um die Arbeitsbedingungen in der Migros-Verteilzentrale Münchenstein BL setzten sich die Gewerkschaften GBI-unia auf der ganzen Linie durch: Die Leitung der Migros-Genossenschaft Basel akzeptierte an einer Aussprache am Donnerstagnachmittag sämtliche Forderungen der Arbeitnehmer-Vertreter:
- Reduktion auf fünf Nächte pro Woche
- Wer will, kann eine gleichwertige Tagesarbeit antreten
- Das Team wird von 13 auf 16 Personen erweitert.
- Die aufgelaufenen Überstunden werden ab sofort abgebaut, wahlweise ausbezahlt oder kompensiert.
- Neu wird eine medizinische Betreuung garantiert
- Pro Nacht wird eine warme Mahlzeit abgegeben
Am 13. Juni hatten die Gewerkschaften mit einer Protestaktion die unhaltbaren Arbeitsbedingungen in der Migros-Verteilzentrale Münchenstein publik gemacht. Unter anderem kritisierten sie eine verletzung des Arbeitsgesetzes. Darauf lud die Migros die Gewerkschaften in einem Offenen Brief zu einem Gespräch ein, um nach Lösungen für allfällige berechtigte Anliegen zu suchen. (21.6.2001)




Roche verlegt Forschungsstandort für virale Erkrankungen von England nach USA

Der Basler Pharmakonzern Roche will die bisher im englischen Welwyn angesiedelte Forschung im Bereich virale Erkrankungen nach Palo Alto, Kalifornien, USA, transferieren. Dies gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Kürzlich hat Roche bereits bekanntgegeben, dass die Pharma-Forschung auf weniger Standorte konzentriert werden wird. Der Forschungsbereich Virologie in Palo Alto werde "aus einer Gruppe hoch qualifizierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aufgebaut, die teilweise auch aus Welwyn transferiert werden". Der Standort Palo Alto, der für die Forschung und frühe klinische Entwicklung von neuen Medikamenten in den Bereichen Entzündungskrankheiten, Atwemwegserkrankungen, Knochenerkrankungen, Neurobiologie und urogenitale Erkrankungen zuständig ist, werde dadurch "weiter gestärkt". Auch werde durch diese Massnahme die Zusammenarbeit mit dem Marketing sowie Roche Diagnostics in den USA gefördert. (20.6.2001)




Parteirat FDP BL lehnt "Jubliäums-Initiativen" deutlich ab

Deutlich abgelehnt hat der Parteirat der Baselbieter FDP die drei Jubiläums-Initiativen, mit denen die wichtigsten staatlichen Kerngebiete in eine Trägerschaft beider Basel ausgelagert werden sollen. "Kompliziertere Strukturen" und "längere Entscheidungswege" wären die Folge, was "zulasten der Effizienz" gehe. Zudem seien die regierungsrätliche Leitung und die parlamentarische Kontrolle nicht geklärt. Der FDP-Parteirat begrüsst hingegen die Diskussion um neue Wege der Partnerschaft zwischen beiden Basel. Sowohl bezüglich regionaler Spitalplanung, Universität und Fachhochschule sowie Sicherheit könnten "einzige Ziele" der Initiative unterstützt werden. Partnerschaft dürfe aber "nicht Selbstzweck und kein erster Schritt zur Wiedervereinigung" sein, heisst es in einem Communiqué: "Eine Partnerschaft mit der Brechstange, wie sie die Initianten anstreben, lehnt die FDP ab." (21.6.2001)




Basler Sozialdemokraten über Vasella verärgert

Die Basler Sozialdemokraten sind über Novartis-Chef Daniel Vasella verärgert: Kaum zum Schweizer Manager des Jahres gekürt, kokettiere er "reichlich leichtfertig mit einer Verlagerung der Produktions-Tätigkeit in die Vereinigten Staaten". Damit verunsichere er erstens "Tausende von Familien in der Region auf Vorrat" und zweitens "verkennt er die offensichtlichen Vorteile des Standortes Basel wie beispielsweise das Vorhandensein qualifizierter MitarbeiterInnen mit hoher Arbeitsproduktivität". Für die SP ist die Aussage "nicht nachvollziehbar, wonach der Verlust an Weltmarktanteil lediglich mit europäischen Reglierungen im Pharmaziebereich zusammenhängen soll". Vielmehr könne dieser Verlust "in Zusammenhang mit der während längerer Zeit schlecht gefüllten Produktepipeline und den lange Zeit nachwirkenden Fusionswehen" stehen. Die Basler SP fordert Vasella auf, sich einem Dialog mit den Arbeitnehmer-Organisationen und den zuständigen Kantonsregierungen zu stellen. Dies sei "eine Frage minimalen Respektes gegenüber Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Novarits erst zu dem gemacht haben, was sie heute ist". (20.6.2001)




Die Messe Schweiz ist perfekt - bald Baubeginn für "Messeturm"

Der Zusammenschluss der Messe Basel und der Messe Zürich in der Holdinggesellschaft MCH Messe Schweiz AG ist perfekt: Bis zum Ablauf der Angebotsfrist am Montag Abend sind der Messe Basel bzw. der Messe Schweiz 12'754 Namenaktien der Messe Zürich angedient worden, was 92,96 Prozent der Stimmrechte und des Kapitals der Messe Zürich entspricht. Damit ist die Bedingung für das Zustandekommen des Zusammenschlusses erfüllt, wie der Verwaltungsrat der Messe Basel bestätigte. Das Zwischenergebnis des Umtauschangebots wird am 25. Juni 2001 offiziell publiziert. Innert einer bis am 6. Juli 2001 dauernden Nachfrist werden diejenigen Aktionärinnen und Aktionäre der Messe Zürich, die ihre Aktien noch nicht der Messe Schweiz angedient haben, die Möglichkeit haben, ihre Aktien doch noch zum Umtausch anzumelden. Nachdem der Umtausch erfolgreich zustande gekommen ist, wird die MCH Messe Schweiz AG am 29. Juni an der SWX Swiss Exchange kotiert. Die verbleibenden Aktien der Messe Zürich werden nach Ablauf der Nachfrist dekotiert. - Derweil baut die Messe Basel entschlossen an der Zukunft: Der "Messeturm", im Auftrag der Swiss Prime Site AG durch die Batigroup AG erstellt, kommt in die Realisierungsphase. Am 2. Juli wird mit der Errichtung der Baustellen-Abschrankungen begonnen. Der Abbruch des Hotels "Admiral" beginnt am 16. Juli. Der 105 Meter hohe Messeturm mit 31 Obergeschossen, den die Architekturgemeinschaft "Morger & Degelo, Marques" entworfen hat, soll im März 2003 bezugsbereit sein. (20.6.2001)




IWB wollen "Hotel" von Telekommunikations-Anbietern werden

Die Industriellen Werke Basel (IWB) wollen sich verstärkt im Telekommunikationsbereich engagieren: Die Basler Regierung beantragt dem Grossen Rat einen Inves-titionskredit von 1,45 Millionen Franken für die Einrichtung eines sogenannten "Telehouse". Mit diesem Betrag sollen IWB-Räumlichkeiten zu Betriebsräumen für Kommuni-kations- und Übertragungseinrichtungen von in Basel aktiven Telekommunikationsanbietern ausgebaut werden. Mit dieser Erweiterung des Dienstleistungsangebots in den "zukunftsträchtigen Telekommunikationsbereich" (so die Regierung in einem Communiqué) leisteten die IWB "einen Beitrag zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes Basel". Wie der zuständige IWB-Sprecher Iwan Nussbaumer gegenüber OnlineReports erklärte, vermieten die IWB bereits heute 800 Quadratmeter - mit Glasfaserkabel erschlossen - an acht nationale und internationale Carrier, so an Sunrise. Geplant ist ein Ausbau der technischen Räume für Server, Router und Computer auf eine Fläche von 1'500 Quadratmetern und das Angebot optimaler Bedingungen bezüglich Betriebssicherheit. Rickenbacher: "Unsere Neutralität ist unser grosser Trumpf." (19.6.2001)




Daniel Vasella und die USA: Novartis-Aktie taucht

Das öffentliche Nachdenken über einen Wegzug von Basel durch Daniel Vasella, Chef des Pharmakonzerns Novartis, und die US-Zulassungsprobleme mit Zelmac haben böse Folgen an der Börse: Der Kurs der Novartis-Aktien ist am Dienstagmorgen um gegen fünf Prozent eingebrochen. Vasella hatte am Montag vor der Schweizerisch-Amerikanischen Handelskammer in Zürich offen wie nie zuvor die Erwägung geäussert, wichtige Geschäftsbereiche von der Schweiz (Basel) in die USA zu transferieren. "Aus Sicht der Investoren ist es klar, da hätten die USA Priorität", sagte Vasella laut Basler Zeitung. Aus steuerlichen Überlegungen käme ein eine Verschiebung des Firmensitzes über den Atlantik nicht in Frage. "Allerdings muss ich die Frage offen lassen, ob das operative Geschäft dereinst in die USA verlegt werden soll." Als Grund gab Vasella bessere Wachstums- und Gewinnaussichten im Vergleich zu Europa an. Weil die USA keine Preisbestimmungen kennen, lösten die Pharmakonzern dort die höchsten Preise und Gewinne. Am Dienstag tauchte der Kurs der Novartis-Aktie teilweise um über sieben Prozent auf 62.90 Franken. Branchen-Beobachter gehen jedoch davon aus, dass die Verweigerung der Zulassung des Bauchschmerz-Medikaments Zelmac in den USA, die am Montag nach Börsenschluss bekannt wurde, massgeblich für den Taucher verantwortlich ist. Dem Medikament billigt Novartis ein Umsatz-Volument von deutlich über einer Milliarde Franken zu. (19.6.2001)

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