Home Seite drucken Seite als Link verschicken Kommentar zu dieser Seite an OnlineReports senden
Suchen: go!
 
Tipp für Stories | Hier werben | Story übernehmen

Frühere News



Aktualitäten vom 27. August 1999 bis 13. Januar 2000


1999: Xenical verhilft Roche zu starkem Umsatz-Wachstum

Roche-Konzernchef Franz Humer kann trotz des Vitamin-Skandals mit dem Jahr 1999 sehr zufrieden sein: Die Roche-Gruppe erzielte einen Umsatz von 27,6 Milliarden Franken, was einer Steigerung von 12 Prozent entspricht. Fast eine Milliarde Franken Umsatz erzielte dabei die sogenannte "Schlankheits-Pille" Xenical, obschon sie erst im Mai in den USA eingeführt wurde. Deutlich über dem Marktwachstum liegen denn auch die Königs-Division Pharma sowie die Diagnostics-Division, die per 1. Februar neu von Heino von Prondzynski, 50, geleitet wird. Er wird Otto A. Meile ersetzen, der per Ende Juni in den Ruhestand treten wird. Von Prondzynski, bis Ende letzten Jahres Leiter der Division Riechstoffe bei Chiron, wird mit seinem Stellenantritt gleichzeitig auch Mitglied der Roche-Konzernleitung. (13. Januar 2000)





Foto Online Reports

TeleBasel quetscht Online Reports aus: Rentiert's schon?

Das Basler Regionalfernsehen TeleBasel - am Puls der Medienentwicklung - zeigt Interesse am ersten Basler Internet Information Service ONLINE REPORTS. Am Dienstagabend nahm Chefredaktor Willy Surbeck "Reports"-Gründer Peter Knechtli (TeleBasel: "Basels erster Internet-Journalist") in die Zange. Dabei zeigte der Interviewer fürsorgliche Anteilnahme. Seine Einstiegsfrage: "Wie lebst du finanziell vom Internet?" Zweite Frage: "Für die Wohnungsmiete reicht es auch?" Dritte Frage zur Werbung: "Welche Preise gelten so?" Im Zentrum des Interviews stand die Frage, weshalb Knechtli heute selbst ein kommerzielles und elektronisches Medium betreibe, obwohl er Anfang der achtziger Jahre gegen werbefinanzierte und privatisierte elektronische Medien angeschrieben habe. Laut Knechtli bieten professionelle Internet-Medien die Chance, damalige Postulate zu realisieren: "Damals ging es um Fragen wie Service publique und Monopolmedien. Heute ist mit Internet-Angeboten eine Demokratisierung der Medienszene möglich." Wie spontan Lokalfernsehen sein kann, demonstrierte TeleBasel-Chef Surbeck kurz vor dem Interview: Die Fragen notierte er, während die Nachrichtensendung schon lief. (11. Januar 2000)



Berichtigung zur Ausgabe vom 25. November: "Im Interview 'Nachfrage nach teuren Uhren ist stiegend' erscheint Nicolas G. Hayek, Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates der Swatch Group, auf Grund eines Missverständnisses als Interviewpartner. Die veröffentlichten Antworten stammen von der Swatch-Group-Pressestelle und nicht von Herrn N. G. Hayek."

WELTWOCHE
vom 6. Januar 2000

Sah sich hier Swatch-Chef Nicolas Hayek aufgrund eines Missverständnisses genötigt, sich von den Aeusserungen seiner eigenen Pressestelle zu distanzieren? Oder hat sich nicht viel eher in der "Weltwoche"-Uhrenbeilage ein Missverständnis bezüglich journalistischer Berufs-Ethik ergeben? Wäre das Phantom-Interview nämlich - wie üblich - Hayek zur Autorisierung vorgelegt worden, wäre dieses als "Missverständnis" deklarierte Kalkül noch vor der Publikation aufgeflogen.






Cannabis im Weihnachtskuchen: Bäumlihof-Gymnasiast gefeuert

Gravierende Folgen hatte ein Weihnachts-Scherz am Basler Bäumlihof-Gymnasium: Schüler und Lehrer taten sich an einem Cannabis-Kuchen gütlich - die Schüler kannten das pikante Rezept, der Lehrer nicht. Am Dienstag vor dem Christ-Fest brachte ein Gymnasiast das weihnächtliche Gebäck in die Klasse, wo sich Schüler und Lehrer im Rahmen einer Weihnachtsfeier daran gütlich taten. Doch bald wurden der Pädagoge und einige Gymnasiasten von einem Unwohlsein befallen: Der spendable Schüler hatte sich beim Backen des Cannabis-Kuchens in der Dosierung verschätzt. Was als pikanter Scherz eingeweihter Schüler gedacht war, wurde plötzlich bitterer Ernst: Der Lehrer, der von den betörenden Ingredienzen nichts ahnte, musste nach Informationen von ONLINE REPORTS in ärztliche Behandlung. Für den Schüler hat der Fall gravierende Konsequenzen: Er wurde mit sofortiger Wirkung provisorisch freigestellt. Die Leitung des Bäumlihof-Gymnasiums stellt der Inspektion zudem den Antrag, ihn definitiv von der Schule auszuschliessen. Grund: Der Kuchen-Spender war schon wegen Hasch-Konsum in der Schule verwarnt worden. Ueberdies hat der Lehrer gegen den forschen Eleven Strafanzeige erstattet. "Das ist ein recht massives Vergehen, eine Form von Gewalt und ein Angriff auf die körperliche Integrität des Lehrers", begründete Konrektor Christian Griss den Antrag auf Schulausschluss. Die Schulleitung sei bezüglich Drogenkonsums während des Unterrichts und auf dem Schulareal "sehr restriktiv". Das soll auch so bleiben. Griss: "Wir wollen jetzt ein Zeichen setzen." (6. Januar 2000)




250 Millionen Tote: "Das blutigste Jahrhundert"

rs.Als das "blutigste Jahrhundert der Weltgeschichte" bezeichnet die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) das Ende 2000 beendete zwanzigste Jahrhundert. Rund 250 Millionen Menschen seien alleine Kriegen und Völkermord zum Opfer gefallen. Möglicherweise dürfte das 21. Jahrhundert friedlicher ausfallen, meint nun die GfbV: "Der fortschreitende Aufbau eines Weltgerichtshofs zur Ahndung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist ein Silberstreifen am Horizont und eine Ermutigung für die Menschenrechtsarbeit". So hätten erstmals internationale Interventionen Massenvertreibungen und völkermordartige Verbrechen im Kosovo und Osttimor beendet. Tribunale der Vereinten Nationen über Ruanda und Bosnien würden Kriegsverbrecher bestrafen, und Chiles Ex-Diktator Augusto Pinochet soll vor ein spanisches Gericht gestellt werden. "Die neue Weltgerichtsbarkeit ist eine Chance für das nächste Jahrtausend", hofft die Gesellschaft für bedrohte Völker. (2. Januar 2000)




Sturmschäden wie noch nie: "Lothar" kostet 20 Millionen

Der Sturm "Lothar", der am 26. Dezember über die Region hinwegfegte, belastet die Basellandschaftliche Gebäudeversicherung (BGV) in einem "noch nie dagewesenem Ausmass". Dies schreibt BGV-Direktor Bernhard Fröhlich in einem Communiqué. Nach den Frühjahrsstürmen und den Ueberschwemmungen mit grossen Flurschäden schien das Schlimmste überstanden zu sein, obwohl bereits zu diesem Zeitpunkt das zweitschlechteste Schadenjahr in der über 160jährigen Geschichte der BGV feststand. Der Orkan "Lothar" aber habe "in seinem Ausmass alles übertroffen". Besonders betroffen wurden die Gebiete um Reinach, Muttenz, PratteIn sowie Gelterkinden. "Bereits kann man davon ausgehen, dass das letzte Jahr dieses Jahrhunderts zugleich das grösste Schadenjahr sein wird und selbst das Hageljahr von 1992 voraussichtlich übertrifft." Bis heute sind über 8'OOO Schadenmeldungen eingegangen und laufend werden noch Schäden gemeldet. Die BGV geht von einer Schadensumme zwischen 1O bis 20 Millionen Franken aus. Gravierend sind auch die Waldschäden. Da im Baselbiet auch die Grundstücke sowie der Wald in einem bestimmten Umfang versichert sind, wird auch die Grundstückversicherung in einem noch nie dagewesenen Ausmass belastet. (30. Dezember 1999)




REPORTS intern: Glückwünsche

Foto Claude Giger

"OnlineReports": Ein gut beachtetes Internet-Medium

Liebe Besucherinnen
Liebe Besucher

Vor gut einem Jahr hat OnlineReports seinen kommerziellen Betrieb aufgenommen. Heute ist dieses Basler Pionier-Medium aus der regionalen Oeffentlichkeit nicht mehr wegzudenken. Entstanden aus privater Initiative, ohne einen Rappen Fremdkapital, besuchen heute - für Werbetreibende zunehmend attraktiv - täglich zwischen 400 und 500 Personen unseren Internet Information Service.

Das Publikum weiss auch, warum: OnlineReports deckt auf. Zahlreiche wichtige und aktuelle Themen sind zuerst auf OnlineReports zu finden.

• Die Restrukturierung des Agro-Geschäfts von Novartis mit den Ziel, die Sparte zu verkaufen.
• Der Klima-Konflikt zwischen Crossair-Piloten und Crossair-Führung.
• Die faktische Absetzung der BaZ-Spitze und ihre Uebernahme der Kirschgartendruckerei.
• Die Entlarvung eine falschen Informatik-Professors an der HWV Baden.
• Der erhöhte Finanzbedarf der Uni Basel.
• Das tragische Ende der sogenannten Basler "Justiz-Affäre".
• Der Konflikt in der Psychiatrischen Universitätsklinik Basel.

Die Liste liesse sich weiter fortsetzen - von Plänen zum Nachbau der Titanic, die tags drauf von der Frontpage der "New York Post" aufgenommen wurden, bis zur vorzeitigen Demission Niggi Schoellkopfs als Basler "Rebhaus"-Meister.

Ohne unser solides Netz an Informantinnen und Informanten könnte OnlineReports diese Leistung nicht bieten. Wir möchten die Gelegenheit nützen, Ihnen dafür zu danken. Unser Team wünscht allen Besucherinnen und Besuchern einen glücklichen Jahreswechsel. Wir danken auch Ihnen dafür, dass Sie OnlineReports zu einem Medium gemacht haben, das in der Region Basel seinen festen Platz eingenommen hat.

Peter Knechtli
Verantwortlicher Editor

 

(27. Dezember 1999)




Expo.02: Auch Novartis macht 15 Millionen Franken locker

Nach dem Pharmakonzern Roche steigt jetzt auch Novartis mit 15 Millionen Franken in die Expo.02 ein. Gemäss einem Communiqué vom Donnerstag plant Novartis- wie Roche - ein eigenes Projekt unter dem Titel "Time of Life". Thematisch dargestellt werde "die Welt der naturwissenschaftlichen Forschung und die Anwendung durch die forschende Industrie". Konzernleitungsmitglied Hans Kindler, Leiter von Novartis Schweiz, freute sich in einer Stellungnahme, dass sein Unternehmen "die moderne Biologie einem breiteren Publikum näher bringen" könne. Anders als das Roche-Projekt, das auf der Arteplage von Yverdon realisiert wird, ist "Time of Life" auf der Arteplage in Neuenburg zu sehen. Das Ausstellungs-Szenarium, das aus drei Raum-Einheiten bestehen soll, liegt laut Novartis-Angaben erst als Projektskizze vor. (23. Dezember 1999)



"Wenn alle Glück hatten, gab es nur Blechschaden, machmal mussten Beteiligte ins Spital überführt werden und ab und an blies der liebe Gott einem Verkehrsteilnehmer auf einer Kreuzung oder im Bereich einer Einspurstrecke das Lebenslichtlein aus."

MARKUS MELZL
Sprecher der Basler Staatsantwaltschaft,
in seinem eben erschienenen Buch
"Vom Bullen zum Entertainer"

Und wenn wir den Rapport aufgenommen und Dienst-Ende hatten, dann gönnte uns der liebe Gott noch ein Bierlein. Dabei ging uns manchmal das taufrische Bild durch den Kopf: Ein Körper, vielleicht eine junge Gymnasisatin, der leblos auf dem Asphalt liegt. Ein Rad des zertrümmerten Fahrrads dreht sich noch. Die schuldige Autolenkerin war möglicherweise betrunken. Nie, sagen wir uns in solchen Augenblicken, hätten wir die Pietätlosigkeit, in einem Buch zu schreiben, dass hier der liebe Gott ein Lebenslichtlein ausgeblasen habe. Falls der unverzeihliche Lapsus doch passiert wäre, würden wir uns fragen, weshalb der liebe Gott dem Entertainer Markus Melzl an dieser Passage nicht einfach das Festplättlein seines Computers gelöscht hat.


(22. Dezember 1999)
Hinauf zu Uebersicht




Baselbieter Kantonalbank übernimmt Atag Asset Management

Nur einen Tag nach der Uebernahme der Coop-Bank durch die Basler Kantonalbank schlägt die Basellandschaftliche Kantonalbank zu: Das Unternehmen unter Paul Nyffeler erwirbt aus eigenen Mitteln das gesamte Aktienkapital der ATAG Asset Management AG (AAM) mit Sitz in Basel. Die AAM ist eine aus der ATAG Ernst & Young hervorgegangene unabhängige Anlageberatungs- und Vermögensverwaltungsfirma mit Niederlassungen in Basel, Bern, Zürich, Lausanne, Genf und Luxemburg. Das durch die BLKB verwaltete Kundenvermögen beläuft sich künftig auf 18 Milliarden Franken. Mit der am Mittwoch bekannt gegebenen Übernahme positioniert sich die Basellandschaftliche Kantonalbank neu als gesamtschweizerisch tätige Anbieterin von Finanzdienstleistungen auf dem Gebiet der Vermögensverwaltung und Anlageberatung. Die AAM soll unter bisherigem Namen und in den heutigen Strukturen erfolgen. (22. Dezember 1999)




Bruderholz-Spital: Patientin von Pfleger sexuell missbraucht

Eine Patientin des Kantonsspitals Bruderholz ist durch einen Krankenpfleger sexuell missbraucht worden. Nachdem der mutmassliche Täter nach hartnäckigem Leugnen die Tat schliesslich gestanden hatte, wurde er fristlos entlassen. Es handelt sich um den ersten derartigen Fall in der 26jährigen Geschichte des Spitals. Der Vorfall ereignete sich an einem Abend vergangenen September, nachdem die Patientin aus dem Aufwachraum in ihr Krankenzimmer zurückverlegt worden war. "Ein Krankenpfleger setzte im Laufe des späteren Abends entgegen der hausinternen Weisung die Körperwäsche an der Patientin alleine bis in den Intimbereich fort, verlor dabei die Kontrolle über sich und missbrauchte sie sexuell" heisst es in einem von Sanitätsdirektor Erich Straumann unterzeichneten Communiqué. Nach dem Schichtwechsel berichtete die Frau den Vorfall einer Nachtschwester, die sofort entsprechende Massnahmen auslöste. Neben der zusätzlichen ärztlichen und pflegerischen Betreuung wurde der Patientin auch psychologische Behandlung angeboten. Auf Empfehlung des Stationsleiters erhob die Patientin am folgenden Morgen Strafanzeige gegen den Krankenpfleger. Straumann und die Spitalleitung haben der geschädigten Patientin und deren Familie persönlich ihr tiefempfundenes Bedauern ausgedrückt und Hilfe angeboten. Beim mutmasslichen Täter handelt es sich um einen Pfleger, der seit Oktober 1998 am Bruderholz-Spital tätig war. Er verfügte über langjährige Erfahrung als diplomierter Krankenpfleger und Kliniklehrer. (21. Dezember 1999)




Basler Kantonalbank schluckt Mehrheit der Coop-Bank

Die Basler Kantonalbank übernimmt die Coop-Bank. Dies gab die BKB am Dienstag bekannt. Die Uebernahme betrifft 51 Prozent der Stimmen bzw. 40,7 Prozent des Aktienkapitals. Die Soop-Bank wird als selbständige Bank unter Beibehaltung ihres Namens weitergeführt. Ein Abbau von Arbeitsplätzen ist mit dieser Beteiligungsnahme nicht verbunden. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Es wird laut Communiqué "keine Fusion mit der BKB angestrebt". Vielmehr sollen der Name und das Standortnetz der Coop Bank beibehalten werden. Der Aktienkauf wird rechtskräftig sobald die Wettbewerbskommission und die Eidgenössische Bankenkommission ihre Zustimmung gegeben haben. Als Gründe nannte BKB-Präsident Willi Gerster vor allem "die hohen Technologieinvestitionen und die zahlreichen Mitbewerber am Markt, die eine enge Kooperation mit gleichgerichteten Partnern erforderten". Der Aktienverkauf an die BKB stehe "im Zusammenhang mit der Restrukturierung der Coop-Gruppenstruktur und deren stärkere Fokussierung auf das Kerngeschäft Detailhandel," sagte Hansueli Loosli, Vorsitzender der Geschäftsleitung der Coop-Gruppe. "Ziel der Partnerschaft ist es, die Ertragskraft und die Konkurrenzfähigkeit beider Banken zu erhöhen und damit einen wichtigen Beitrag zur längerfristigen Existenzsicherung beider Institute zu leisten", erklärte Werner Sigg, Direktionspräsident der Basler Kantonalbank. Die Coop Bank verfügt über ein gesamtschweizerisches Standortnetz von 39 Geschäftsstellen, was von der BKB als "äusserst attraktiv und wertvoll" eingeschätzt wird. Als mögliches Synergie-Beispiel nannte Sigg das hochmoderne Handelszentrum der Basler Kantonalbank in Basel. (21. Dezember 1999)




Novartis geht zu Gentech-Riegel auf Distanz

Der Basler Pharmakonzern Novartis stellt die Produktion und die Auslieferung des "Powerplay Eiweissriegels" ein. Die noch in den Verkaufsstellen verbleibenden Riegel werden ausverkauft. Dies geht aus einem Brief (Ausriss) von Arnold Furtwaengler, dem Leiter Consumer Marketing von Novartis Consumer Health Schweiz, an die Umweltorganisation Greenpeace hervor. Darin bestätigt Novartis, dass sie "momentan an der Entwicklungsarbeit eines gentechfreien Eiweissriegels" sei. Die erste Auslieferung dieses Produkts sei im April kommenden Jahres geplant. (20. Dezember 1999)




Kündigung: Crossair-Piloten wollen neuen Kollektivvertrag

Die Piloten der Fluggesellschaft Crossair sind entschlossen, für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen: Nach Informationen der SonntagsZeitung hat die Piloten-Gewerkschaft Crossair Cockpit-Personal (CCP) am Wochenende den Gesamtarbeitsvertrag per 30. Juni kommenden Jahres gekündigt. Laut dem Bericht erhebt die Gewerkschaft gegenüber Crossair-Chef Moritz Suter drei Hauptforderungen: Die Rücknahme der Kündigung der beiden Piloten Thomas Häderli und Yair Siegel, die öffentlich die Arbeitsumstände bei Crossair kritisiert hatten, marktgerechte Grundlöhne sowie eine grundlegende Verbesserung der Arbeitsbedingungen, vor allem der Arbeitszeiten. Die beiden entlassenen Piloten sind neuerdings - als Präsident und Vorstandsmitglied - führend in der Piloten-Gewerkschaft aktiv. Die massive Unzufriedenheit über das Betriebsklima, die miese Entlöhnung und die Arbeitsbelastung war erstmals durch ONLINE REPORTS und die SonntagsZeitung publik gemacht worden. (19. Dezember 1999)




Roche zahlt 15 Millionen an Expo.02: "Klares Zeichen"

Der Basler Pharma-Konzern Roche wird die Expo.02 mit einem eigenen Projekt im Umfang von höchstens 15 Millionen Franken unterstützen. Mit diesem Engagement will Roche nach eigenen Angaben vom Freitag "ein klares Zeichen zur Durchführung der Expo.02 setzen". Das Ausstellungsprojekt befasst sich mit dem Thema Gesundheit und wurde in enger Zusammenarbeit mit der Künstlerischen Direktion der Expo.02 entwickelt. Im Rahmen der Ausstellung "Garten Eden" werden unterschiedliche Gesundheitsaspekte in ihrer ganzen Vielfalt dargestellt. Die abwechslungsreiche, interaktive Ausstellung auf der Arteplage am Standort Yverdon-les-Bains wird laut Roche ein breites Spektrum abdecken: Von Tipps zum Gesundbleiben über die Verhütung und Diagnose bis zur Behandlung von Krankheiten. (17. Dezember 1999)




Zahlreiche Einsprachen gegen Baupläne der Express-Strasse J2

Kritik an den Bauplänen für die Express-Strasse J2 zwischen Liestal und Pratteln: Während der Auflagefrist bis 8. Dezember sind bei der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion 25 Einsprachen eingegangen. Darin werden verschiedene Anträge zur Änderung der Detailgestaltung sowie für zusätzliche Massnahmen zum Schutz der Umwelt gestellt. Diese "mehr oder weniger umfangreichen Begehren" werden nun laut Communiqué "im Hinblick auf die gesetzlich erforderlichen Einigungsverhandlungen geprüft und beurteilt". Da es sich bei der J2 um ein anspruchsvolles Bauvorhaben handle, "werden die notwendigen technischen Abklärungen durch die Projektverfasser allerdings einige Zeit beanspruchen". Die Bau- und Umweltschutzdirektion zeigt sich jedoch "zuversichtlich, die Einsprachen im kommenden Jahr innert nützlicher Frist behandeln und im Einvernehmen mit den Einsprechern erledigen zu können". Bei den Einsprechern handelt es sich sowohl um Verkehrs- und Umweltorganisationen wie auch um direkt betroffene Anrainer. Den amtlichen Angaben widerspricht das "Komitee für eine umweltverträgliche J2": Gegen das Projekt seien nicht nur 25, sondern über 100 Einsprachen eingegangen. Allein aus dem betroffenen Liestaler Erzenberg-Quartier seien 110 Einsprachen, die von 163 Personen unterzeichnet wurden, eingereicht worden. (16. Dezember 1999)




Ciba verkauft Polymergeschäft an deutsche Investorengruppe

Nachdem der Pharmakonzern Novartis sein Agro-Geschäft ausgelagert hat, trennt sich jetzt die Ciba-Spezialitätenchemie (Umsatz 1998: 8,4 Milliarden Franken) von ihrem Polymergeschäft ("Araldit"): Für 1,85 Milliarden Franken verkauft sie die Division an die deutsch-britische Investorengruppe Morgan Grenfell Private Equity (MGPE), eine Tochter der Deutschen Bank mit Sitz in London, wie das Unternehmen heute Dienstagmorgen bekannt gab. Die Trennung soll im ersten Quartal kommenden Jahres vollzogen werden. Laut Ciba-SC-Präsident Rolf A. Meyer unterstreicht der Verkauf "unsere Strategie der Fokussierung unseres Portfolios auf chemische Spezialitäten anstatt auf Spezialmaterialien". Präsident des Polymergeschäfts unter der MGPE-Ägide wird der frühere Clariant-Konzernchef Karl-Gerhard Seiffert. Wer neuer Polymer-CEO wird, konnte Ciba SC nicht bekanntgeben. Dies sei Sache der neuen Eigentümerin. Martin Riediker, der heutige Interimsleiter der Division Polymere, bleibt weiterhin als Chef Consumer Care bei Ciba CS. Hauptsitz des Polymergeschäfts mit seinen weltweit 3'100 Mitarbeitenden (davon rund 800 in der Schweiz) bleibt Basel.
• Die restrukturierte Kunststoff-Division, die unter anderem hochwertige Harz-Systeme, Bauchemikalien und Verbundwerkstoffe herstellt, setzte im ersten Halbjahr 846 Millionen Franken um, was gegenüber dem Vorjahr (944 Millionen) ein deutliches Minus bedeutet. Dagegen stieg der Betriebsgewinn in der gleichen Periode von 26 auf 62 Millionen Franken.
• Der Verkauf dieses Geschäfts war seit Monaten erwartet worden.
• Die Ciba-SC-Aktie legte am Dienstag kurz nach Börsenöffnung um 3,5 Prozent zu, fiel aber am Abend auf ein Plus von knapp einem Prozent zurück.
• Die Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI) äusserte Bedenken, wonach die ausgegliederte Division "scheibchenweise verkauft" werden könnte. Die GBI verlangt von der MGPE die Weiterführung des Einheitsvertrags. (14. Dezember 1999)




Innovativ: Neue Anzeigen an BVB-Haltestellen

Die Basler Verkehrsbetriebe (BVB) führen an wichtigen Haltestellen ein kundenfreundliches Informationssystem ein: Auf digitalen Anzeigen wird der Kundschaft angezeigt, in wieviel Minuten das nächste Tram oder der nächste Bus tatsächlich eintrifft. Laut einer BVB-Mitteilung sind die ersten Anzeigetafeln am Wettsteinplatz bereits in Betrieb. Auf dem Display können Fahrgäste auch via Leitstelle über Störungen und Umleitungen informiert werden. Das System beschränkt sich anfänglich auf die Buslinie 40. Später sollen laut BVB-Mitteilung schrittweise weitere zentrale Stationen mit diesen Anzeigen ausgestattet werden. (13. Dezember 1999)




Schuss vor Schallers Bug: Kritik aus dem VPOD-Hinterhalt

Aetzende Kritik an der sozialdemokratischen Basler Sanitätsdirektorin Veronica Schaller von Seiten des Verbands des Personals öffentlicher Dienste (VPOD). In einem nicht namentlich gezeichneten Kommentar der neusten Verbandszeitung berichtet ein "Kollege Konrad", er sei "stinksauer" über die Pläne der ehemaligen VPOD-Sekretärin, das Kantonsspital aus der öffentlichen Verantwortung auszulagern - "und das nach dem Kinderspital-Desaster, das sie uns schon eingebrockt hat". Als Gewerkschaftssekretärin habe sie "keinen Aufwand gescheut und mit aller Macht für unsere Interessen gekämpft". Die in sie als Regierungsrätin gesetzten Hoffnungen aber seien "bitter enttäuscht" worden, heisst es in der Kolumne, die in Frageform mit der Behauptung endet, Veronica Schaller habe den Verband für ihre persönliche Karriere benutzt. "Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich für die Interessen der GewerkschafterInnen einzusetzen. 'Kollege Konrad' und ich haben unterschiedliche gewählt", meinte Veronica Schaller gegenüber ONLINE REPORTS.
REPORTS-KOMMENTAR:
Veronica Schaller nimmt als Regierungsrätin eine prononciert andere Rolle wahr als früher in ihrer Funktion als Gewerkschaftssekretärin. Der Rollenkonflikt ist somit programmiert und eine offene Debatte darüber wäre zu begrüssen. Nur: Anonyme Attacken vergiften das Klima. Die Verbandsspitze müsste den lange schwelenden Streit offen auf den Tisch legen. Ein Streitgespräch auf oberster Ebene im VPOD-Organ wäre der Debatte dienlicher als verdeckte Schüsse aus dem Hinterhalt.




Chef-Staatsanwalt Hug: "Susanne Haller ist keine V-Frau"

Die Basler SP-Grossrätin und Scientology-Kritikerin Susanne Haller ist im Fall des wegen verbotenen Nachrichtendienstes verurteilten deutschen Verfassungsschützers nicht als V-Frau oder Agent provocateur der Basler Justiz aufgetreten. Dies schreibt Thomas Hug, der Erste Basler Staatsanwalt, auf Hallers Wunsch an Grossratspräsident Rudolf Grüninger. Dieser Verdacht war gegenüber Haller unter anderem in der Gerichtsverhandlung gegen den Verfassungsschützer und die Zürcher Scientology-Kritikerin Odette Jaccard erhoben worden. Haller hatte die Staatsanwaltschaft im voraus über ein gemeinsames gegen Scientology gerichtetes Treffen in einem Basler Hotel am Bahnhof informiert, an dem sie auch teilgenommen hatte. Der deutsche Verfassungsschützer habe das Treffen am Bahnhof laut Hug "aus eigenem Antrieb, ohne vorherigen Kontakt mit Frau Haller und ohne Einflussnahme derselben auf die Wahl des Treffpunktes vorgeschlagen und arrangiert". Allerdings steht im Brief von Staatsanwalt Hug auch der entlarvende Satz: "Vor dem Treffen war Frau Haller in groben Zügen über die bevorstehende Polizeiaktion orientiert worden."
REPORTS-KOMMENTAR: Auch ONLINE REPORTS glaubt nicht, dass Susanne Haller als V-Frau agierte. Aber sie hat sich und dem Kampf gegen die Scientology-Auswüchse einen riesigen Bärendienst erwiesen. Wenn sie schon rechtliche Skrupel hatte: Sie hätte dem Verfassungsschützer und ihrer Zürcher Mitstreiterin bloss das Basler Treffen ausreden müssen. So ist aktenkundig, dass sie die beiden Verurteilten - mit welchem Motiv auch immer - bewusst ans Messer der Justiz geliefert hat. (9. Dezember 1999)

INTERVIEW MIT URSULA CABERTA


Basler Jazz-Lokal "Chicago" nach einem Jahr am Ende: Konkurs

Der Basler Jazzclub "Chicago", im Untergeschoss des Hotels "Hilton" domiziliert, ist am Ende: Die Chicago Betriebs AG musste die Konzert-Serie über das Jahresende aus finanziellen Gründen sistieren und am 3. Dezember die Bilanz deponieren, wie ONLINE REPORTS erfuhr. Das Ende des Jazzlokals, vor einem Jahr eröffnet, war schon lange absehbar, der Niedergang langsam und schleichend. Nachdem sich die Promotoren Christian Steiner, der für die Innengestaltung verantwortlich zeichnete, Bernhard Fischer und Jürg Alt im August von der Rolle als Veranstalter zurückgezogen hatten, übernahm Nebenbei-Organisator René Studer, im Hauptberuf Verkaufsleiter eines Bier-Unternehmens, ohne Honorar die Programmierung. In den letzten Wochen waren es notfalls Musiker selbst, die möglichst kontinuierlich Jazz-Bands organisierten. Doch das Geld fehlte: Zeitweise befand sich gerade eine Handvoll Gäste in diesem urbanen Jazz-Lokal, das von seinen äusseren Bedingungen her keine Wünsche offen liess. Schon der Start des "Chicago" war unglücklich: Der damalige Haupt-Promoter Markus Brügger halte sich als Manager schadlos, die Musiker müssten sich mit mickrigen Gagen abfinden, hiess es. Ein Insider meinte zu ONLINE REPORTS: "Dem Verwaltungsrat war es nicht gelungen, Sponsoren zu finden und einen Fan-Club auf die Beine zu stellen." Das Aktienkapital von 250'000 Franken, bezahlt von 50 Aktionären, ist verbraucht. "Viel Geld" soll dabei das Hotel "Hilton" verloren haben. (8. Dezember 1999)




Auch Roche fokussiert: Givaudan wird ausgegliedert

Auch der Basler Pharmakonzern Roche fokussiert sich wie Novartis immer mehr als "Healthcare"-Unternehmen: Die Division Riechstoffe und Aromen (Umsatz rund 2 Mia. Franken) werden laut einer Firmenmitteilung ausgegliedert und unter dem Namen Givaudan an die Börse gebracht. Die Givaudan-Namenaktien werden an der Schweizer Börse kotiert. Chivaudan-Hauptsitz bleibt Vernier bei Genf, ebenso bleibt Jürg Witmer CEO. Präsident wird roche-Finanzchef Henri B. Meier. Die Ausgliederung des 4'800 Mitarbeitende zählenden Unternehmens soll "ohne grössere Umstrukturierungen" erfolgen. Laut Roche sollen sogar neue Stellen geschaffen werden, da in den Bereichen Finanzierung, Steuern, Revision, externe Berichterstattung, Patente und Marken neue Funktionen geschaffen werden, die bisher durch die Roche-Gruppe wahrgenommen wurden. (6. Dezember 1999)




Syngenta: Mobilisierung nahe Null

Für das Top-Management von Novartis und AstraZeneca begann die öffentliche Ankündigung der Partnerschaft mit einem Spiessrutenlaufen. Um zwanzig Mitglied der Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI) hatten sich mit ihren roten Bannern vor den Eingang des Crossair-Konferenz-Zentrums am Basler Flughafen aufgestellt, wo vor fast vier Jahren schon die Novartis-Gründung verkündet worden war. Auf Flugblättern protestieren die Gewerkschafter "in aller Schärfe gegen diesen neuerlichen Kniefall vor dem Shareholder value". Der neue Abbau von weltweit 3'000 Stellen zeige, dass die Beschäftigten bloss noch "Manövriermasse" seien. Die Präsenz der GBI sei "ein erster öffentlicher Protest" gegen diesen Unternehmens-Entscheid. Ob noch weiterer Protest folgt, ist aber nicht sicher. Die Tonlage der Sekretäre Hans Schäppi, Mathias Bonert und Hans-Ueli Scheidegger blieb insgesamt jedenfalls moderat. "Keine Entlassungen!", tönt es allenthalben, das neue Unternehmen soll den Gesamtarbeitsvertrag der Chemischen Industrie weiterführen und dem Arbeitgeberverband für die Basler Chemische Industrie beitreten. Im Gespräch mit ONLINE REPORTS räumten Schäppi und Bonert ein, dass das Joint venture mit AstraZeneca "nicht die schlechteste Lösung" sei. Mit einer Abtrennung des Agro-Geschäfts werde indes der Risiko-Schutz durch andere, weniger zyklisch verlaufende Divisionen aufgehoben. Zur Protestversammlung beim Messeplatz, wo die Novartis-Belegschaft durch Novartis-Kader Hans Kindler und John Atkin informiert wurden, waren am Freitagmittag bloss rund zwei Dutzend AktivistInnen der GBI und der Gewekschaft Syna erschienen. Wie die Novartis-Mitarbeiter war auch der Basler Wirtschaftsminister Ralph Lewin erst am Donnerstagmorgen über die Agro-Pläne informiert worden - aus den Medien. Der Sozialdemokrat nahm's gelassen, war von der präsentierten Lösung sogar fast angetan. Natürlich sei Stellenabbau immer schmerzhaft, sagte er bei der Rückfahrt ins Rathaus. Immerhin aber werde Basel Hauptsitz des neuen Grosskonzerns. Und auch die Standorte Stein AG und Monthey VS würden mit der neuen Organisation wohl eher gestärkt. Nicht besonders überschwänglich reagierte die Börse: Sie legte gegenüber dem Vortag gerade mal um 0,8 Prozent zu. Die Novartis-Aktie schloss am Donnerstagabend bei 2'520 Franken. (2./3. Dezember 1999)




Führungs-Krücke für Novartis-Pharma-Chef Jerry Karabelas


Die Nachricht ist geeignet, im Trubel der Agro-Auslagerung unterzugehen. Bedeutungslos ist sie inessen keineswegs: Novartis-Chef Jerry Karabelas wird eine professionelle Hilfe zur Seite gestellt. Der erfolgreiche Thomas Ebeling, bisher Chef der Division Consumer Health, wird neuer COO der Pharma-Division und Karabelas direkt unterstellt. Ebenlings Nachfolger wird Al Piergallini, derzeit Chef Consumer Health von Nordamerika. Dies gab Novartis am Donnerstag gleichzeitig mit der Ankündigung der Sygenta-Gründung bekannt. Damit korrigiert Konzernchef Daniel Vasella, was seit einiger Zeit über den Pharma-Chef kursiert: Stark sei der griechischstämmige Amerikaner in Strategie und Konzeptionellem, Mühe habe er aber, der deutschen Sprache nicht mächtig, mit dem Basler Tagesgeschäft. Mit HebelingsAssistenz, so heisst es aus dem Unternehmen, habe Vasella die Stärken der beiden Führungskräfte vereinigt. (2. Dezember 1999)




Novartis und AstraZeneca legen Agro-Geschäft zusammen

Jetzt ist der Entscheid nach Monaten des Spekulierens bekannt: Die Pharmakonzerne Novartis und die schwedisch-britische AstraZeneca PLC (AZ) fusionieren ihre beiden Agro-Bereiche zu einem Grossunternehmen mit dem Namen Syngenta. Dies gaben die beiden Konzerne am Donnerstagmorgen bekannt. Damit entsteht der erste rein auf Agro-Aktivitäten ausgerichte Konzern der Welt mit einem geschätzten Umsatz von gegen 12 Milliarden Franken. Die Syngenta-Aktien werden zu 61 Prozent an die Novartis-Aktionäre und zu 39 Prozent auf die AstraZeneca-Aktionäre aufgeteilt. Präsident des weltweit führenden Pflanzenschutzkonzerns wird der bisherige Novartis-Agro-Chef Heinz Imhof, CEO der AZ-Agro-Chef Michael Pragnell. Die Fusion soll Kosteneinsparungen von 750 Millionen Franken einbringen. Damit ist, nach der Einigung mit AstraZeneca-CEO Tom McKillop, für Novartis unter Daniel Vasella der Weg frei, sich ganz auf das Gebiet der "Gesundheit" zu konzentrieren. Zusätzlich zum im Gang befindlichen Abbau von 1'1000 Stellen innerhalb der Novartis-Agro-Division werden in den nächsten vier Jahren durch die Bildung des neuen Unternehmens weitere 3'000 Stellen aufgehoben. Hauptsitz des 23'500 Mitarbeiter starken Unternehmens wird Basel sein. (2. Dezember 1999)




Das Eigentor des Jahres: Susanne Haller und Scientology

Die Basler SP-Grossrätin Susanne Haller zählt zu den erbittertsten Gegnerinnen der Scientology-Sekte. Und jetzt wird aktenkundig: Sie hat einen deutschen Sicentology-Fahnder und die Zürcher Scientology-Gegnerin Odette Jaccard bei der Basler Justiz verpfiffen. 30 Tage und 10 Tage bedingt erhielten sie wegen verbotenen politischen Nachrichtendienstes. Susanne Haller hatte die Staatsanwaltschaft im voraus über ihr Treffen mit Jaccard und dem deutschen Verfassungsschützer in einem Basler Hotel informiert. Die Fahndung observierte die Zusammenkunft prompt und verhaftete die beiden. Einen besseren Dienst hätte Politikerin Haller der Scientology-Sekte gar nicht erweisen können: Die beiden Verurteilten sind gerichtlich desavouiert, was Scientology genüsslich ausschlachten wird. Den grössten Schaden hat Susanne Haller sich selbst zugefügt: Im Bedarfsfall scheint sie bereit, auch Gleichgesinnte ans Messer zu liefern. Spitzenkandidatin für den Scientology-Verdienstpreis 1999! (30. November 1999)

INTERVIEW MIT URSULA CABERTA



Cornaz-Nachfolge: SP-Support für "Bündnis"-Frau Rita Schiavi

Der Parteivorstand der SP Basel–Stadt unterstützt die Kandidatur von Rita Schiavi ("Bündnis") einstimmig und wird eine entsprechende Nomination auch der Delegierten-Versammlung vom 2. Dezember vorschlagen. Dies gab die SP Basel-Stadt am Freitag bekannt. Der Parteivorstand sei der Meinung, "dass mit Rita Schiavi eine starke und fähige Persönlichkeit gefunden wurde, welche das linke Lager in der Regierung konstruktiv stärken wird". Sie sei zudem Garantin dafür, "dass die Schulreformen positiv vorangetrieben werden und dass im Erziehungsdepartement wieder geordnete Verhältnisse einkehren". Die SP legt in ihrem Communiqué "Wert darauf, dass die Kandidatur von Rita Schiavi auch für einen allfälligen zweiten Wahlgang gilt". In welcher Form die Unterstützung von Rita Schiavi sein wird, sei zur Zeit Bestandteil der Gespräche zwischen den Bündnispartnern und der SP Basel–Stadt. Bereits nominiert hat die Basler SVP den unbekannten Kandidaten Marc Meyer. Die Parteien FDP, CVP und LDP werden aller Voraussicht nach mit CVP-Präsident Carlo Conti antreten. Exponenten der SP hatten sich in den letzten Tagen für den Liberalen Gewerbedirektor Christoph Eymann stark gemacht. Der will aber derzeit offenbar nicht, sondern will möglicherweise erst im Herbst 2000 in die Startpflöcke, falls Finanzdirektor Ueli Vischer demissioniert und einem Angebot der Privatwirtschaft folgt. (26. November 1999)




Morddrohungen per Natel: Basler Schüler (16) verhaftet

Die Basler Polizei hat einen 16jährigen Schüler der Weiterbildungsschule "Bäumlihof" verhaftet: Der Schüler hatte Mitte November beim Rektorat an verschiedenen Tagen insgesamt drei Morddrohungen per Fax abgesetzt. Laut Basler Staatsanwaltschaft wurden die Droh-Botschaften per Short Message System (SMS) ab Natel gesendet. Die massiven Drohungen richteten sich gegen die Lehrerschaft und einzelne Schüler der Weiterbildungsschule. Der Festgenommene hat in der Zwischenzeit ein Geständnis abgelegt, jedoch seien "die Hintergründe seiner Handlungen noch Gegenstand umfangreicher Ermittlungen und Abklärungen durch die Jugendanwaltschaft". Die Morddrohungen seien - auch aufgrund von verschiedenen Vorfällen an Schulen im Ausland - "zu keinem Zeitpunkt als harmlos eingestuft" worden. (26. November 1999)




Neues Gewerbezentrum: KMU-Offensive in Birsfelden

Ein neues Gewerbezentrum mit rund 7'000 m2 Nettonutzfläche (Werkstatt- und Büroräumlich-keiten) und 100 Parkplätzen soll auf dem dem seit längerem freistehenden Novartis-Areal an der Sternenfeldstrasse in Birsfelden entstehen. Die Idee, entstanden aus dem Kreis der FDP Birsfelden, wurde durch die Basler Schneeberger Architekten auf eigenes Risiko aufgenommen. Die Finanzierung der Investitionskosten von 10 Millionen Franken ist nach Angaben der Initianten "gesichert". Die Gewerbeflächen sollen zu einem für Neu- und Jungunternehmer attraktiven Jahreszins im Stockwerkeigentum abgegeben werden. Mit dem Projekt soll die Abwanderung von Firmen aus Birsfelden gestoppt und die Ansiedlung junger Gewerbebetriebe gefördert werden. (25. November 1999)




Stefan Cornaz wieder im Büro: Auf zu den letzten Pflichten

Nach mehrwöchiger Absenz und anschliessender Rücktritts-Erklärung wird der Basler Erziehungsdirektor Stefan Cornaz seit Montag wieder in seinem Büro gesichtet. Aus seiner Umgebung verlautet, an der getroffenen Uebergangsregelung, nach der sich Veronica Schaller und Ueli Vischer in die Erziehungs-Aufgaben teilen, habe sich "nichts geändert". Es sei auch nicht so, dass Cornaz die Arbeit wieder aufgenommen habe. Vielmehr beschränke sich seine Tätigkeit auf Abschluss-, Aufräum- und Uebergabearbeiten. Auch habe er viele persönliche Briefe erhalten, die er noch vor seinem formellen Austritt aus der Regierung Ende Jahr beantworten wolle. (23. November 1999)




Gewerkschafts-Boss Stark unterstützt Kandidatur Eymann

Ueberraschung rund um die Nachfolge des zurückgetretenen Basler FDP- Erziehungsdirektors Stefan Cornaz: Roland Stark, der frühere Chef der Basler SP-Grossrats-Fraktion und heutige Präsident des Basler Gewerkschaftsbundes, wünscht sich den liberalen Basler Nationalrat Christoph Eymann als neuen Basler Regierungsrat. Stark erklärte gegenüber ONLINE REPORTS, er würde Eymann unterstützen, wenn ihn die Liberalen nominierten. Sicher sei, dass der FDP-Anspruch auf einen zweiten Regierungssitz aufgrund der Ergebnisse der Nationalratswahlen nicht mehr haltbar sei - zumal diese Partei mit Hansruedi Striebel und Stefan Cornaz zwei unglücklich agierende Erziehungsdirektoren gestellt habe. Von der CVP ist als Kandidat der Bürgerlichen Kantonalpräsident Carlo Conti im Gespräch, bei den Freisinnigen Johannes Randegger und Saskia Frei. Auch das links-grüne"Bündnis" will kandidieren. Im Gespräch sind Ueli Mäder und Rita Schiavi. Christoph Eymann war bisher für eine Stellungnahme nicht erreichbar. Aber wir bleiben dran. (18. November 1999)




ADtranz-Hiobsbotschaft: Regierung entbietet Mitgefühl

Die Einstellung der ADtranz-Waggonproduktion in PratteIn auf Mitte des Jahres 2001 und der damit verbundene Verlust von rund 500 Arbeitsplätzen seien für die Betroffenen ein "schwerer Schlag". Dies schreibt die Baselbieter Regierung in einem Communiqué. Nachdem noch im vergangenen Jahr von einem massiven Ausbau des Prattler Produktionsbetriebes die Rede war, sei der jetzige Schliessungsentscheid "nur schwer verständlich". Der Regierungsrat bedauert den Entscheid "zutiefst", nimmt aber das Angebot der Geschäftsleitung, Gespräche über die Situation zu führen, gerne an. Positiv sei zu werten, dass die laufenden Aufträge in PratteIn noch fertiggestellt werden sollen. Die Regierung drückt allen betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von ADtranz PratteIn, "die wenige Wochen vor Weihnachten von dieser Hiobsbotschaft überrascht worden sind", sein Mitgefühl aus. Sie werde aber im Rahmen ihrer Möglichkeiten "alles untemehmen wird, um sie in dieser schwierigen Situation zu unterstützen". Einen ähnlichen Stellen-Schock erlebte Pratteln schon 1978, als die Einstellung der Pneufabrik Firestone 600 Arbeitsplätze kostete. (12. November 1999)




Genital-Verstümmelungen in Basel nicht ausgeschlossen

Die Basler Regierung schliesst nicht aus, dass auch auf Kantonsgebiet junge Frauen beschnitten werden. Allerdings sind weder in der Verwaltung noch den Basler Spitälern Fälle von Genitalverstümmelungen bekannt, die auch hier vorgenommen wurden. Laut einer Antwort auf eine Interpellation der "Frauenliste"-Grossrätin Andrea Büchler Grünseis sind in der Universitäts-Frauenklinik die Geschlechtsorgane zweier beschnittener Frauen operativ in den natürlichen Zustand zurück verwandelt worden ("Defibulation"). Frauen, die sich einer Genitalverstümmelung entziehen wollen, empfiehlt die Regierung das "Frauenhaus" als Beratungs- und Zufluchtsort. Für die Basler Exekutive steht "ausser Frage", dass alle Anstrengungen gegen die Verstümmelung von Frauen aus welchen Gründen auch immer Unterstützung verdienen.




Cornaz vor dem Ende: Zurückgezogen, isoliert

Seit Wochen hüllt sich der Basler Erziehungsdirektor Stefan Cornaz über seinen gesundheitlichen Zustand in Schweigen. Seit Wochen ist das Erziehungsdepartement führungslos. Die Kommunikation zwischen dem FDP-Spitzenmann und der Partei ist sichtlich gestört. Geschäftsführer Max Pusterla hat, wie er ONLINE REPORTS glaubwürdig versicherte, "keinen Kontakt mit ihm". Aber soviel weiss er: "Er ist kränker als man meint." Einen Kontakt zum Krankgeschriebenen dagegen hat Parteipräsident Urs Schweizer. Seine Beobachtung: "Ich kann nicht sagen, ob er krank ist oder nicht. Er sieht normal aus." Keine Frage: Je länger Cornaz ("Für mich ist alles offen") eine offizielle Verlautbarung auf den letztmöglichen Termin Mitte November hinauszögert, umso schwerer fällt er der Partei zur Last. Da Nachfolge-Kandidaturen - Johannes Randegger, Saskia Frei, Präsident Urs Schweizer und weitere - schon heute offen gehandelt werden, ist eine Rückkehr des angeschlagenen Politikers in sein wackeliges Amt kaum mehr vorstellbar: Cornaz wird zurückgetreten. Umso lauter erschallen die Gerüchte über die wahren Gründe der Absenz. Sie sollen in ganz persönlichen Neigungen liegen, die für den nach aussen als Sonnyboy wirkenden zur unerträglichen Belastung geworden sein müssen.

REPORTS KOMMENTAR: Stefan Cornaz muss seinem Verwedeln jetzt ein Ende setzen und abtreten - unter ganz offener Deklaration dessen, was ihm eine Fortsetzung des Amtes als Erziehungsdirektor verunmöglichte. Auch wenn es ihm schwer fallen sollte: Es ist der einzige Weg, seinen Regierungssitz würdevoll zu verlassen. (5. November 1999)




Basler Chemie-Kontrolle mit professionellem Standard

Die Basler Kontrollstelle für Chemie- und Biosicherheit (KCB) professionalisiert ihren Betrieb: Als erste staatliche Chemie-Kontrollbehörde der Schweiz führte sie ein Qualitätssicherungs-System nach Europäischer Norm 45004 ein. Die neuen Qualitätsmerkmale betreffen Kontrollen und Inspektionen von Betrieben, die mit Chemikalien und Mikroorganismen arbeiten. KCB-Chef Urs Vögeli glaubt, dass die klareren organisatorischen Strukturen auch im Interesse der geprüften Unternehmen sind: "Wir werden für sie berechenbarer und transparenter. Unsere Arbeit wir nachvollziehbarer." So werde die Vergleichbarkeit der Beurteilungen und damit die Gleichbehandlung der Betriebe erleichert. (4. November 1999)




Vitamin-Vergleich kostet Roche eine Milliarde Franken

Sechs Hersteller von Bulk-Vitaminen haben sich laut Roche-Angaben am Mittwoch mit den Anwälten der US-amerikanischen Abnehmer auf einen Gesamtvergleich geeinigt. Die Kläger hatten gegen die Firmen, die in die Kartelluntersuchungen im Bulk-Vitaminmarkt involviert waren, Sammelklagen eingereicht. Die Einigung wurde von Roche, BASF, Daiichi, Eisai, Rhône-Poulenc und Takeda unterzeichnet. Der Gesamtbetrag für alle Firmen beträgt 1,17 Milliarden Dollar. Roche stimmte im Rahmen dieser Vereinbarung einer Zahlung von 632 Millionen Dollar an ihre Bulk-Vitaminkunden zu. Die definitive Zustimmung der in der Sammelklage zusammengefassten Kunden sowie des zuständigen Gerichts ist noch hängig. Wie bereits mitgeteilt, hat Roche in ihrem Halbjahresabschluss die notwendigen Rückstellungen vorgenommen. (3. November 1999)






Online Reports als Musterbeispiel in deutschem Medien-Magazin

Die deutsche Journalisten-Zeitschrift "Medium-Magazin" widmet Online Reports mehr als eine Seite. Das Fachmagazin wählte aus der Schweiz Online Reports als Beispiel dafür aus, wie sich Journalisten im World Wide Web "ganz neue Möglichkeiten" eröffnen. Journalisten, so wird Online-Reports-Editor Peter Knechtli zitiert, "sollten in ihrer Rolle als Beobachtende nie aus den Augen verlieren, dass sich der Anspruch auf Flexibilität und Neuorientierung auch an sie richtet". Online Reports freut sich, auch in Deutschland zur Kenntnis genommen zu werden. Bei dieser Gelegenheit sei verraten, dass an Spitzentagen über 400 Besucherinnen und Besucher den führenden verlags- und plattformunabhängigen Internet News Service der Nordwestschweiz frequentieren - fast dreimal mehr als vor einem Jahr. (2. November 1999)




Basler Verfassungsrat mit Mitte-Links-Mehrheit

Die Basler SP ist die Siegerin der Basler Verfassungsratswahlen: Mit 21 Sitzen holten die Sozialdemokraten mehr als ein Drittel der 60 insgesamt zu vergebenden Sitze. Mit den fünf Sitzen des "Bündnisses", drei Sitzen der DSP und den zwei Sitzen der VEW ergibt sich eine knappe Mitte-Links-Mehrheit von 31 Sitzen. Die SVP bestätigte sich mit über 11 Prozent Wähleranteil als zweitstärkste politische Kraft in Basel, kam aber wegen des Proporzwahlrechts nur auf sechs Mandate. Die Liberalen und die CVP schafften je sieben Mandate. Die Schweizer Demokraten holten zwei Sitze, die Bettinger Dorfvereinigung einen Sitz. Erfolglos blieb die mit grossen Werbeaufwand lancierte Liste "Zukunft Basel", die kein einziges Mandat eroberte. Unter den Nicht-Gewählten sind prominente Namen zu finden: Der frühere Grossrat Markus Kutter (Liberale), alt Finanzdirektor Kurt Jenny (FDP), Regio Basiliensis-Geschäftsführer Christian Häfliger (SP) und Universitätsrats-Präsident Rolf Soiron von "Zukunft Basel". (1. November 1999)




Der Mann aus dem Nichts: Jean Henri Dunant, neuer Basler SVP-Nationalrat

Eigentlich könnte sich Jean Henri Dunant (65) auf die AHV-Rente freuen. Doch statt des Lebensabends fängt jetzt sein Polit-Frühling an. Aus dem Status politisch völliger Unbekanntheit katapultierte ihn das Volk direkt in den Berner Nationalratssaal. Erst vor anderthalb Jahren in die SVP eingetreten und als Vorstandsmitglied tätig, war der selbständige Chirurg bisher parteipolitisch nicht aktiv. Medizin und Patriotismus sind seine Leidenschaften. Er sei "Soldat" sagt der rüstige Pensionär, dessen Lebenslauf ausschliesslich medizinische und militärische Aktivitäten umfasst. Der ehemalige Kommandant von Sanitätsoffiziersschulen und Offizierfachkursen ist noch bis Ende Jahr Präsident der Kommission für Kriegschirurgie. Dunant, mit dem berühmten General verwandt, galt auf der Basler SVP-Liste als Aussenseiter. Scheinbar aber löste der klingende Name doch in breiten Schichten heimatliche Gefühle aus. Auguren gingen davon aus, dass ein allfälliges SVP-Mandat Grossrat Kurt Bachmann oder Bernhard Madörin, der die Migros in eine AG umwandeln möchte, zufiele.




Wahlen Nationalrat, 24. Oktober 1999, Basel-Stadt

Gewählt sind:

Remo Gysin (SP) 22'453 Stimmen
Ruedi Rechsteiner (SP) 22'137 Stimmen
Anita Fetz (SP) 20'458 Stimmen
Christoph Eymann (Liberale) 14'112 Stimmen
Johannes Randegger (FDP) 13'065 Stimmen
Jean Henri Dunant (SVP) 7'827 Stimmen

Abgewählt:
Margrith von Felten (parteilos, "Bündnis"), 7'635 Stimmen
Christine Keller (SP), 19'571 Stimmen

Wahlbeteiligung 47,43%


Wahlen Ständerat, 24. Oktober 1999, Basel-Stadt

Gewählt ist:

Gian-Reto Plattner (SP) 33'385 Stimmen

Nicht gewählt ist:
Peter Adam (SVP), 9'582 Stimmen

Absolutes Mehr 22'577 Stimmen
Total abgegebene Stimmausweise 56'950 (!)


Wahlen Nationalrat, 24. Oktober 1999, Baselland

Gewählt sind:

Hans Rudolf Gysin (FDP) 26'740 Stimmen
Paul Kurrus (FDP) 15'746 Stimmen
Claude Janiak (SP) 23'972 Stimmen
Susanne Leutenegger Oberholzer (SP) 20'022 Stimmen
Caspar Baader (SVP) 23'699 Stimmen
Rudolf Imhof (CVP) 17'256 Stimmen
Ruth Gonseth (Grüne) 18'317 Stimmen

Abgewählt:
Rudolf Keller (SD), 17'945 Stimmen


Wahlen Ständerat, 24. Oktober 1999, Baselland
1. Wahlgang

Hans Fünfschilling (FDP) 28'315 Stimmen
Claude Janiak (SP) 21'857 Stimmen
Rudolf Keller (SD) 5'908 Stimmen
Ruth Gonseth (Grüne) 5'889 Stimmen
Manfred Reist (Mir 21) 66 Stimmen

Absolutes Mehr: 32'511 Stimmen
2. Wahlgang am 28. November 1999




Uriella-Ehemann Icordo in Ibacher Gemeinderat gewählt

Eberhard Bertschinger Eike
alis Icordo, Ehemann von "Fiat Lux"-Sektenchefin Uriella, wurde zu einem von acht Gemeinderäten der Hotzenwald-Gemeinde Ibach gewählt. Gegen die Kandidatur der Sektenanhänger hatte sich im 423-Seelen Dorf massivste Opposition formiert. Effekt: Mit einer einmalig hohen Wahlbeteiligung von 94 Prozent gingen die Ibacher an die Urne, konnten aber nicht verhindern, dass Icordo gewählt wurde und für die nächsten fünf Jahre im Ibacher Gemeinderat sitzen wird. Mit 110 Stimmen konnte Icordo mehr als bloss die Zuneigung der 34 in Ibach gemeldeten Sektenanhänger für sich gewinnen. Doch damit dürfte in Ibach keine Ruhe einkehren: Nach Angaben unseres Korrespondenten "beginnt sich der Widerstand gegen Fiat Lux erst so richtig zu formieren". (25. Oktober 1999)
HINTERGRUND




BS-Ständerat: Plattner gewählt, grosse SVP-Ueberraschung

Der Basler Ständerat Gian-Reto Plattner bleibt auch in den kommenden vier Jahren einziger Basler Standesvertreter. Er erzielte mit 33'385 Stimmen ein Ergebnis, das deutlich über den absoluten Mehr von 25'796 Stimmen lag und auch über jenem von 1995 lag. Die grosse Ueberraschung des Tages war der völlig unbekannte SVP-Kandidat Peter Adam, der mit 9'582 gleich rund 22 Prozent der Stimmen holte. Hoch war der Anteil der heimatlosen Voten: Rund 13'000 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger legten leer ein oder wählten nur für den Nationalrat. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,4 Prozent. (24. Oktober 1999)




BL-Ständerat: Hans Fünfschilling Favorit im zweiten Wahlgang

Erwartungsgemäss wurde der einzige Baselbieter Ständeratssitz nicht im ersten Wahlgang vergeben. Als Favorit steigt der freisinnige Finanzdirektor Hans Fünfschilling in die entscheidende Ausmarchung vom 28. November. Mit 28'315 Stimmen verfehlte er zwar das absolute Mehr von 32'511 Stimmen deutlich, blieb aber ebenso klar vor seinem Herausforderer Claude Janiak (SP), der als ehemaliger Landratspräsident auch für den Nationalrat kandidierte und 21'857 Stimmen verbuchte. Deutlich abgeschlagen blieben SD-Zentralpräsident und Nationalrat Rudolf Keller mit 5'908 Stimmen und die grüne Nationalrätin Ruth Gonseth mit 5'889 Stimmen. Der alternative Manfred Reist (MIR 21) blieb mit 66 Stimmen unerheblich. Die Wahlbeteiligung lag bei 39 Prozent. (24. Oktober 1999)




Basler Erziehungsdirektor Cornaz: "Krankgeschrieben"

Der freisinnige Basler Erziehungsdirektor Stefan Comaz wurde "bis auf weiteres krank geschrieben". Dies heisst es in einer namentlich nicht gezeichneten Mitteilung des Basler Erziehungsdepartementes vom Mittwoch. "Nach Abschluss der laufenden medizinischen Untersuchungen, spätestens innert Monatsfrist, wird eine weitere Orientierung erfolgen", heisst es weiter. Als Cornaz' Stellvertreter amtiert Regierungsrat Ralph Lewin. Ob Cornaz je wieder in sein Regierungsbüro zurückkehrt, wird immer fraglicher. Der frühere Chef der Basler Handelskammer und kurzzeitige Nationalrat schien seiner Aufgabe als Regierungsrat nicht gewachsen. Die SonntagsZeitung nannte "stressbedingte Erschöpfungszustände" als Grund für die Absenzen. Als politischen Liebes-Entzug auf allen Fronten könnte der Befund auch interpretiert werden: Cornaz musste nach Fehlbuchungen in gewissem Sinn finanzpolitisch bevormundet werden. Auch die Umsetzung der Schulreform und die Entlassung des fragwürdigen Chefbeamten Edi Bai trugen dem obersten Basler Pädagogen Aerger und politische Gegner ein. (20.10.99)




Blochers Rassismus-Lob: SVP-Junge mit Massen-E-Mail

Auf die angebliche "Rassismus-Schmutzkampagne" gegen SVP-Nationalrat Christoph Blocher und seinem Lob für Auschwitz-Lügner Jürgen Graf hat die Junge SVP des Kantons Aargau unverzüglich mit einem E-Mail-Massenversand reagiert. Blocher habe sich mehrfach von jeglichem Extremismus distanziert, heisst es in einem vom Kantonalpräsidenten Konrad Meier unterzeichneten Mail, das mit keinem Wort auf Blochers Brief an ein Auns-Mitglied einging. In jenem Brief hatte Blocher das Buch des verurteilten Rassisten Jürgen Graf mit den Worten gelobt: "Wie recht er doch hat." Jetzt versucht die Junge Aargauer SVP die Aufdeckung dieses brisanten Sachverhalts ins Gegenteil zu verdrehen und zu eigenen Wahlzwecken zu nutzen: "Eine solch üble Kampagne darf nicht belohnt werden. Wählen Sie jetzt erst recht (Junge) SVP!" Die Junge Aargauer SVP war innert nützlicher Frist für einen Kommentar nicht zu erreichen. Die Wirkung solcher Propaganda indes dürfte gering, wenn nicht kontraproduktiv sein: Massen-E-Mails sind unter Internet-Nutzern äusserst verpönt. (19.10.99)





Foto Online Reports

Gospel-Groove am Münsterplatz: Ein ganzes Gymnasium fiebert

Schon am frühen Morgen ist Leben in der Aula des Gymnsiums am Münsterplatz in Basel. 300 Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte inbegriffen, drücken diese Woche nicht die Schulbank, sondern singen von morgens früh bis in den späten Nachmittag ein Repertoire von mehr als einem Dutzend Gospel-Songs. Betreut vom amerikansichen Bischof, Pianisten und Vorsänger Freddy Washington (44) probt das Gymnasium - eine Premiere in Basel - für das Konzert vom 14. Dezember, 20 Uhr, im Grossen Festsaal der Messe Basel, dannzumal begleitet von eigens aus den USA eingeflogenen Profisängern ("Philadelphia Singers") und Begleitmusikern. In Workshops vertiefen die Schülerinnen und Schüler die Geschichte des Gospels und interpretieren die Texte. "Die Religion steht nicht im Vordergrund", sagt Projekt-Koordinator Claudio Hänggi, "es ist ein gemeinschaftliches musikalisches Ereignis". Den jungen InterpretInnen scheint's Spass zu machen: Wenn Mentor Washington so richtig in die Tasten greift und die kollektive Intonation den rockigen Groove erzeugt, dann gibt's in der Aula bereits Riesen-Applaus - noch von und für sich selbst. (13.10.99)




Pikanter Job-Wechsel: Liestaler BTG-Chef geht zu H&H

Urs Baumann
, Direktor der Basler Bürgschafts- und Treuhandgesellschaft BTG, verliert eines seiner besten Pferde im Firmen-Stall: Andreas Zbinden (32), Betriebsökonom HWV und Leiter der BTG-Niederlassung Liestal, wechselt als Partner zur Prattler Treuhandfirma H&H. Der Wechsel ist insofern pikant, als H&H vor einem Jahr im Falle der konkursiten Apparatebaufirma Grüter im Auftrag einer Geschädigtengruppe "Handlungen" der BTG als Revisionsstelle untersucht und ihr dabei "schwerwiegende Pflichtverletzungen" vorgeworfen hatte. So habe die BTG die Jahresrechnungen 1992 und 1993 "offensichtlich nicht geprüft". Dass jetzt ein BTG-Kadermitglied ausgerechnet zu H&H wechselt, war bei Direktor Baumann laut "Reports"-Informationen auf "Enttäuschung" gestossen. (12.10.99)




370-Stellen-Schock für Basel: Sulzer-Burckhardt schliesst

Der Winterthurer Technologiekonzern Sulzer schliesst den Kompressoren-Hersteller Sulzer Burckardt AG in Basel und konzentriert dessen Aktivitäten bis Ende 2000 in Oberwinterthur. Dadurch gehen in Basel 370 Stellen verloren. Davon werden 140 Stellen nach Winterthur verlegt. Der sozialdemokratische Basler Wirtschaftsminister Ralph Lewin war von der Firmenleitung "vor einiger Zeit korrekt informiert" worden. Die Nachricht sei für ihn "ein Schock" gewesen. Er habe noch versucht, die Firmenspitze umzustimmen, aber der internationale Preisdruck habe Sulzer keine andere Wahl gelassen. Lewin bedauerte sehr, dass Basel nicht nur weitere 370 Stellen verliere, sondern auch den Sitz der Rest-Firma. Er hätte es lieber gesehen, wenn umgekehrt das ganze Sulzer-Kompressorengeschäft in Basel konzentriert worden wäre. Leider habe Basel aber "nicht den nötigen Platz" zur Verfügung stellen können. Bedauern äusserte Lewin vor allem gegenüber Mitarbeitetenden, denen es schwer fällt, eine neue Arbeit zu finden. Froh sei er wenigstens darüber, dass 30 Lehrlinge ihre Lehre beenden könnten. Wie das "hervorragend gelegene Geviert" mitten in der Wohnzone des Gundeldinger Quartiers künftig genutzt wird, weiss Lewin nicht. Er hoffe nur, dass dort nach der Räumung "keine Brache" entstehe und Sulzer den Verkauf nicht an zu hohe Preisvorstellungen knüpfe. Konkrete Interessenten für dieses Areal seien ihm derzeit nicht bekannt, aber entsprechende Anfragen ging immer wieder bei ihm ein. (7.10.99)




Crossair: Chef Suter feuert aufmüpfigen Piloten

Anhaltend miese Stimmung im Pilotenlager der Fluggesellschaft Crossair: Chef Moritz Suter feuerte den beliebten amerikanischen Kapitän T. O., der kürzlich in einem internen E-Mail Kritik an der Unternehmungsführung, den unhaltbaren Arbeitsbedingungen sowie der lausige Entschädigung geübt hatte. Der Pilot hatte seine Berufskollegen aufgerufen, zusammenzustehen und sich gegen die anhaltende Erhöhung der Arbeitszeit von 25 Prozent in diesem Jahr gemeinsam zu wehren. "Macht bitte Kopien dieses Briefs und hängt ihn in allen Crew Rooms auf, bevor er aus dem System entfernt wird." Crossair-Chef Suter handelte schnell: Der Pilot wurde fristlos entlassen und auf dem firmeninternen E-Mail-System wurde die Möglichkeit zur Streusendung unterbunden. (7.10.99)
HINTERGRUND




Selbstdarstellung pur: Gysin zeigt, wie Wahlkampf geht

3'200 Zuhörerinnen und Zuhörer in der Liestaler Frenkenbündten-Halle und SVP-Bundesrat Adolf Ogi als Hauptredner zum Thema "Sicherheitspolitik": So macht FDP-Nationalrat Hans Rudolf Gysin, der begabteste Selbstdarsteller des Baselbiets, Wahlkampf. Veranstalter war der kantonale Hauseigentümerverband, aber zum öffentlich deklarierten gesellschaftlichen Ereignis kamen die Leute am Dienstagabend in Scharen. Selbst das Foyer musste bestuhlt werden. Die Redner, darunter SVP-Sanitätsdirektor Erich Straumann, wurden per Fernsehkamera bedeutungsschwer auf eine 4x3 Meter grosse Leinwand projiziert. Gysin zeigt es allen, wie professionell er die Klientel zu pflegen weiss. Als trickreiche Variation zu Ogis strategischen Ueberlegungen referierte er über "Sicherheit im Steuerwesen" - Balsam in den Ohren der Hausbesitzer. Auch SVP-Nationalrat Caspar Baader war erkennbar, allerdings nicht akustisch vernehmbar - als Gast. (6.10.99)




Basler DMS-Schüler verknüpfen Theaterprojekt mit Internet

Erstmals verbindet eine Basler Schulklasse ein Theaterprojekt mit einem eigenen Internet-Auftritt. Die Klasse 2f der Diplommittelschule berichtet auf ihrer Webseite kontinulierlich über den Stand der Vorbereitungen. Der originell und jugendlich-frisch aufgezogene DMS-Auftritt enthält auch ein Gästebuch und weitere Features. Das Theater "Narkomania" soll am 3. und 4. Februar nächsten Jahres aufgeführt werden. (6.10.99)
2f-Website




Polit-Protest gegen Uriellas Sekte Fiat Lux

r.s. Gegen Uriellas "Fiat Lux"-Sekte formiert sich im Vorfeld der Gemeinderatswahlen vom 24. Oktober in der Hotzenwald-Gemeinde Ibach nun auch aktiver Widerstand: Der Kirchgemeinderat schickte dem "Orden" (Selbsteinschätzung) und Uriellas Ehemann Icordo 1000 gespendete Mark zurück, mit der Bitte, ja in Zukunft auf derlei Gaben zu verzichten. Zuvor schon hatte Icordo, der es mindestens auf zwei der insgesamt acht Ibacher Ratssitze abgesehen hat, den örtlichen Skiclub mit 4'500 DM und zwei Kartons voller "Rotkäppchen"-Puppen überhäuft. Einen Tag später musste Fiat Lux das abgelehnte Wahlkampfgeschenk wieder in Empfang nehmen. Um weiteren Uriella-Verführungen vorzubeugen, wird nun am Freitag, 8. Oktober, in der Gemeindehalle ein Informationsabend stattfinden. Hauptreferent ist - der Sektenbeauftragte der evangelischen Landeskirchgemeinde. (5.10.99)




Balcab jetzt zu 100 Prozent in Cablecom-Besitz

Swisscom und Siemens Schweiz stossen ihre Beteiligungen von je 29,7 Prozent an der Balcab ab. Damit ist das Basler Kabelfernseh-Unternehmen zu 100 Prozent im Besitz der Cablecom. Der Besitzwechsel der Balcab AG hat laut Communiqué "keinen Einfluss auf ihre Geschäftstätigkeit". Direktor bleibt wie bisher Urs Gröflin. Noch offen ist allerdings, wer die Cablecom, die ihrerseits vor dem Verkauf steht, übernehmen wird. Im Gespräch sind auch ausländische Gesellschaften. Die Balcab AG wurde 1986 gegründet und erwirtschaftet heute mit einem Stab von 36 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Umsatz von 24 Millionen Franken. Sie ist mit rund 90'000 Kunden in Basel, Allschwil und Schönenbuch der bedeutendste Kabelnetzbetreiber der Nordwestschweiz. (5.10.99)




Prognos-Forum ohne Kanzler Gerhard Schröder: "Flugpanne"

Der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder verschob seinen für Freitag geplanten Besuch in der Schweiz. Grund sei eine Flugzeugpanne in Berlin, die nicht rechtzeitig habe behoben werden können. Enttäuschung unter den zahlreichen Besuchenden herrschte denn auch am "Prognos-Zukunftsforum" vom Freitag in Basel, an dem Schröder vor seinem Arbeitsbesuch bei Bundesrätin Ruth Dreifuss hätte auftreten sollen. An seiner Stelle verlas Klaus Bald, der deutsche Botschafter in der Schweiz, die vorgesehene Rede, die sich vor allem mit zuversichtlichen Prognosen der deutschen Wirtschaftspolitik beschäftigte. Unter der Leitung von "Zeit"-Chefredaktor Roger de Weck diskutierten Bundesrat Pascal Couchepin, der BMW-Vorstandsangehörige und frühere Aussenpolitiker Horst Teltschik sowie der Basler Oekonomie-Professor Silvio Borner über die Entmachtung der Politik durch die Wirtschaft. Ein ebenso spannendes wie witziges Referat über Sinn und Treffsicherheit von Prognosen hielt Prognos- Verwaltungsrat und "Tagesspiegel"-Herausgeber Heik Afheldt, der Schröders Statthalter Bald eine antiquarische Schrift über "Die Unvereinbarkeit der sozialistischen Zukunft mit der menschlichen Natur" übergab - eine laut Untertitel pikanterweise "ungehaltene Rede, der deutschen Sozialdemokratie gewidmet". (1.10.99)




Scharfe interne Kritik an Basler Justizdirektor Tschudi

Mitarbeiterinnen der Abteilung Jugend, Familie und Prävention des Basler Justizdepartements ziehen mit einem Schritt an die Oeffentlichkeit und scharfer Kritik an Justizdirektor Hans Martin Tschudi die Alarmglocke: Das "Ausmisten" in der Abteilung sei "von höchster Stelle legitimiert, wenn nicht gar angeordnet" worden, schreiben mehrere Mitarbeiterinnen in einem Leserbrief in der "Basler Zeitung". Dieses "Ausmisten" werde vom neuen Abteilungsleiter "mit rüdesten Methoden" umgesetzt: "Es wird gedroht, entmündigt, schikaniert und eingeschüchtert", heisst es im Brief weiter. "Lautstarke verbale Attacken seien an der Tagesordnung". Seit seinem Amtsantritt am 1. April hätten fünf Mitarbeiterinnen bereits gekündigt, weitere Angestellte hätten sich aufgrund des "untragbaren Arbeitsklimas teils wiederholt krank geschrieben". Die arbeit auf der Abteilung könne seit längerer Zeit nicht mehr regulär betrieben werden. Begriffe wie "Sauladen" hätten die Mitarbeiterinnen "schon intern" zu hören bekommen. Doch weder Ombudsman, Geschäftsprüfungs-Kommission noch Regierung hätten bisher entschlossen eingegriffen und Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen. (30.9.99)




Grüner Sukkurs für SP-Frau Leutenegger Oberholzer

Die Baselbieter SP-Nationalrats-Kandidatin Susanne Leutenegger Oberholzer erhält offiziellen Sukkurs aus dem grünen Lager: In einem Brief empfehlen Dieter Bertschin, Soledad Vosseler, Renata Sandroni und Rony Wiedemann die frühere Poch-Nationalrätin (1987 bis 1991) zur Wahl. Bemerkenswert: Die Unterzeichnenden stammten aus Leuteneggers früherer Wahlheimat POBL ("Progressive Organisationen Baselland"), waren später aber bei den Grünen Baselbiet aktiv, die heute zusammen mit der Freien Grünen Liste mit Ruth Gonseth antreten. Für Susanne Leutenegger Oberholzer, 51, wirbt ein von Landrat Bruno Krähenbühl präsidiertes Unterstützungskomitee mit einer aufwändig gestalteten Broschüre. Druckort des Mailings: Brig-Glis. (28.9.99)





Foto Reports

"Justiz-Affäre": Vorstoss zur Frühpensionierung

Die Frühpensionierung eines 57jährigen Kriminalkommissärs im Gefolge der sogenannten Basler "Justiz-Affäre" hat ein parlamentarisches Nachspiel. Die sozialdemokratische Grossrätin Doris Gysin reichte am Montag ein Interpellation ein, in der sie von der Regierung Auskunft über die Analyse-Panne verlangt, die den Kommissär anfänglich des Kokain-Konsums verdächtigte. Die Parlamentarierin will aber auch wissen, "welche Möglichkeiten Bürgerinnen und Bürger haben, sich im Falle betrittener Haar-Gutachten oder DNA-Analysen zu wehren". Die Grossrätin erkundigt sich schliesslich, wie weit der Kommissär Schadenersatzforderungen gestellt hat. Die SonntagsZeitung und "Online Reports" hatten die Frühpensionierung des Beamten öffentlich gemacht. (27.9.1999)

HINTERGRUND


Familienausgleichskassen: "Prämien-Millionen versickern"

Schweizer KMU-Betriebe verlieren Millionenbeiträge, weil sie irgendwo in den Familienausgleichskassen (FAK) versickern. Dies ist aufgrund einer Erhebung die brisante Erkenntnis der KMU-orientierten "Wirtschaftsfrauen Schweiz". Als Grund dafür geben die "Wirtschaftsfrauen" die ebenso teure wie unglaubliche Vielzahl von 25 kantonalen und 830 privatwirtschaftlichen Kassen an. Die Frauen-Organisation hat denn auch festgestellt, dass zahlreiche Mitglieder "als Arbeitgeberinnen unterschiedlich hohe Beiträge bezahlen" - zwischen 1,0 und 5,5 Prozent der betrieblichen AHV-Lohnsumme. Laut Vizepräsidentin Anita Fetz sind die Beitragssätze oft "bedeutend höher als für Auszahlung, Verwaltung und Risiko nötig". Darum wollen die "Wirtschaftsfrauen" jetzt mehr Transparenz schaffen: Sie fordern alle UnternehmerInnen und Personalabteilungen auf, ihre FAK-Prämien zu überprüfen und von ihren Kassen genaue Auskunft über die Finanzierung zu verlangen. Denn: "Zahlen Unternehmen mehr als den kantonalen Prämiensatz, bezahlen sie ganz sicher zuviel." (22. 9.1999)
FOLGE-STORY FETZ-VORSTOSS




Das Untere Kleinbasel erhält ein Quartier-Sekretariat

Einen Beitrag von insgesamt 450'000 Franken hat der Regierungsrat hat auf Antrag der Christoph Merlan Stiftung (CMS) für die Schaffung eines Quartier-Sekretariates im Unteren Kleinbasel bewilligt. Mit den Geldern der CMS soll die zweijährige Pilotphase dieses zentralen Projektes aus dem Aktionsprogramm Stadtennwicklung Basel finanziert werden. Damit wir das Aktionsprogramm Stadtentwicklung Basel (APS) konkret. Der Betrag von 450'000 Franken resultiert aus dem Anteil der Einwohnergemeinde am Ertrag der CMS. Mit je 185'000 Franken in den Jahren 2000 und 2001 wird die zweijährige Pilotphase finanziert. Noch im Jahr l999 sollen weitere 80'000 Franken für die Aufbauphase und einmalige Investitionen verwendet werden. (21.9.99)




Gewalt gegen Beamte: Busse für Bruno-Manser-Sekretär

Wegen Gewalt gegen Beamten, Ehrverletzung, Diensterschwerung ist John Künzli, Sekretär des Bruno Manser Fonds, vom Basler Gerichtspräsident Peter Albrecht zu einer Busse von 400 Franken sowie der Uebernahme der Gerichtskosten von 490 Franken verurteilt worden. Der Richter sah es als erwiesen an, dass Künzli bei einer Personenkontrolle vor seiner Haustür "einmal den Arm zum Schlag aufgezogen" habe. Der Staatsanwalt hatte zwei Wochen Gefängnis bedingt gefordert. Künzli, der die Vorwürfe bestritt, zu ONLINE REPORTS: "Ich hoffe, die Busse während einer Woche abarbeiten zu dürfen." (16.9.99)
WAS DAMALS GESCHAH




Mäni Weber: Manchmal möchte er nicht mehr erwachen

Er war TV-Star ("Dopplet oder nüt"), Frauenheld und nationales Idol, heute lebt er vereinsamt an den Gestaden von Weggis: Der Basler Mäni Weber. Dort trinkt er sein Bier, telefoniert mit seiner Mutter, vertreibt die Zeit im Casino und spricht davon - wie im kürzlich ausgestrahlten Dokumentarfilm von Martin Rengel -, er möchte am Morgen manchmal nicht mehr erwachen. "Mäni National" hat Mühe mit der Deminenz. Doch nicht die Boulevardmedien und nicht die SRG - wie Radio-Direktor Andreas Blum offenherzig konstatiert - haben ihn zu dem gemacht, was er heute ist - sondern Mäni selbst. Wer sich durch die Medien bis zum Ueberdruss feiern lässt, muss auch die unweigerlichen Konsequenzen bedenken. Wer nur die Sonnenseiten der Medien-Hätschelei geniesst, hat die Spielregeln des modernen Mediengeschäfts nicht begriffen. (16.9.99)




So will Heinz Imhof den Wurm aus dem Novartis-Agro-Geschäft vertreiben

Heinz Imhof
, Chef der Agro-Division von Novartis, will das serbelnde Geschäft wieder auf Vordermann bringen. Sein Kern-Ansatz: Die Kirchturm-Bereiche Pflanzenschutz und Saatgut sollen ihre traditionellen Egoismen überwinden und ihre einmaligen Stärken und Synergien ausspielen. An einer Medienkonferenz in Basel betonte Imhof am Mittwoch, Wachstum, Ertragskraft und Nachhaltige Führungsposition seien die Hauptziele der neuen Agro-Strategie. Dabei gehe es darum, sich weit stärker als bisher auf die ganze Nahrungs- und Futtermittelkette auszurichten und "gewinnbringende Vorteile für Produzenten und Konsumenten" zu schaffen. Dabei will sich Novartis auf die Entwicklung Vermarktung von Blockbusters konzentrieren und die übrige Produktepalette deutlich zu straffen. Wie weit die neuen Strategie erfolgreich ist, hängt auch stark von der Entwicklung der Gentechnik-Debatte ab. "Wir werden Optionen haben - was immer auch passiert", sagte Imhof ausweichend. Keine Angaben machte der neue Agro-Chef zu den Vorwürfen der Marktkontrolle und mögliche Gerichtsverfahren: "Die Klagen sind unklar, einen Prozess gibt es nicht." Dagegen sollen in der Schweiz im Verlaufe des Kostenreduktions-Programm "Focus" nicht nur 200, wie angekündigt, sondern 250 Stellen abgebaut werden, darunter 50 Stellen durch Früpensionierungen im Werk Monthey. Schnelle Besserung erwartet Imhof indes nicht.
REPORTS-KOMMENTAR: Die Strategie ist keineswegs spektakulär; auch bleibt offen, ob die Ueberwindung der Kirchturmpolitik von Saatgut und Pfanzenschutz rechtzeitig den Turnaround bringen wird. Alle Zeichen deuten darauf hin, dass das Agri-Business für den Verkauf oder einen Spin-off fitgetrimmt wird. (15.9.99)
VORGESCHICHTE




In Basel offiziell eröffnet: Helvetisch-Kurdisches Zentrum

ms. Nun hat die Region Basel nach jahrelangen Bemühungen ein Schweizerisch-Kurdisches Kulturzentrum: An der Schützenmattstrasse 12 stellt die gleichnamige Stiftung das Lokal samt Wirtschaft den unterschiedlichen kurdischen und schweizerischen Gruppen als Kultur- und Begegnungszentrum zur Verfügung. Initiant ist der Sozialarbeiter Mustafa Yesildeniz, der die Integrationsstätte für die rund 8000 in der Region lebenden Kurden und Kurdinnen auch gegen bürokratischen Widerstand durchboxen half. Jetzt ist die Zeit reif: Basels fortschrittliche Integrationspolitik ist am Greifen und die PKK, deren Lokal an der Horburgstrasse 22-28 im Jahr 1995 von Polizei und Bundesanwaltschaft geräumt wurde, gibt sich zahm - eine neue Chance für ein gutes Zusammenleben. (14.9.99)





Foto OnlineReports

Gegen urbane Einöde: Eine WWF-Linde in der Basler Innenstadt

In der Basler Innenstadt soll eine hässliche Asphalt-Wüste verschwinden: Vor der Hauptpost Basel 1, wo seit dem Abbruch des alten Kiosks eine trostlose Einöde herrscht, soll eine Linde erblühen - als Geschenk des WWF Region Basel an die Stadt Basel. Grund dieser kleinen, aber feinen Innenstadt-Belebung ist das 25jährige Bestehen der Basler WWF-Sektion. Am Morgen des 9.9.99 wurde die derzeit fünf Meter hohe "Bliib-do-Linde" durch AktivistInnen der Umwelt-Organisation auf ihrem vorgesehenen Standort deponiert. Die Bewilligung zur Platzierung der WWF-Linde an einem städtebaulich wichtigen Ort der Innenstadt steht nach Angaben von WWF-Geschäftsführer Dieter Stumpf noch aus: "Wir schauen jetzt einmal, was mit der Linde passiert.". "Wir sind im Moment daran, die Frage abzuklären", sagte Stadtgärtner Emanuel Trueb im Auftrag von Baudirektorin Barbara Schneider gegenüber "Online Reports". So müsse ermittet werden, "wie es im Untergrund aussieht". Auch habe der Baumeisterverband seit längerem ein Skulpturen-Projekt an jenem Standort vorgesehen. Ueber die Annahme der Linde muss die Gesamt-Regierung entscheiden. Immerhin ist jetzt die Debatte über Bäume in der Innenstadt lanciert. Laut den bisherigen Reaktionen ist auf breite, teils leidenschaftliche öffentliche Zustimmung zu schliessen. Mitarbeiter der Stadtgärtnerei tränken einstweilen den noch heimatlosen Spross. Auch Mitarbeiter des benachbarten "Unternehmens Mitte" sollen gelegentlich mit einer kleinen Giesskanne zum Rechten schauen. (9./17.9.99)




Jahr 2000: Roche erhöht Lohnsumme um 2.5 Prozent

Roche und die betriebsinternen Arbeitnehmervertretungen haben sich für das Jahr 2000 auf eine Erhöhung der Lohnsumme von 2,5 Prozent geeinigt. Diese neuerliche Erhöhung erfolge laut Roche "in Anerkennung des hohen Einsatzes der Mitarbeitenden sowohl im Einzel- wie im Gesamtarbeitsvertrag". Berücksichtigt seien zudem die wirtschaftliche Situation der Roche-Firmen in der Region Basel, die Löhne im Marktvergleich und die Entwicklung der Lebenshaltungskosten. Roche wird wie in den vergangenen Jahren Mittel bereitstellen, um im Laufe des Jahres Sonderzahlungen an ausgezeichnete Leistungsträgerinnen und Leistungsträger ausrichten zu können. Die Gewerkschaft GBI bezeichnet die Höhe als "ermutigend", ist aber "enttäuscht", dass es sich um eine individuelle und nicht generelle Lohnerhöhung handelt. (9.9.99)




Reaktionen auf Hans Rudolf Gysins "Fristen-Initiativen"

Das will...
... FDP-Nationalrat Hans Rudolf Gysin lancieren:

Zwei Volksinitiativen zum (wie er sagt) "Ausbau" der Volksrechte im Baselbiet. Das eine Begehren verlangt, dass über eingereichte Initiativen innerhalb von 12 Monaten durch das Volk entschieden werden muss. Die zweite Initiative verlangt eine Sperrfrist von zwei Jahren: Es darf keine Initiative lanciert werden zu einem Thema, das innerhalb der letzten zwei Jahre schon Gegenstand einer Volksabstimmung war.

... und das meint

...Karl Willimann,
SVP-Kantonalpräsident:

"Die erste Initiative wird klar unterstützt, weil sich dadurch ein Verschleppen von Volksbegehren (so geschehen bei der Sicherheitsinitiative der SVP BL) durch die Behörden wirksam verhindern lässt. In der Demokratie haben die Bürgerinnen und Bürger ein Recht darauf,dass Initiativen zügig und ohne politische Hintermanöver behandelt werden. Indem die Baselbieter Initiative sinnvollerweise nur das zeitliche Verfahren beschleunigt, werden die Kompetenzen des Landrates und des Regierungsrates nicht beschnitten, im Gegensatz zur eidgenössischen "Maulkorb-Initiative", die als problematisch einzustufen ist. Auch die Sperrfrist-Initiative verdient Unterstützung. Es muss als ausgesprochen undemokratische Zwängerei angesehen werden, wenn gewisse Kreise jeweils nach kürzester Zeit versuchen, einen gültigen Volksentscheid durch das Starten einer neuen Initiative wieder in das Gegenteil zu kehren. So leider geschehen bei der Talstrasse J2."


...Astrid van der Haegen, Unternehmerin und Nationalratskandidatin der CVP:

"Initiativen innert 12 Monaten vor's Volk - ein ausgezeichneter Beitrag zur Attraktivierung der Politik. Bei der administrativen Machbarkeit setze ich Fragezeichen. Mit der zweiten Initiative kann ich mich nicht anfreunden, da sie sich kaum abgrenzen lässt. Im Übrigen scheint auch Herr Gysin selber nicht überzeugt gewesen zu sein, sonst hätte er nicht drei Jahre gebraucht, um die Initiative zu lancieren."


...Ruedi Brassel, SP-Landrat aus Pratteln:

"Ich lehne beide Initiativen ab, denn ihre Zielsetzung ist klar: Unter dem Etikettenschwindel, die Volksrechte zu stärken, sollen diese abgebaut werden zugunsten der Rechte jener mit dem grössten Propaganda-Apparat und dem höchsten Werbe-Etat. Blocher lässt grüssen. Eine seriöse Behandlung einer Initiative im Landrat und seinen Kommissionen sowie die eventuelle Ausarbeitung eines Gegenvorschlags darf nicht dem Zeitdruck zum Opfer fallen. Die heute von der Kantonsverfassung vorgeschriebenen zwei Jahre Behandlungsfrist reichen aus, müssen aber eingehalten werden. Noch gefährlicher ist die Sperrfrist. Das Initiativrecht droht zum Spielball des politischen Hick-Hack zu werden, wenn zufällige Mehrheiten im Landrat darüber entscheiden sollen, ob es sich beim Vorstoss um eine Wiedererwägung eines Volksentscheids handelt. Endlose Streitereien um die Gültigkeit von Initiativen bis vor Bundesgericht wären die Folge. Und leiden darunter würde das Initiativrecht, das unverbrüchliche Recht des Volkes.


...Udo Spornitz, Präsident der FDP Baselland:

"Von der Grundidee sind diese beiden Initiativen sicher zu befürworten: Speditive Behandlung der eingereichten Initiativen (sind 12 Monate nicht zu kurz?); keine Zwängerei mit ermüdenden Wiederholungen. Die Praxis sieht schwieriger aus. Die Initiative zur Behandlungsfrist ist für meinen Geschmack zeitlich und thematisch zu nahe bei der Denner-Initiative und wertet diese unnötig auf. Bei der Initiative zur Sperrfrist lässt sich wahrscheinlich nur schwer unterscheiden, ob beispielsweise die erste, zweite und dritte Initiative zur Verhinderung von Tierversuchen tatsächlich genau das gleiche Thema behandelt haben oder nicht. Am Schluss würde das wahrscheinlich entweder vor Bundesgericht entschieden oder es würde jeweils langwierige Entscheidungsprozesse im Parlament geben. Ich bin gespannt zu sehen, ob diese beiden angekündigten Initiativen den Wahlherbst 99 überleben."





BL: AKW-Betreiber sollen alle Entsorgungskosten zahlen

(7.9.99) Die Betreiber von Atomkraftwerken sollen sämtliche Entsorgungskosten selbst übernehmen. Dies verlangt die Baselbieter Regierung. Mit der vom Bund angestrebten Fondslösung, die mit Stichtag der Ausserbetriebnahme eines AKW in Kraft tritt, bestehe immer das Risiko, "dass die vor Betriebsende anfallenden Entsorungskosten im Konkursfall oder bei einem Störfall nicht gesichert sind und auf die Allgemeinheit überwälzt werden". Mit dem von der Baselbieter Regierung vorgeschlagenen Alternativmodell sei das Risiko für eine etwaige subsidiäre finanzielle Belastung der öffentlichen Hand am kleinsten.




Balcab schaltet NBC ab: Kritik an Stiftungs-Ausschuss

(7.9.99) Der Ausschuss des Stiftungsrates Kabelnetz Basel habe bei der Abschaltung des amerikanischen TV-Senders NBC "einmal mehr das notwendige Fingerspitzengefühl vermissen lassen". Dies schreibt der Musik-Journalist Christoph Schwegler (DRS3) in einem Offenen Brief. Den Wegfall von NBC "mit seinen journalistisch hervorragend gemachten Dokumentationen und den besten Late-Night-Shows weit und breit können und wollen wir so nicht hinnehmen", schreibt Schwegler in einem Brief, mit dessen Inhalt sich weitere Persönlichkeiten wie George Gruntz, Professor Georg Kreis, Markus Kutter und Rolf und Alicia Soiron identifizieren. Der Stiftungs-Ausschuss wird "eindringlich" aufgefordert, seinen Entscheid zu revidieren und alle technischen Möglichkeiten auszuschöpfen. Die Balcab hatte kürzlich entschlossen, die Schweizer Sender TV3 und Swizz Music neu aufzuschalten - auf Kosten von NBC und des arabischen Senders MBC. Balcab-Sprecherin Béatrice Kirn zeigt sich unbeeindruckt: Aufgrund der Reaktionen - sagte sie zu "Online Reports" - sei sie überzeugt, dass der Ausschuss richtig entschieden habe.




Stellenabbau nach Salamitaktik: GBI kritisiert Novartis

(2.9.99) "Bewusste Verschleierung" des Stellenabbaus wirft die Gewerkschaft Bau & Industrie (GBI) der Novartis vor. Ueber die im Gang befindlichen Abbau-Massnahmen werde nur "portionenweise" informiert. Der Eindruck der "konzeptlosen Bastelei" verstärke sich zusehends. Nach GBI-Rechnung baut Novartis zwischen Anfang 1999 und Ende 2000, Auslagerung inbegriffen, all ein der Schweiz weitere 900 Stellen ab.

Wissenschaftliche Dienste 190
Diverse Lager 40
Pharma Produktion 150
Pharma F+E 80
Qualitätssicherung 100
Agro 200
Pharma Information 10
Infrastruktur Basel 150
Quelle: GBI




"Empörungswelle" schwappt über RTL/ProSieben-TV-Fenster

(28.8.99) Das seit dem 16. August 1999 von den schweizerischen Kabel-TV-Netzbetreibern verbreitete gemeinsame Schweizer Programmfenster der deutschen Privat-TV-Sender RTL und ProSieben stösst bei vielen Fernsehzuschauerinnen und -Zuschauern auf Unverständnis. Swisscable, der Verband für Kommunikations-Netze, hat sich deshalb mit dem Wunsch an die beiden Programmveranstalter gewandt, die Situation im Lichte dieser Kritik zu überprüfen und mit geeigneten Massnahmen zu reagieren. In einem Communiqué spricht Swisscable unter der Geschäftsführung von Claudia Bolla von einer "Empörungswelle" und "Akzeptanzproblemen".




Bertelsmann Online eröffnet Medienshop in der Schweiz

(28.8.99) Bertelsmann Online (BOL), der Internet-Geschäftszweig des deutsch-amerikanischen Medienriesen Bertelsmann, eröffnet im September einen virtuellen Medienshop in der Schweiz. Das BOL-Angebot besteht in der Anfangsphase vor allem aus einer breiten Buch-Palette und Events rund um das Thema "Buch". Später sollen andere Medien wie CDs und Videos folgen. Direktor von Bertelsmann Online Schweiz wird der 46jährige Martin Lütscher, zuletzt als Marketing-Direktor bei Reader's Digest in Zürich tätig.




Nehberg: Auf Emmentaler Tanne über den Atlantik

(27.8.99) rs. Auf dem Baumstamm einer 350 Jahre alten Tanne aus dem Emmental will der Deutsche Ueberlebenskünstler und Menschenrechtsaktivist Rüdiger Nehberg (64) zusammen mit einem Partner im Dezember von der afrikanischen Westküste (Senegal) nach Brasilien dümpeln. Die von der Gesellschaft für bedrohte Völker unterstützte Aktion "The Tree" läuft unter dem Motto "Schützt die Indianer - respektiert ihre Landrechte - erhaltet den Regenwald!" (Segelinschrift) und richtet sich an Brasiliens Regierung. Diese feiert im Jahr 2000 ihren 500. "Geburtstag" und tut sehr wenig, um die letzten 325 000 Ureinwohner vor Grossprojekten, Farmern, Goldgräbern und Krankheiten zu schützen. Nehberg hatte die 4000 Nass-Kilometer zum gleichen Zweck schon einmal mit einem primitiven Floss zurückgelegt. Diesmal wurde auf dem ausgehöhlten, mit Schaum aufgefüllten 8-Tonnen-Stamm eine winzige Schutzhütte festgezurrt. Zwei Ausleger aus Bambusrohren sollen das Drehen des Schweizer Qualitätholzes im Ozean verhindern.
Hinauf zu Uebersicht

Zurück zur Hauptseite


© Copyright by Peter Knechtli und den Autorinnen und Autoren.
Alle Rechte vorbehalten.
Nachdruck und Veröffentlichungen jeder Art nur gegen Honorar
und mit schriftlichem Einverständnis der Redaktion von OnlineReports.ch.

Design by Computerschule121