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"Tag des Dankes": Geschäftsleitungs-Mitglied Pierrette Schlettwein

Jubiläum ohne Jubilar Carl Schlettwein

Erweiterungsbau der Basler Afrika Bibliographien am Klosterberg eingeweiht

VON RUEDI SUTER

Die weltweit einzigartigen Basler Afrika Bibliographien (BAB) weihten gestern Samstag in einer denkwürdigen Feier ihre neuen Räume am Klosterberg 23 ein. Nur einer fehlte: Ihr vor wenigen Tagen verstorbener Gründer Carl Schlettwein. Der Ehrendoktor hätte am selben Tag seinen 80. Geburtstag feiern können.

Es hätte auch eine frohe Geburtstagsfeier werden sollen. Carl Schlettwein, dem Basel und die Schweiz den ersten schweizerischen Lehrstuhl für Afrikanische Geschichte verdankt, wollte zusammen mit seiner Familie und Freunden die Eröffnung der neuen gestalteten Räume am Basler Klosterberg 23 feiern - und gleichzeitig auch noch ein bisschen seinen 80. Geburtstag geniessen.

Einmalige und wertvolle Schriften

Es kam, wie so oft in Carl Schlettweins Leben, wieder einmal ganz anders. Anstelle des humorvollen Jubilars mit der bewegten Lebensgeschichte, empfingen seine Gattin Daniela Schlettwein-Gsell, Tochter Pierrette und Sohn Luccio die zahlreichen Gäste. Der vielgereiste "Carlo", wie ihn seine Freunde nennen, hatte am 21. Januar seine letzte Reise angetreten. Acht Tage vorher besuchte er zum letzten Mal die neuen Räume im Nebenhaus der bisherigen BAB am Heuberg 21, die im Jahr 2000 teilweise ein Raub der Flammen wurden. Der Brand, der aus aller Welt gesammelte, oft einmalige und wertvolle Schriften vernichtete, war für ihn ein niederschmetternder Schlag gewesen. Doch als ausgewiesener Stehaufmann, dem das Glück nach eigener Einschätzung sein Leben lang hold war, liess er die verwüsteten Räume gleich wieder herstellen und ergänzen mit dem jetzt gefeierten neuen Teil im Nebenhaus: Mit modernen Seminar-, Bibliotheks- und Archivräumen für die zahlreichen Dokumente aus Namibia und dem südlichen Afrika.

Die BAB sollte auch eine Kompaktanlage zur Aufbewahrung der expandierenden Bibliographie sowie einen klimatisierten Archivraum für empfindliche Sammlungen wie etwa Fotoarchive erhalten. Für Schlettwein war klar, dass das Zentrum mit seinen heute 10 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch räumlich modernisiert werden musste. Das ist es nun auch. "Carlo" verabschiedete sich erst - Zufall oder nicht -, als er sein letztes Werk realisiert sah.

Forschungsinstitut mit weltweitem Beziehungsnetz

Gestern Samstag gaben Pierrette und Luccio Schlettwein einen Einblick in das von vielen nicht gesuchten Abenteuern und Schaffenskraft geprägte Leben ihres Vaters. Aus "dem Tag der Freude" sei ein "Tag der Trauer, aber auch des Dankes" geworden, erklärte Universitäts-Rektor Ulrich Gäbler. Hinter den BAB verberge sich ein anerkanntes Forschungsinstitut mit einem weltweiten Beziehungsnetz. Die Basler Universität verdanke ihrem Ehrendoktor "sehr, sehr viel", spielte der Rektor auf die Carl Schlettwein-Stiftung an, die den Lehrstuhl für Afrikanistik anregte und finanziert. Dies in einer Zeit, in der Afrika häufig auch von der Wissenschaft "als verlorenen Kontinent" behandelt werde. Mit dem Verstorbenen verliere die Uni einen "treuen Freund und Gönner", der sich wohl anteilnehmend-, aber nicht vereinnehmend verhalten habe, schloss Gäbler. Für Kontinuität scheint im Familienrahmen gesorgt zu sein.

Insbesondere die Geschäftsführenden, Luccio und Pierrette Schlettwein, der wissenschaftliche Leiter der BAB, Dag Henrichsen, und die im Hintergrund wirkende, vielseitig engagierte Daniela Schlettwein-Gsell, möchten das bisher Erreichte im Sinne des Gründers fortführen und weiterentwickeln.

Im vom Architekten Jens Müller realisierten Umbau ist nun die Ausstellung "Namibian Spotlights" zu sehen. Es sind aufschlussreiche Text-, Bild- und Tonquellen – aus und zu Namibia.

6. Februar 2005

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