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"Stillschweigen vereinbart": Sitz der Gebäudeversicherung Basel-Stadt

3-Millionen-Loch bei der Basler Gebäudeversicherung

Schummeleien mit Zahlungsaufträgen: Staatsbetrieb reichte Strafanzeige wegen Betrugs ein

VON PETER KNECHTLI

Riesenärger bei der Gebäudeversicherung Basel-Stadt: Im Staatsbetrieb fehlen Beträge im Umfang von drei Millionen Franken. Das Unternehmen hat eine Strafanzeige wegen Betrugs bei der Staatsanwaltschaft eingereicht - und hüllt den Mantel des Schweigens über den Fall.

Die Akte wird noch mit höchster Diskretion behandelt. Direktor Peter Blumer wollte sich auf Anfrage nicht äussern: "Wir haben im Verwaltungsrat Stillschweigen vereinbart, solange die Staatsanwaltschaft ermittelt." Laut Informationen von OnlineReports wurde die Gebäudeversicherung Basel-Stadt innerhalb rund eines Jahres um drei Millionen Franken in mehreren Tranchen geschädigt. Markus Melzl, Sprecher der Basler Staatsanwaltschaft, bestätigte die behauptete Schadensumme.

Wurde bei der Post geschummelt?

Die Gebäudeversicherung hat deshalb vergangenen Monat Strafanzeige wegen Betrugs eingereicht. Zu den konkreten Vorfällen wollte sich Blumer ("das interessiert niemanden") nicht äussern. Nach Recherchen von OnlineReports stehen auch Mitarbeitende der Post im Fokus der Ermittlungen. Im diesem Fall geht es um Ungereimtheiten mit Zahlungsaufträgen und Zieladressen, allenfalls um fingierte Zahlungsaufträge. Gebäudeversicherungs-Chef Blumer sagte einzig: "Es ist nicht inside passiert, in der Post wurde geschummelt." Die Unstimmigkeiten mit Zahlungsaufträgen seien "intern bemerkt" worden, eine Zwischenrevision habe ergeben, dass firmenintern "alles gestimmt" habe, sagte Blumer.

Auf diese Aussage nach der möglichen Täterschaft angesprochen, erklärte Staatsanwalts-Sprecher Melzl: "Wir können aufgrund des jetzigen Wissensstandes nicht sagen, ob es eine Täterschaft in der Gebäudeversicherung oder bei der Post gibt." Er bestätigte aber, dass die Post auch in die Ermittlungen involviert ist. In Haft befinde sich derzeit niemand.

Kommt das verschwundene Geld wieder zurück?

Wie gross die Chancen sind, dass die Gebäudeversicherung die Beträge oder Teile davon wieder zurück erhält, konnte Blumer nicht sagen: "Wir hoffen es und halten uns alle rechtlichen Schritte und Haftungsfragen offen." Der Fall sei unter Umständen "viel grösser" als angenommen und erstrecke sich möglicherweise auch auf andere Unternehmen. Präsident der Verwaltungskommission ist der zurücktretende liberale Finanzdirektor Ueli Vischer, der an Sitzungen weilt und nicht erreichbar war.

15. Dezember 2004

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