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"Positives Resultat": Basler Mountainbiker-Wortführer Jakob Weber


Biker-Streit beendet: "Wir haben unbewusst das Heiligtum der Muttenzer entehrt"

Mountainbiker und Behörden wollen in Muttenz BL gemeinsam ein Biker-Wegnetz entwerfen - unter Einschluss von Wanderwegen

VON PETER KNECHTLI

Der erbitterte Streit um Biker-Wege im Muttenzer Wald ist vorläufig beigelegt: Mountainbike-Fahrer und Behörden einigten sich am Donnerstagabend auf eine Lösung: Gemeinsam wollen sie ein Wegnetz definieren, auf dem sich Biker austoben dürfen. Auch Wanderwege sollen darunter sein, dagegen soll der mit Felsbrocken blockierte Banntagsweg auf dem Gempen für Crosscountry-Biker gesperrt sein. OnlineReports unterhielt sich mit Jakob Weber, dem Initiator der "Gempeninitiative" und Wortführer der betroffenen Crosscountry-Biker.

OnlineReports: Wie verlief das Behörden-Treffen am Donnerstagabend in Muttenz?

Jakob Weber: Ich habe mich gleich am Anfang beim Bürgerratspräsidenten Hans-Ulrich Studer dafür entschuldigt, dass er durch meine Initiative so stark zwischen die Fronten geraten ist und dadurch viele Unannehmlichkeiten hatte. Uns war ja anfänglich nicht bewusst, dass wir mit dem Überqueren des Gebietes am Rothallenweiher ein Heiligtum der Muttenzer entweiht hatten. Die übrigen Gemeindevertreter und auch die Vertreter des kantonalen Forstamts kamen mit erkennbarer Verhandlungsbereitschaft zu diesem Treffen und entsprechend positiv war schliesslich das Resultat.

OnlineReports: Wie war das Klima aus Ihrer Sicht?

Weber: Die erwähnte Entschuldigung hat vermutlich sehr dazu beigetragen, dass sich die knisternde Spannung im Saal auflöste und man zu einem sachlichen Dialog übergehen konnte.

OnlineReports: Welche Meinung vertrat der Muttenzer Bürgerrat?

Weber: Andreas Meyer als Vertreter des Gemeinderates war ebenfalls kooperationsbereit und hat sehr zur gütlichen Einigung beigetragen, indem er ganz klar dafür votierte, uns in Absprache mit der Waldhoheit weitere Wegrechte zuzugestehen.

Uns war nicht bewusst, dass wir ein Heiligtum der Muttenzer entehrt hatten.

OnlineReports: Welchen Standpunkt haben sie als Vertreter der Biker eingenommen?

Weber: Meine Strategie war natürlich sehr auf die neue Bikerkarte ausgerichtet, welche demnächst in den Handel kommt. Die Ungenauigkeit der Karte lässt verhindern, dass die über den Rothallenweiher führende Route mittels einiger Schilder-Markierungen auf den nebenliegenden Forstweg umgeleitet werden kann und somit keine Korrekturmassnahmen notwendig werden. Im oberen Baselbiet hat es ohnehin noch nie Probleme mit Bikern gegeben, weil da die Nutzung so gering ist, dass selbst der Wanderer froh ist, zur Abwechslung einmal mit einem Biker ein Wort wechseln zu können.

OnlineReports: Werden die Steine auf dem Banntagsweg weggeräumt?

Weber: Dies wird hoffentlich dann der Fall sein, wenn ich meine Bikergemeinde vom Verhandlungsergebnis überzeugt habe.

OnlineReports: Worauf hat sich die Versammlung geeinigt?

Weber: In kleineren Arbeitsgruppen soll nun ein Wegnetz mit Einbezug von Wanderwegen erstellt werden.

OnlineReports: Ist diese Lösung für Sie und die Biker gangbar?

Weber: Selbstverständlich wollen auch wir uns Einschränkungen unterziehen, wo es notwendig ist. Mit generellen Verboten, wie dies heute der Fall ist, wäre allerdings eine Missachtung des Gesetzes Tagesordnung.

Ich treibe lieber Sport, als mir nächtelang mit E-Mails und Website die Zeit um die Ohren zu schlagen.

OnlineReports: Wie gehen Sie mit der Tatsache um, dass auf Bike-Routenkarten des Zürcher Bikers Thomas Giger für die Region Basel der Banntagsweg eingezeichnet ist?

Weber: Dies hat auch damit zu tun, dass der Bikeguide, welcher in Münchenstein wohnt und am Entwurf der Karte beteiligt war, keine Ahnung von diesem Muttenzer Heiligtum hatte. Aber wie bereits erwähnt, lässt sich dieses Problem gut lösen.

OnlineReports: Stellen sich ähnliche Probleme wie in Muttenz auch in andern Gemeinden der Region?

Weber: Auch Arlesheim, Dornach und auch Münchenstein haben Naturschutzgebiete von nationaler Bedeutung, deren Wege nur bedingt für den Bikesport erschlossen werden können. Da aber diese Gebiete zu stark von Fussgängern begangen werden, sind diese Wege für uns ohnehin uninteressant.

OnlineReports: Kehrt jetzt Biker-Frieden ein?

Weber: Ich hoffe es aus eigenem Interesse, denn ich treibe auch lieber Sport, als mir nächtelang mit E-Mails und Webseite die Zeit um die Ohren zu schlagen.

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ECHO
"Mountainbiker haben mehr Gehör gefunden"
Dank Ihrer Hilfe haben wir Mountainbikesportler endlich mehr Gehör gefunden. Ihre Reportage und vor allem der Kommentar von Peter Knechtli hatten zur Folge, dass das Fernsehen SF DRS sowie tele24 und auch anderen Journalisten auf das Thema aufmerksam wurden und nun ihrerseits weitere Oeffentlichkeitsarbeit geleistet haben und wir im Streit um mehr Wegrechte wieder einen Schritt weiter sind. Ich wünsche Euch allen weiterhin viel Erfolg.

Jakob Weber
Sportclub Ciba Spezialitätenchemie
Riehen

17. Februar 2001

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