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Basler Regierungsratswahlen vom 26. November 2000:
Vier Bewerbungen für den zweiten Wahlgang


Partei Kandidierende Ausgangslage Strategie Prognose
SP
Barbara Schneider (47)
Baudirektorin
Auf den ersten Blick ein wirklicher Pechvogel: Um zwei Stimmen verpasste sie im ersten Wahlgang das Absolute Mehr. Paradox: Für die SP ist diese Ausgangslage vorteilhafter. Zweier-Ticket mit Zugpferd Schneider mobilisiert besser. Lag weit vor Schaller und Tschudi. Barbara Schneider ist als gewählt gesetzt. Sie hat eine freundliche Art, ist eher zurückhaltend und hat sich keine grossen kompromittierenden Schnitzer geleistet. Steht für Wohnumfeld-Aufwertung ein, ohne dogmatisch zu wirken. Integrativ, wenn auch nicht offensiv kommunizierend. Schade, dass sie die Jubiläumslinde des WWF nicht vor der Hauptpost wollte und es dort in Ermangelung Besserem bei einem Asphaltplatz bewenden lässt. Etwas Besseres als zwei verpasste Stimmen hätte der SP und Barbara Schneider nicht passieren können. Sie ist nicht nur klar gesetzt, sondern im zweiten Wahlgang auch die Lokomotive von Veronica Schaller.
SP
Veronica Schaller (45)

Erziehungsdirektorin
Zeba-Debakel, Museumsdirektoren-Wahl, Kontroverse um Rationierung von Medikamenten ("NovoSeven") - Veronica Schaller polarisiert. Hat im Fall Kunstmuseum nach OnlineReports-Meinung aber sehr mutig entschieden, was ihr positiv angerechnet werden muss. Kommunikativ ungenügend. Beispiel Zeba: Konnte nicht plausibel machen, weshalb sie jenen, die ihr einst den Lohn als Gewerkschaftsfunktionärin zahlten, die tiefen Löhne weiter senken muss. Zeigt grossen Einsatz, hat exakte Dossierkenntnisse und scheint in der Lage, Ordnung ins Erziehungsdepartement zu bringen. Ist jetzt darauf angewiesen, dass ihr alle, die sie in den letzten Jahren genervt und verärgert hat, per Wahlzettel verzeihen. Profitiert extrem davon, dass Barbara Schneider in den zweiten Wahlgang muss: Die Frauen-Karte im Duo-Pack zieht besser. Wir geben offen zu: In dieser Prognose sind wir unsicher. Die Denkzettelthese - massiver Rückstand im ersten Wahlgang sei, wie Beispiele Remo Gysin und Christoph Stutz zeigen, nicht mehr aufzuholen - dürfte auf Schaller nicht anwendbar sein. Die frühere Gewerkschafterin streute Asche auf ihr Haupt und spielt jetzt konsequent die Karte "zwei Frauen in die Regierung". Im Gegensatz zum ersten Wahlgang mobilisiert die Linke derzeit ihre letzten Reserven, auch Baselbieter GenossInnen werden eingespannt. Und selbst die Schaller-kritische GBI empfiehlt die Ungeliebte zur Wahl - wahre Wende oder nur Lippenbekenntnisse? Vielleicht schafft sie's mit Glück im Sozius von Barbara Schneider.
DSP
Hans Martin Tschudi (49)

Justizdirektor
Der Politiker im Fahrwasser des populären Vorgängers Karl Schnyder. Weil Tschudi gleich nach dem ersten Wahlgang seine anfänglich ablehnende Meinung zur Sanierung des Schiessplatzes Allschwilerweiher gegenüber dem Mai-Entscheid änderte, können die Basler Schützen künftig weiterhin in Allschwil feuern. Das bringt ihm zusätzliche Stimmen. Hat ausser der DSP keine parteiliche Lobby, dafür Anhänger im Staatspersonal sowie in Ärzte- und Kirchenkreisen. Seine Chance liegt in den zahlreichen Freisinnigen, Liberalen und Christdemokraten, die ihr Heu im Trockenen haben und jetzt in Ruhe auswählen können. Die Kandidatur des SVP-Kandidaten Thomas Bucheli könnte ihm Sukkurs bringen, weil "Tschudi" auch auf etlichen SVP-Wahlzetteln figurieren könnte. Dürfte als VPOD-Mitglied über die Nicht-Unterstützung durch seinen Verband wenig erbaut sein. Auch diese Prognose ist mit Vorbehalt zu geniessen. Tschudi ist beliebt bei Kirchgängern und Spitalärzten, die Schaller den finalen Denkzettel verpassen möchten. Offen ist, ob Tschudi das bürgerliche Lager mobilisieren kann und wie weit der geschrumpften DSP Regierungsberechtigung zugesprochen wird. Derzeit ist nicht allzu viel Support zu spüren. Aber vielleicht wird Tschudi diesmal von vielen stramm bürgerlichen Wählerinnen und Wähler still auf den Wahlzettel geschrieben. Und so kann er Schaller schlagen.
SVP
Thomas Bucheli
(36)
(neu)
Neuling Thomas Bucheli hat interessante Facetten: SVP-Spitzenkandidat und WWF-Mitglied zu sein, braucht sich nicht auszuschliessen. Ist ein unbeschriebenes Blatt, das wir nicht mit Kritik bekleckern wollen. Alle fragen sich, wie sich seine Tätigkeit als Nachrichtenoffizier der Schweizer Armee mit den humanitären Aktivitäten vereinbaren lassen. Herr Bucheli hat gegen alle Bisherigen nicht den Hauch einer Chance. Aber das weiss er selbst wohl auch. Darum wird ihn Platz vier auch nicht schmerzen. Ausser die SVP politisch im Gespräch zu halten, macht die erneute Kandidatur des Unbekannten strategisch keinen Sinn.
Fotos Reports, zvg


REPORTS ECHO
"Es schaffts dr Tschudi"
Es schaffts dr Herr Tschudi und sicher au d'Frau Schneider,
...vo dr Frau Schaller hän vill Basler eifach d'r Verleider!

Kurt C. Thommen
Tenniken BL


"Nicht einmischen, bitte"

Was hat denn Frau Schaller den Baselbieter angetan, Herr Thommen? Ich finde es daneben, wenn Kantonsfremde sich öffentlich in einen Wahlkampf im anderen Kanton einmischen. Die Baselbieter wären die Ersten, die laut schreien würden, wenn das die Basler machen würden.

Bruno Heuberger
Oberwil


"Platz ist wirklich hässlich"
Der Platz vor der Hauptpost ist - so wie er heute da steht - wirklich hässlich. Er ist reserviert für einen Brunnen des Baumeisterverbandes, ebenfalls ein Geschenk, und sollte in einem Jahr dort stehen. Falls dies nicht der Fall ist, wird sich die Petitionskommission mit allen ihren Mitteln dafür einsetzen, dass die Jubiläumslinde dort gepflanzt wird.

Beatrice Inglin
Präsidentin der Petitionskommission
des Grossen Rates
Basel

17. November 2000

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© by Peter Knechtli