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FotoReports

Cotti-Abschiedsbrief Brief an EDA-Mitarbeiter


Durftmarken der Mächtigen

Briefe an EDA-Mitarbeiter verraten die unterschiedlichen Stile von Cotti und Deiss

VON PETER KNECHTLI

Die Belegschaft des Eidgenössischen Departementes für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) haben dieser Tage Post erhalten - stilistische Dokumente ihres alten und neuen Chefs.

Zuerst wandte sich Bundesrat Joseph Deiss an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, um zu beteuern, "wie begeistert ich bin, gerade das Aussenministerium zu übernehmen". Der frischgekürte Christdemokrat konzentriert sich in seinem ersten Personalkontakt auf das Gemeinschaftliche, spricht vom "service public" und von der Schlüsselrolle, die diesem Departement bei der Wahrung der Landesinteressen in der Staatengemeinschaft zukomme.

Das EDA, so der neue Aussenminister, sei "zweifellos ein etwas besonderes Departement". Vermutlich fühlten sich auch viele Mitarbeiter "durch dieses Besondere angezogen". Sodann ermuntert Deiss seine künftigen Zulieferer auch zu einer "nötigen Prise Humor".

Cotti: "Freier und rationaler Entscheid"

Ganz anders die Abschiedspost, die Flavio Cotti ein paar Tage später nachlieferte. Als ebenso begnadeter Selbstdarsteller wie gestrenger Chef stellt der ex Aussenminister seine persönlichen Leistungen und seine Dynamik in der Vordergrund. Dies nicht ohne nochmalige prominente Betonung seiner Rücktrittsumstände: Der Abtritt nach zwölf Jahren sei ein "freier und rationaler Entscheid" gewesen im Willen, "meinen Platz im Bundesrat einer jüngeren Kraft zu übertragen".

Wie eine Ikonensammlung wirkt der beigelegte Fotobogen, der Flavio Cotti beim Wandern, bei Begegnungen mit dem gemeinen Volk und mit den Mächtigen dieser Welt zeigt - von Helmut Kohl über Hillary Clinton bis Nelson Mandela. Eine Prominentengalerie, in der sich Cotti angemessen vertreten zu fühlen scheint.

3. Mai 1999

 

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(c) by Peter Knechtli