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Universitäts-Präsident Rolf Soiron: "Angebot deutlich ausgeweitet"


Uni Basel verlangt mehr Geld von Basel-Stadt und Baselland

Die selbstverwaltete Basler Universität schwimmt in roten Zahlen

VON PETER KNECHTLI

Vier Jahre nach der Entlassung in die Selbständigkeit ruscht die Universität Basel in die finanzielle Schieflage: Jetzt verlangt der Universitätsrat von den beiden Basel als Trägerkantone ab 2001 eine Beitragserhöhung von über zehn Millionen Franken.


Brisant an den Forderungen des Universitäts-Verwaltungsrates: Zwischen fünf und sieben Millionen Franken soll nach Informationen von ONLINE REPORTS der Nachbarkanton Baselland zusätzlich zahlen. Bereits heute beteiligt sich Baselland mit jährlich 68 Millionen Franken am 300 Millionen Franken schweren Globalbudget der Basler Hochschule, die mit ihrem Selbstverwaltungs-Modell international auf Beachtung stiess. Basel-Stadt, das weniger Studierende delegiert, zahlt im Jahr 2000 laut Grossratskommission 59 Millionen Franken, kommt aber mit seinen "kalkulatorischen Dienstleistungen" (Ueberlassung von Infrastruktur)auf Gesamtkosten von 85 Millionen Franken.

Über die Budget-Stränge gehauen

In der Disziplin Budget-Treue freilich fassten gewisse autonome Professoren die Note "ungenügend". Schon letztes Jahr fiel ein Defizit von 1,3 Millionen Franken an. Mehr als doppelt so hoch wird der Fehlbetrag dieses Jahr ausfallen. Kommendes Jahr ist nach Angaben von Universitätsrats-Präsident Rolf Soiron mit einem Defizit von acht Millionen Franken zu rechnen, "wenn wir keine Massnahmen treffen".

Darum will der Uni-Verwaltungsrat der den Defizit-Trend brüsk brechen. Präsident Soiron: "Wir streben auch im Finanzwesen einen hohen Grad an Glaubwürdigkeit an." Diese Politik ist unabdingbar, sonst setzt das verärgerte Parlament via Globalkredit den Sparstift an.

Anschaffungsstopp verfügt

Schon Ende August verfügte Rektor Ulrich Gäbler einen Anschaffungsstopp für Apparate und EDV-Einrichtungen. Kommendes Jahr sind weitere Einsparungen in Höhe von sieben Millionen Franken vorgesehen. Mit gegen fünf Millionen Franken sind erneut die Apparatekredite betroffen, die Personalkosten dagegen sollen vorläufig unangetastet bleiben.

Dennoch ist die Stimmung an der Uni gereizt. Laut Professoren ist die Zahl der Lehrstühle "völlig unverhältnismässig" auf die abschliessenden Studenten verteilt, als Stiftungen eingebrachte Institute führten nach einigen Jahren zu belastenden Folgekosten. Ueberdies würden "laufend Spezialitäten aufgebaut, die auf dem Markt nicht gefragt sind", die Aufgaben-Vernetzung der Hochschulen stecke noch in den Kinderschuhen, durch den Ausgaben-Stopp entstehe schon bald ein "enormer Nachholbedarf".

Soiron: "Zu wenig deutlich kommuniziert"

Bereits befassen sich die parlamentarischen Kommissionen mit der Krediterhöhung. Die Erziehungsdepartemente der beiden Kantone haben soeben erste Verhandlungen aufgenommen. Uni-Präsident Soiron nimmt zwar in Anspruch, dass "deutlich geringere Einnahmen und nicht höhere Ausgaben" zu den roten Zahlen geführt hätten und das Lehrangebot "deutlich ausgeweitet und verbessert" worden sei. Selbstkritisch aber räumt er ein: "Wir haben diese Tatsachen zu wenig deutlich kommuniziert."

14. November 1999

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(c) by Peter Knechtli