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"Alles andere als ausgebrannt": SVP-Politiker Christian Miesch


"Doch, ich würde mich interessieren"

Interview mit alt-Nationalrat Christian Miesch über seine politischen Ambitionen


Er sei "alles andere als ausgebrannt". So reagierte das SVP-Mitglied Christian Miesch (50) auf die Rücktrittsankündigung von SVP-Nationalrat Hans-Rudolf Nebiker. Miesch war von 1991 bis 1995 FdP-Nationalrat, wurde aber von den Baselbieter Freisinnigen nicht erneut nominiert, worauf er zur SVP wechselte. Nebikers Nachrückender ist der Gelterkinder Rechtsanwalt Caspar Baader.


Herr Miesch, sind Sie überrascht, dass Nationalrat Nebiker zurücktritt?

Christian Miesch: Ueberhaupt nicht. Er hat es ja angekündigt.

Hat er den Rücktritt mit Ihnen abgesprochen?

Miesch: Nein, weshalb denn?

Sind Sie erleichtert darüber, dass Hans-Rudolf Nebiker jetzt zurücktritt?

Miesch: Ich bin für jeden glücklich, der nach so langer Parlamentstätigkeit gehen kann. Dadurch bekommt wieder ein Junger die Chance, in Bern zu politisieren.

Fühlen Sie sich mit Ihren 50 Jahren noch jung?

Miesch: Eindeutig, jedenfalls politisch! Ich bin alles andere als ausgebrannt. Ich war ja bereits vier Jahre als Nationalrat in Bern und kenne diesen Laden. In diesem Bereich möchte ich eindeutig noch die Welt verändern. Sonst hätte ich auch keine Sektion Reigoldswil und Umgebung gegründet. Das ist eine tolle Sache.

Jetzt rutscht Caspar Baader nach. Wären Sie nicht am liebsten selbst nachgerutscht?

Miesch: Ich mache aus meinem Herzen keine Mördergrube. Aber ich mag es aber Caspar Baader gönnen, weil ich weiss, was es für mich bedeutet hat, in Bern Politik zu machen.

Bei nächsten Nomination möchten Sie aufgestellt werden?

Miesch: Diese Frage ist eine Unterstellung. Es gab bezüglich meiner allfälligen Nomination keinerlei Versprechen. Selbstverständlich habe ich mit den Meinungsträgern der SVP meinen Parteiwechsel diskutiert. Ich habe allerdings die Partei nicht im Hinblick auf eine Nationalratskadidatur der SVP gewechselt, sondern weil ich es bei der FdP nicht mehr aushielt. Ob ich wieder kandidiere, hängt in erster Linie von der SVP ab. Aber es stimmt, dass ich gern wieder nach Bern ginge.

Wollen Sie nächste Wahlen kandideren?

Miesch: Doch, ich würde mich interessieren. Aber ich warte auf ein Signal der Partei.

Besteht da nicht die Gefahr, dass Baader auf der Strecke bleibt?

Miesch: Das ist für mich keine Zielsetzung. Es geht höchstens um einen Beitrag, der SVP einen zweiten Sitz zu bringen oder den einen Sitz zu halten. Ich sehe rosige Zeiten für die SVP. Wir sind die einzige bürgerliche Kraft, die noch klare Positionen bezieht.

Glauben sie, dass die Baselbieter SVP zwei Sitze erobert?

Miesch: Ein solches Ergebnis drängt sich geradezu auf. Nur wenn die SVP gesamtschweizerisch ihre Sitzzahl verdoppelt, kann unser Land gerettet werden.

Sind Sie in der SVP gut verankert?

Miesch: Eindeutig. Dort sagt man noch geradeaus, was man denkt. In der FdP lief alles hinter meinem Rücken ab.

Werden Sie weniger Stimmen machen als Caspar Baader?

Miesch: Diese Frage kann man nicht beantworten. Ich machte 1995 als wilder Kandidat doppelt so viele Stimmen wie Baader und auch mehr Stimmen als Nebiker und wurde trotzdem nicht gewählt. Aber bei den Wahlen vom Herbst 1999 sieht alles wieder ganz anders aus.

Wird Caspar Baader im Herbst nächsten Jahres wiedergewählt?

Miesch: Dass Caspar Bader nicht mehr gewählt wird, muss jetzt nicht in der Oeffentlichkeit diskutiert werden. Da sehe ich zwar schon Interessenkonflikte kommen, aber in der SVP können solche Konflikte durch Gespräche gelöst werden. Ich will doch nicht Caspar Baader ausbooten, um Himmelswillen nicht.
BERICHT

29. Januar 1998

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© by Peter Knechtli