"Lösung in den nächsten Tagen"

Architekt Theo Meyer will Münchensteiner Kauf-Objekt endlich bezahlen

Der Muttenzer Architekt und SP-Nationalrat Theo Meyer will die Liegenschaft, die er letzten Frühling formell gekauft hat, endlich bezahlen. Schulden in Millionenhöhe drücken auf das Geschäft.

Letzten April hatte Meyer ein 300jähriges Wohnhaus mit Oekonomiegebäude und 2'600 Quadratmetern Bauland in der Kernzone von Münchenstein BL gekauft. Verkäuferinnen waren eine 91jährige Frau und ihre 54jährige Tochter.

Wie der "K-Tip" berichete, hat Meyer aber den ausgehandelten Verkaufspreis von 1,4 Millionen Franken bis heute nicht bezahlt. Die Verkäuferinnen seien immer wieder vertröstet worden. Als Grund nennt der "K-Tip" massive Finanzprobleme. Gegen Meyer seien letztes Jahr Betreibungen in Höhe von 2,3 Millionen Franken hängig gewesen.

Theo Meyer bestätigte gegenüber "Reports" die Zahlungsschwierigkeiten. Sie hätten damit zu tun, dass ein Vertrag über 2,5 Millionen Dollar mit einer US-Bank geplatzt sei. Ausserdem seien ihm von einer Schweizer Grossbank alle Kredite in Millionenhöhe gekündigt worden. Durch seinen amerikanischen Broker habe er jetzt eine neue investitionswillige Bank gefunden. Laut Auskunft des Brokers, so Meyer gegenüber "Reports", "können die Verträge in den nächsten Tagen unterschrieben werden". Damit könnten auch die Verkäuferinnen demnächst entschädigt werden.

"Ich habe niemanden hereingelegt", beteuerte Meyer und kündigte an, er werde die Verkäuferinnen zusätzlich mit Zinsverlustausgleich und einer Genugtuungssumme zufriedenstellen, wenn das Geld aus den USA eintreffe.

Ein Teil der Münchensteiner Immobilien wird laut Meyer abgebrochen, ein Teil saniert und das Grundstück mit drei Einfamilienhäusern überbaut. Das Projekt sei planerisch schon weit fortgeschritten. Zweck der Uebereinkunft sei es, die Ueberbauung an die amerikanischen Investoren weiterzuverkaufen. Dies, nachdem einheimische Baufirmen entsprechende Kaufangebote abgelehnt hatten.

Theo Meyer war 1991 für den zurücktretenden Heiner Ott in den Nationalrat nachgerutscht. Bei den letzten Wahlen im Jahr 1995 erzielte er mit 19'637 Stimmen ein relativ schlechtes Ergebnis. Die erste Nachrückende, Anneliese Spinnler aus Gelterkinden, erzielte immerhin 16'911 Stimmen.

12. Februar 1998

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(c) by Peter Knechtli