Basel baut Sex-Ermittlung aus

Konsequenzen aus massivem Anstieg an Delikten

Die Basler Staatsanwaltschaft reagiert auf die spektakulären Delikte mit Kinder-Porno, Kinder-Sex und Vergewaltigungen: Eine eigene Ermittlungsgruppe soll sich nur mit Sexualdelikten befassen.

Eine ganze Reihe brutaler Sexual-Delikte wurde in den letzten Monaten in der Region Basel bekannt. Der bekannteste Fall war die Verhaftung eines Basler Ehepaar in den USA wegen Verdachts auf massenhafte Verbreitung von Kinderpronografie im Internet. Schlagzeilen machte kürzlich auch der Fall eines Mitglieds des Kantonsparlaments, das sich an mindestens drei Buben im Alter zwischen 9 und 12 Jahren vergangen haben soll.

Gleichzeitig schreckten in Basel kürzlich gleich drei Fälle von versuchten Vergewaltigungen die Bevölkerung auf. In der Baselbieter Vorortsgemeinde Muttenz liess Ende Mai die Vergewaltigung einer 14jährigen Schülerin durch fünf Gleichaltrige aufhorchen. Im Baselbiet stiegen die amtlich registrierten Fälle von Exhibitionismus allein innerhalb eines Jahres um 70 Prozent.

Während im Landkanton bisher keine Forderungen nach Aufstockung der spezialisierten Kräfte in den Untersuchungsrichterämtern auftauchten, will Basel-Stadt jetzt die Staatsanwaltschaft mit einer fünfköpfigen Fachgruppe für Sexualdelikte verstärken.

Laut Basler Regierung klärt die Staatsanwaltschaft derzeit ab, ob diese spezialisierte Fachgruppe auch zur Verfolgung von Delikten auf dem Internet eingesetzt werden könnte. Wie aus einem Bericht der Regierung hervorgeht, sollen die fünf Stellen "kostenneutral" sein: Fünf Stellen der Staatsschutzgruppe werden neuerdings vom Bund finanziert, so dass mit den freiwerdenden Kräften die Fachgruppe Sexualdelikte gebildet werden kann. Pikant: Bis 1993 bestand in Basel-Stadt bereits eine Fachteam "Sittenpolizei", die aber zugunsten der Gruppe "Leib und Leben" aufgelöst wurde.

6. Oktober 1997

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(c) by Peter Knechtli